Michael Wehrle

Denn die Partie war keineswegs so einseitig, wie es das Ergebnis auf den ersten Blick erscheinen lässt. Lange hielten die Endinger nicht nur hervorragend mit, sondern setzten das Heimteam sogar gewaltig unter Druck und bestimmten teilweise den Rhythmus der Partie. Erst in den letzten Minuten, als die Endinger die Köpfe hängen liessen, wurde das Ergebnis fast noch brutal.

«Ob wir nun mit zehn Toren Differenz verlieren oder mit einem Treffer, spielt am Ende keine Rolle», meinte Endingens Trainer Zoltan Cordas. Bis auf die letzten zwei Minuten sei er mit seinem Team durchaus zufrieden. «Wir haben auswärts frech gespielt, das ist in Ordnung, genauso in Ordnung geht aber auch der Sieg der Suhrer», sagte Cordas.

Seine Mannschaft habe im Abschluss zu stark gesündigt, das habe den grossen Unterschied ausgemacht. «Doch das war beste Werbung für den Handball, Gott sei Dank spielen wir in dieser Saison noch dreimal gegeneinander», betonte Cordas.

Den Spielern des HSC Suhr Aarau aber fiel eine Zentnerlast von den Schultern. Nach der peinlichen Pleite bei Yellow Winterthur war eine gewisse Verunsicherung durchaus zu spüren. Zwar ging das Heimteam in Führung, dann aber übernahmen die Gäste unter der Führung von Borna Franic und Andrija Pendic das Kommando.

Erst nach 20 Minuten steigerte sich der HSC in der Deckung einschliesslich Nationaltorhüter Andreas Merz. Aus einem 11:12 machten die Gastgeber ein 17:13 zur Pause. Dann verloren sie den Faden wieder. Mehr als 13 Minuten brauchten sie für das zweite Tor nach der Pause, Björn Navarin glich die erneute Führung der Endinger zum 19:19 aus. Knapp neun Minuten später lag der HSC mit 25:21 vorne.

Wieder hatte die Mannschaft in der Deckung aggressiver zugepackt, Merz sich mit dieser Hilfe gesteigert. «Zweimal stand die Partie auf der Kippe», sagte der sechsfache Torschütze Navarin. Sein Team habe mehr an den Sieg geglaubt. Sobald Suhr Aarau aggressiv agiert statt reagiert habe, sei es besser geworden.

«Endingen hat 60 Minuten gekämpft und Gas gegeben», lobte HSC-Trainer Andreas Steiner den Gegner, der völlig zu Recht geführt habe. Bei seiner Mannschaft seien die Spuren des Yellow- Matches zu sehen gewesen. Doch habe die Mannschaft toll gekämpft, immer besser ins Spiel gefunden und verdiene sich damit ein Kompliment.