Nachdem Mark Cavendish in der Kalifornien-Rundfahrt das erste Teilstück zu gewinnen vermochte, hätte André Greipel seinem teaminternen Rivalen nur zu gerne aus der Ferne Konter gegeben. Doch der Deutsche lag auf der leicht ansteigenden Zielgeraden zu weit hinten, als es in die Entscheidung ging.

Zum Glück für Greipels Arbeitgeber HTC-Columbia verfügte Matthew Goss über den längsten Atem. Der Australier entschädigte die Mannschaft mit seinem Sieg für den harten Einsatz während der Regenfahrt. Im Gegensatz zu früheren Etappen versuchten diesmal die Sprinterteams und HTC-Columbia an erster Stelle, den Ausreissern keinen zu grossen Freiraum zu gewähren.

Wie bei einigen anderen seiner Landsleute handelt es sich bei Matthew Goss um einen früheren Bahnspezialisten. Zwei Weltmeister-Titel bei den Junioren sowie eine WM-Goldmedaille bei der Elite -- in der Mannschaftsverfolgung der Titelkämpfe 2006 in Bordeaux (Fr) -- zieren die Bilanz von Goss. Der Radprofi von der Insel Tasmanien entschied im letzten Herbst den belgischen Halbklassiker Paris - Brüssel für sich. Damals stand Goss noch beim Team Saxo Bank von Fabian Cancellara unter Vertrag.

Der Gesamterste Alexander Winokurow überstand die Fahrt durch das Hinterland von Neapel auf teilweise überfluteten Strassen schadlos. Der Kasache geriet 16 km vor dem Ziel sogar in eine günstige Situation, als sich das Feld teilte und sich seine Gegner alle in der zweiten Gruppe befanden. Über einige Kilometer kam es zu einer Verfolgungsjagd und danach zum Zusammenschluss.