Super League

Als Basel in Thun die letzte Chance einbüsste

Nach dem Wegzug von Dejan Sorgic müsste Neuzugang Miguel Castroman für den FC Thun Tore schiessen - oder sie vorbereiten

Nach dem Wegzug von Dejan Sorgic müsste Neuzugang Miguel Castroman für den FC Thun Tore schiessen - oder sie vorbereiten

Die 14. Runde am 10. November nimmt die Spannung aus der Meisterschaft 2018/19. Thun schlägt Basel in einem denkwürdigen Match 4:2. Am Samstag spielt Basel, mit etwas Rückstand auf YB, erneut in Thun.

Nach zwei Runden einer Super-League-Saison lässt sich nicht von einer Vorentscheidung sprechen, nicht einmal von einer Vorvorentscheidung. Und doch ist es denkbar, dass der Abstand zwischen Meister YB und dem Herausforderer Basel am Wochenende auf vier Punkte anwächst. Die Berner empfangen am Sonntag den FC Lugano.

Basels Trainer Marcel Koller dürfte in Thun eine bessere Mannschaft auf den Platz schicken, als er es letzten Samstag im Heimspiel gegen St. Gallen tat. Koller schonte vor dem Champions-League-Qualifikationsspiel gegen den PSV Eindhoven zahlreiche bewährte Stammkräfte - und bezahlte einen hohen Preis. Das nicht eingespielte Ensemble von Basels Übrigen war nicht gut und verlor 1:2.

Für Basel geht es schon am Mittwoch auf europäischer Bühne weiter, mit dem Heimspiel gegen den Linzer ASK. Also ist zu vermuten, dass Koller für den Match im Berner Oberland einen Kompromiss eingehen wird: Leistungsträger schonen, aber längst nicht mehr derart viele. In diese Richtung äusserte sich Koller am Freitag vor den Medien. Es werde Änderungen in der Aufstellung geben, sagte er, aber "unser Fokus liegt klar auf dem Spiel in Thun. Wir müssen die Meisterschaft und den Europacup klar voneinander trennen." Andererseits gelte es, die Begeisterung, die nach dem Weiterkommen gegen Eindhoven herrsche, in die Meisterschaft hineinzutragen.

Vergleicht man den heutigen, stabilisierten FCB mit dem FCB vom November letzten Jahres, ist es wie Tag und Nacht. Die Basler versuchten seinerzeit krampfhaft und erfolglos, die Young Boys in der Tabelle nicht wegziehen zu lassen. Der damalige Match in der Stockhorn-Arena war ereignisreich und denkwürdig. Basel führte früh 2:0, nachdem Schiedsrichter Stephan Klossner den Thunern anfänglich einen Foulpenalty verwehrt hatte. Mit dem Pausenpfiff verkürzte Thun. Gleich zu Beginn der zweiten Hälfte schlug der Thuner Verteidiger Stefan Glarner den Ball weg, als dieser die Torlinie überschritten hatte. Jetzt hätte es 1:3 geheissen. Mit dieser Szene fiel das Basler Spiel auseinander. Die Thuner erzielten danach noch drei Tore.

In den restlichen 22 Runden der Saison wurden die Basler kontinuierlich robuster und konstanter. Sie verloren in der alten Saison nur noch (zweimal) gegen YB. Sie gewannen unter anderem das Auswärtsspiel gegen Thun in der Rückrunde.

Am Samstag werden die Berner Oberländer das Erstarken des FCB vielleicht ein weiteres Mal zu spüren bekommen. Die lange Liste von verletzten und kranken Spielern spricht auch nicht für einen neuerlichen Coup der Mannschaft von Trainer Marc Schneider.

Die Super-League-Spiele vom Samstag im Überblick:

Sion - Zürich (Duelle in der Saison 2018/19: 1:2, 2:1, 1:0, 0:1). - Anspielzeit: 19.00 Uhr. - SR Hänni. - Absenzen: Ruiz und Luan (beide verletzt); Rüegg, Winter und Hekuran Kryeziu (alle verletzt). - Fraglich: Ndoye; - . - Statistik: Nach zwei Runden hat das Klassement nicht die grösste Bedeutung, dennoch ist Sion - Zürich die Partie des Zweitletzten gegen den Letzten. Die Walliser warten auf ihr zweites Tor der Saison, die Zürcher auf ihr erstes. Kurioserweise gewann der FCZ - mit je einem Tor Differenz - alle vier Direktbegegnungen der letzten Saison. In der Abschlusstabelle lagen die Mannschaften nur einen Punkt auseinander.

Thun - Basel (1:1, 4:2, 1:3, 1:2). - Anspielzeit: 19.00 Uhr. - SR Klossner. - Absenzen: Hediger, Tosetti, Karlen, Chihadeh, Hunziker, Ziswiler (alle verletzt), Righetti und Wanner (beide krank); Ademi und Kuzmanovic (beide verletzt). - Fraglich: Rodrigues; - . - Statistik: Basels Trainer Marcel Koller muss sich abermals die Frage stellen, ob er zwischen zwei Europacup-Qualifikationsspielen alle seine Leistungsträger in das Meisterschaftsspiel schicken soll. Im Match gegen St. Gallen (1:2) ist die Spekulation nicht aufgegangen. Der FC Thun, mit zwei Unentschieden gestartet, errang letzten November mit 4:2 in der Stockhorn-Arena seinen einzigen Sieg gegen Basel in den letzten 26 Duellen in der Super League.

Rangliste: 1. Lugano 2/4 (4:0). 2. Luzern 2/4 (2:0). 3. Young Boys 2/4 (2:1). 4. Basel 2/3 (5:3). 5. St. Gallen 2/3 (2:3). 6. Thun 2/2 (2:2). 7. Servette 2/2 (1:1). 8. Neuchâtel Xamax FCS 2/1 (2:3). 9. Sion 2/1 (1:4). 10. Zürich 2/1 (0:4).

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