Auf ungewohntem Terrain

Berglauf-Europameisterin Martina Strähl aus Oekingen startet heute Abend (21.05 Uhr) Uhr in der katalanischen Metropole erstmals auf der Bahn an einem Grossanlass.

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Auf ungewohntem Terrain

Auf ungewohntem Terrain

Solothurner Zeitung

Manfred Dysli, Barcelona

Am Montjuic in Barcelona, dem Austragungsort der Olympischen Spiele 1992, starten in dieser Woche insgesamt 22 Schweizerinnen und Schweizer, darunter die Solothurner Berglaufkönigin Martina Strähl, die vor zweieinhalb Wochen in Montreux zum fünften Male in Serie Schweizer Berglaufmeisterin geworden war.

Den Grundstein für ihre erste Teilnahme an einem Grossanlass auf der Bahn hatte die 23-jährige Psychologie-Studentin am 1. Mai an den Internationalen Deutschen 10000-Meter-Meisterschaften gelegt. In Ohrdruf erfüllte sie die Limite für Barcelona an ihrem allerersten Bahnrennen bei den Eliteläufern mit 33:11,21 Minuten – der zehntbesten je von einer Schweizerin gelaufenen Zeit.

Zwei Wochen zuvor war sie zusammen mit ihrem Betreuer Jürg Hafner in Langenthal erstmals und erst noch ohne Nagelschuhe die 10000 Meter auf der Bahn gelaufen. Und vor 10 Tagen wurde Strähl bei den Schweizer Meisterschaften in Lugano über 5000 Meter gleich Schweizer Meisterin.

Am Sonntag ist Martina Strähl mit dem ersten Teil der Schweizer Mannschaft mit einem Swiss-Flug ab Zürich in Barcelona eingetroffen, wo ihr Nationaltrainer Fritz Schmocker als Erstes einen Hometrainer organisieren musste. «Ich absolviere im Moment wegen einer chronischen Entzündung am Fuss, die sich diesen Frühling bemerkbar machte, nur etwa drei Lauftrainings in der Woche, dafür mit hoher Qualität», gab Martina Strähl am Montag bekannt.

«Achtzig Prozent des Trainings gestalte ich auf dem Hometrainer oder auf dem Rennvelo», sagte Strähl weiter, die mit ihrer EM-Vorbereitung zufrieden ist. Nach der EM plane sie erst weiter: «Die Berglauf-WM Anfang September in Slowenien sind ganz sicher ein Saisonziel. Hier in Barcelona muss ich aber realistisch sein. Ich werde aber das Beste geben.

Das Ziel ist ganz klar, meine Zeit von den Deutschen Meisterschaften weiter zu verbessern», war von der drittjüngsten 10000-Meter-Läuferin dieser EM weiter zu vernehmen. Auf die Frage, was der grosse Unterschied ihrer bisherigen Königsdisziplin zur Bahn ist, meinte die Oekingerin weiter: «Beim Berglauf hat es nur wenige Journalisten, und hier in Barcelona ist ein grosser Medienrummel.

Sonst ist ein Vergleich schwer. Beide Disziplinen sind sehr hart. Beim Berglauf braucht es eine grosse Ausdauer. Aber die 25 Bahnrunden sind in einem hohen Tempo auch sehr hart.» Im Hinblick auf ihren Einsatz musste Strähl sogar auf die Eröffnungsfeier am Montagabend auf der Plaza de Espanya verzichten, «weil ich erst nach Mitternacht ins Hotel zurück gekommen wäre».

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