Spanien

Bestechungsvorwürfe gegen Spanien und Russland haltlos

Keine Schiedsrichter-Manipulationen

Keine Schiedsrichter-Manipulationen

Die FIFA verfolgt den Vorwurf der möglichen Bestechung der Schiedsrichter an der WM in Südafrika durch den spanischen Verband nicht weiter.

Der Tessiner Claudio Sulser, der Vorsitzende der FIFA-Ethikkommission, konnte nach Anhörung des früheren Chefs des englischen Verbandes, der den Fall ins Rollen brachte, Entwarnung geben. Der Vorwurf war ungeheuerlich und verknüpfte Fussball-Politik auf höchster Ebene mit dem Geschehen auf dem Rasen. Gemäss einer Aussage von David Triesman, dem mittlerweile zurückgetretenen englischen Verbandpräsidenten und Chef der WM-Kandidatur Englands, hätte Spanien gegenüber Mitbewerber Russland signalisiert, seine Bewerbung für die WM-Endrunde 2018 zurückzuziehen, wenn die Russen dabei helfen würden, Schiedsrichter zu bestechen.

Die Aussagen von Triesman waren von dessen früheren Freundin, einer Angestellten des englischen Verbandes, ohne sein Wissen bei einem Abendessen in London aufgenommen und der Zeitung "The Mail on Sunday" zugesteckt worden. Es schien bewiesen, dass die Spanier Schiedsrichter-Manipulation betreiben wollten. Ausgerechnet Spanien, der erste Schweizer WM-Gegner. Das liess auch die (Fussball-)Schweiz nicht kalt.

Claudio Sulser, der Tessiner Anwalt und frühere Schweizer Internationale, hat als Vorsitzender der FIFA-Ethikkommission die Angelegenheit geprüft und nun informiert, dass der Fall (offiziell) nicht so heiss gegessen wird, wie er in einem Londoner Restaurant (und in britischen Redaktionsstuben) gekocht wurde.

David Triesman konnte in einer Stellungnahme glaubhaft erklären, dass nicht er diese Anschuldigungen gegenüber Spanien und Russland machte, sondern dass ihm die angeblichen Fakten als Privatperson zugetragen worden seien. Es handle sich dabei um "Spekulationen unter Journalisten über Verschwörung weltweit".

Auch die Befragung der Verbände Spaniens und Russlands habe keine Anzeichen für die Stichhaltigkeit der Behauptungen hervorgebracht, die Triesman zugetragen wurden, so Sulser. Der Fall wird daher nicht weiterverfolgt.

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