Alex Frei schiesst FCB locker an die Spitze

Der FC Basel schlägt ein harmloses Xamax 3:0 und übernimmt eine Runde vor Schluss die Tabellenführung. Am Sonntag sind die Basler die Gejagten – was Thorsten Fink aber nicht die Taktik ändern lässt.

Merken
Drucken
Teilen
Basel schlägt Xamax

Basel schlägt Xamax

Keystone

Fabian Kern

Jubelnd dreht Marcos Gelabert am weiten Pfosten ab und muss verwundert feststellen, dass ihm gar keiner seiner Teamkollegen folgt. Der Grossteil der Rot-Blauen hat sich dazu entschlossen, mit Cagdas Atan an der Eckfahne zu feiern. Doch ob der Kopfball des Türken via Latte hinter der Torlinie aufgeprallt war, oder ob es den Abstauber von Gelabert wirklich noch gebraucht hatte, dürfte allen Baslern egal gewesen sein. Das so wichtige 1:0 war nach 55 Minuten des erfolglosen Anrennens endlich Tatsache, der Druck schien vom Team abzufallen.

Thorsten Fink hatte seiner Ankündigung Taten folgen lassen und einige von einer Sperre bedrohte Stammspieler nicht in die Startaufstellung gestellt. «Ich habe die ganze Saison konsequent durchrotiert. Warum soll ich jetzt etwas daran ändern?», begründete Fink seine Aufstellung.

Alle konnte der Trainer aber nicht pausieren lassen, was vor allem für Behrang Safari bittere Konsequenzen hatte. Der schwedische Aussenverteidiger sah in der 31. Minute für ein harmloses Vergehen an Carlos Varela seine achte gelbe Karte in dieser Saison und wird am Sonntag in Bern zum Zuschauen verdammt sein. «Wir werden auch das wieder ausgleichen können, auch wenn er eine hervorragende Rückrunde gespielt hat», meinte Fink.

Viel quer gespielt

Man merkte dem FCB die zahlreichen Mutationen an. Der Angriffsmotor kam immer wieder ins Stocken. Anstatt in Richtung Tor wurde viel zu oft quer gespielt und so der aufgebaute Druck verschenkt. Es war offensichtlich, dass die Automatismen in dieser Formation fehlten. Dennoch war der FCB die tonangebende Mannschaft. Die Neuenburger unterstrichen mit ihrem Auftreten im St. Jakob-Park, worum es für sie noch ging – um gar nichts. Die einzige Torchance des ganzen Spiels vergab Sanel Kuljic allein vor Franco Costanzo kläglich. «Noch nie war eine Mannschaft hier so gut organisiert wie Xamax», lobte Fink dennoch.

Ein Xamaxien aber sorgte dann aber doch noch für Stimmung in Basel. Wieder einmal musste Varela vorzeitig vom Pl.atz. Allerdings war sein Rempler gegen Cagdas Atan nicht rotwürdig. Erst die Schauspieleinlage des Türken wurde dem Hitzkopf zum Verhängnis, und Varela musste unter dem höhnischen Applaus der gut 30000 Basler den Platz verlassen.

Frei trifft fast wie früher

Mit einem Mann mehr schien dem FCB nun der Weg frei zu sein. Der Basler Druck nahm nach der Pause spürbar zu. Die Führung war nur die logische Folge davon. Danach flachte die Partie erneut ab. Bis zur spektakulären Schlussphase. Der eingewechselte Alex Frei sorgte mit seinen beiden Treffern für ein stimmungsvolles Ende einer schlussendlich souverän geführten Partie. Und nach seinem Sturz beim 1:0, der für eine Schrecksekunde beim einen oder anderen gesorgt haben dürfte, muss man sagen: der Arm hält.

Nun stellt sich natürlich die Frage, mit welchem Sturmduo der FCB am Sonntag in Bern nach dem Meistertitel greifen will. Frei scheint fit zu sein. «Wenns so gut läuft als Joker, können wir ja so weitermachen», scherzte Fink. Er räumte aber ein, dass Frei durchaus auch von Anfang an auflaufen könnte. Die Ausgangslage als Leader ändert für den Basler Trainer aber nichts an der Strategie für die Finalissima: «Wir spielen auf Sieg. Wenns am Schluss ein Unentschieden wird, haben wir aber auch nichts dagegen.»