Für Bossert ist in der Schlussrunde vom Sonntag auf dem Par-70-Kurs sogar noch ein Rang unter den ersten zehn möglich, in den Kampf um den Sieg an diesem mit 280'000 Euro dotierten Turnier wird er indessen nicht eingreifen können.

An der Spitze hat der 52-jährige Kanadier Rick Gibson beste Aussichten auf seinen ersten Sieg in der Profi-Tour der Senioren. In seiner Zeit auf der Japan- und auf der Asien-Tour hatte er je zweimal gewonnen.

Gibson hatte in Bad Ragaz schon am ersten Tag mit einer phantastischen 63er-Runde bei schwierigen Bedingungen (böiger Wind) eine solide Basis gelegt. Am Samstag glückte ihm mit 65 Schlägen - er startete mit zwei Birdies auf den ersten beiden Löchern - ein Umgang, dank dem er den Vorsprung auf vier Schläge ausbauen konnte. Sein erster Verfolger ist der hoch aufgeschossene Schotte Ross Drummond.

Gibson hatte erst einmal - mit einer 62 (10 unter Par) auf der Japan-Tour - eine so gute Runde gespielt wie zum Auftakt in Bad Ragaz. Er sei dadurch vor der zweiten Runde etwas nervös geworden, sagte er. "Und als es dann wieder so gut lief, wurde ich gleich noch einmal nervös." Wenn er die Nerven am Sonntag im Zaum hält, dürften es alle Gegner im 72-köpfigen Feld schwer haben.

Bei seinem ersten Auftritt in Bad Ragaz freute sich der 50-jährige "Jungsenior" André Bossert über seine ausgezeichnete vom Samstag. "Mein Spiel war wirklich sehr, sehr gut". Meistens brachte er die Annäherungen nahe ans Loch. So gesehen, musste es Bossert bereuen, dass er auf den Greens zahlreiche Möglichkeiten für Birdies ausgelassen hatte. Ein noch wesentlich niedrigerer Score wäre möglich gewesen. Schon vor der Schlussrunde jedoch darf er sein Debüt in Bad Ragaz als Erfolg verbuchen.

Der englische Vorjahressieger Paul Wesselingh, der Tour-Dominator der letzten zwei Jahre, steigerte sich nach seinem völlig missratenen Auftakt (76 Schläge) prächtig und lieferte mit 64 Schlägen eine der besten Runden des zweiten Tages ab. Bossert und Wesselingh sind nun schlaggleich, der walisische Topstar Ian Woosnam, Sieger des US Masters von 1991, folgt zwei Schläge dahinter.