Den ersten Meistertitel hat sich der HC Davos schon vor Beginn der Finalserie verdient. Mit dem 4:3 im siebten Spiel gegen Fribourg schafften die Bündner einmal mehr eine nicht für möglich gehaltene Wende. Ab Dienstag spielt der Rekordmeister gegen die Kloten Flyers ohne Heimvorteil um den 29. Titel der Klubgeschichte. Mit der sechsten Finalteilnahme seit 2002 unterstrich Davos den Anspruch als erfolgreichstes Team des Jahrtausends nachhaltig.

Wenn es in der "Belle" um Alles oder Nichts geht, erwies sich der HC Davos in der Vergangenheit als mental unglaublich starkes Team. Sechs Mal musste ein siebtes Spiel für das Team von Arno Del Curto seit 1998 über das Saisonende entscheiden, jedes einzelne Mal schaffte der HCD den Turnaround noch. Im letzten Jahr lag Davos gegen Zug im Viertelfinal 0:3 zurück, 2007 gegen die ZSC Lions 1:3.

Gegen Fribourg gelang das Kunststück, den Kopf doch noch aus der Schlinge zu ziehen, 47 Sekunden vor Schluss. "Siegbringer" war mit Andres Ambühl ein Spieler, dem es in der Halbfinal-Serie gar nicht nach Wunsch gelaufen ist. Nach 59:13 spedierte der Schweizer Internationale die Scheibe nach Vorarbeit von Peter Guggisberg über die Torlinie, weil er sich gegen Mike Knoepfli entscheidend durchgesetzt hatte.

Das entscheidende Spiel zwischen Davos und Fribourg brachte das erhoffte Spektakel. Fribourg ging durch den abtretenden Gil Montandon schon nach 228 Sekunden in Führung, Davos konnte trotz grosser Bemühungen erst nach Spielhälfte reagieren. Dario Bürgler (31.) und Petr Sykora (35.) machten aus dem 0:1 mit zwei Toren aus vier Schüssen das 2:1. Fribourg, das kurz vor dem zweiten Gegentor zwei hochkarätige Chancen vergeben hatte, geriet völlig aus dem Konzept -- und konnte entgegen dem Spielverlauf ausgleichen. Beni Plüss stocherte den Puck auf den Knien ins Tor.

Als Valentin Wirz in der 42. Minute nach einem katastrophalen Querpass von Andreas Furrer Fribourg erneut in Führung brachte, veranlasste dies das Team von Serge Pelletier nicht zu mehr Ruhe, sondern den HCD zu einem Sturmlauf. Die Folge waren Michel Riesens 3:3 (48.) und der späte Siegtreffer Ambühls (mit dem 16. Schuss im Schlussdrittel).

Davos - Fribourg 4:3 (0:1, 2:1, 2:1).

Vaillant Arena. -- 6926 Zuschauer (ausverkauft). -- SR Kurmann/Reiber, Mauron/Schmid. -- Tore: 4. Montandon (Sprunger, Plüss) 0:1. 31. Bürgler (Gianola) 1:1. 36. (35:02) Sykora (Jan von Arx) 2:1. 36. (35:41) Plüss (Sprunger) 2:2. 42. Wirz 2:3. 48. Riesen (Guggisberg) 3:3. 60. (59:13) Ambühl (Guggisberg) 4:3. -- Strafen: 3mal 2 Minuten gegen Davos, 4mal 2 Minuten gegen Fribourg. -- PostFinance-Topskorer: Riesen; Jeannin.

Davos: Genoni; Gianola, Forster; Jan von Arx, Grossmann; Furrer, Blatter; Gerber; Riesen, Reto von Arx, Leblanc; Sykora, Marha, Taticek; Guggisberg, Ambühl, Bürgler; Marc Wieser, Rizzi, Dino Wieser; Jinman.

Fribourg: Caron; Heins, Birbaum; Marc Abplanalp, Reist; Snell, Ngoy; Seydoux; Neuenschwander, Meunier, Botter; Mowers, Jeannin, Knoepfli; Sprunger, Montandon, Plüss; Lauper, Wirz, Collenberg.

Bemerkungen: Davos ohne Stoop (krank), Carbis, Daigle, Wellinger (alle überzählig), Fribourg ohne Bykow (krank), Vauclair (verletzt), Chouinard, Genazzi und Law (alle überzählig). -- 36. (35:02) Timeout Fribourg. -- Fribourg ohne 59:29 ohne Goalie.