Kalifornien

Basketball-Legende Kobe Bryant (†41) bei Helikopterabsturz getötet

Die Sportwelt trauert um Kobe Bryant. Der Amerikaner gehört zu den Allergrössten der Basketball-Geschichte. Am Sonntag kam der 41-Jährige bei einem Helikopterabsturz in Kalifornien ums Leben.

Mehre nordamerikanische Medien bestätigten, dass sich Bryant im Helikopter befand, der am Sonntagmorgen in der Nähe von Los Angeles abstürzte. Alle fünf Insassen kamen dabei ums Leben, wie die Polizei mitteilte. Unklar war zunächst, ob weitere Mitglieder von Bryants Familie an Bord waren. Er war verheiratet und hatte vier Töchter.

Bei nebligem Wetter war die Maschine vom Typ Sikorsky S-76 am Morgen (Ortszeit) abgestürzt und in Flammen aufgegangen. Dieses Feuer habe es den Rettungskräften erschwert, zum Unglücksort zu gelangen, berichtete die «Los Angeles Times» unter Berufung auf einen Sprecher. Die Zeitung zitiert weitere Quellen, wonach der Helikopter in Orange County gestartet war, dem Wohnort Bryants im Südosten von Los Angeles, der Absturzort Calabasas liegt etwa 30 Kilometer westlich von der Stadt.

Bryant war einer der erfolgreichsten und bedeutendsten Profis der Basketball-Geschichte. Fünf Titel holte er mit seinen Lakers, wurde 18 Mal ins All-Star-Team gewählt - keinem gelang dies häufiger. 81 Punkte erzielte der knapp zwei Meter grosse Shooting Guard einmal in einer Partie 2006.

Seine 33'643 Zähler in der Regular Season werden nur von Kareem Abdul-Jabbar, Karl Malone und LeBron James übertroffen - letzterer zog erst am Samstag an Bryant auf Platz drei der Bestenliste vorbei. 2008 in Peking gewann Bryant an der Seite von anderen NBA-Superstars wie James oder Dwyane Wade mit den USA olympisches Gold.

Hollywoodreifes letztes Spiel

Auch wenn Bryant gegen Ende seiner Laufbahn nicht mehr an seine Glanzzeiten anknüpfen konnte und mit den Lakers immer wieder die Playoffs verpasste, gelang ihm doch ein hollywoodreifes Ende. Im Alter von 37 Jahren trumpfte er in seinem letzten Spiel noch einmal mit 60 Punkten auf und liess sich im goldenen Konfettiregen von Stars wie Lakers-Edelfan Jack Nicholson, Jay-Z und David Beckham feiern.

«Wie viele Kinder können sagen, dass sie für ihr Lieblingsteam spielen und ihre ganze Karriere dort verbringen durften», schwärmte Bryant anschliessend. «Du kannst diese Story nicht besser schreiben.»

Die Bilder von Kobe Bryants letzten NBA-Spiel:

Über Italien in die NBA
Bryant wuchs als Sohn des damaligen NBA-Spielers Joe Bryant auf und zog mit seiner Familie in seiner Kindheit und Jugend zeitweise nach Italien, als sein Vater dort aktiv war. Seine Eltern benannten ihn nach dem Kobe-Steak, das sie laut offizieller NBA-Biografie auf einer Speisekarte gesehen hatten.

1996 kam Bryant in die NBA, ohne zuvor ein College besucht zu haben. Die Lakers sicherten sich die Rechte an dem grossen Talent, nachdem sie ein folgenreiches Tauschgeschäft mit den Charlotte Hornets einfädelten.

Fünf Meisterschaften gewonnen

Schon früh in seiner Karriere nahm sich Bryant den besten Basketballer der Geschichte, Michael Jordan, als Massstab, strebte mit unbändigem Ehrgeiz nach seiner Grösse. An der Seite des imposanten Centers Shaquille O'Neal gewann Bryant von 2000 bis 2002 seine ersten drei NBA-Meisterschaften, sein Co-Star wurde jedoch jedes Mal als wertvollster Spieler der Finalserie ausgezeichnet.

Schon während der gemeinsamen Zeit gab es Spannungen zwischen dem Duo, bis es sich endgültig verkrachte. O'Neal verliess die Lakers, die nun endgültig Bryants Team waren. Es dauerte sieben Jahren bis der nun gereifte Flügelspieler seine vierte Meisterschaft holte und sich direkt im Folgejahr mit Nummer fünf endgültig den Legendenstatus sicherte.

Seine Verabschiedung nach seinem letzten Spiel, als er mit Bezug auf seinen Spitzennamen die Worte «Mamba Out» sprach und das Hallenmikrofon niederlegte, erreichten ikonischen Status und wurden selbst vom damaligen US-Präsidenten Barack Obama imitiert. Nun sorgte die Nachricht von Bryants Tod für einen Schock, der weit über die Basketballwelt hinausging.

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