Nicolas Anelka (18 Spielsperren), Patrice Evra (5), Franck Ribéry (3) und Jérémy Toulalan (1) wurden zur Rechenschaft gezogen.

Der 31-jährige Chelsea-Stürmer Anelka ist für 18 Länderspiele gesperrt worden, weil er in der Pause des WM-Vorrundenspiels zwischen Frankreich und Mexiko seinen Coach Raymond Domenech massiv beleidigt hatte. In der Folge war der 69-fache Internationale nach Hause geschickt worden. Die verbliebenen französischen WM-Fahrer boykottierten einen Tag nach dem Rauswurf Anelkas das Training, was im Hexagone zu einem Sturm der Entrüstung führte.

Die verbandsinterne Disziplinar-Kommission kam zum Schluss, dass Captain Evra und Bayern-Spieler Ribéry die Initianten des Streiks gewesen waren. Toulalan wurde bestraft, weil es sein Berater war, der die Pressemitteilung der Spieler nach dem Streik verfasst hatte.

Der neue Nationalcoach Laurent Blanc, der ohne die WM-Teilnehmer mit einer 1:2-Testspiel-Niederlage in Norwegen debütiert hatte, wird damit in den ersten EM-Qualifikationsspielen gegen Weissrussland am 3. Spetember und in Bosnien-Herzegowina am 7. September sicher auf Anelka, Ribéry und Evra verzichten müssen, womöglich aber nicht auf Toulalan. Denn bisher hat der Verband nicht kommuniziert, ob die fehlbaren Spieler durch das Nichtantreten in Norwegen bereits eine Sperre abgesessen haben.