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Adolf Ogi fordert Sportgipfel

Alt-Bundesrat Adolf Ogi spricht sich für eine verstärkte politische Wertschätzung des Sports aus

Alt-Bundesrat Adolf Ogi spricht sich für eine verstärkte politische Wertschätzung des Sports aus

Der frühere Bundesrat, Sportminister und Swiss-Ski-Direktor Adolf Ogi (78), fordert angesichts der Auswirkungen der Coronakrise einen Sportgipfel.

Das Worst-Case-Szenario sei akut, "man müsste es antizipieren", sagte Ogi in einem Interview mit dem "Walliser Bote". "Ich finde, der Sport-Gipfel ist dringend." Der Tourismus und die Gastronomie hätten am letzten Sonntag auch ein Treffen mit drei Bundesräten erhalten.

Ogi bemängelt die aktuell mangelhafte Lobby des Sports bei der Regierung in Bern. Sport sei nicht die wichtigste Sache, aber die wichtigste Nebensache. "Ich stelle einfach fest: In der parlamentarischen Gruppe Sport sind 120 Parlamentarierinnen und Parlamentarier. Wo sind die jetzt? Ich habe das Gefühl, da wird zu wenig gemacht."

Lob und Tadel

Ogi findet zwar sehr gut, dass die neue VBS-Chefin Amherd die Spitzensport-RS für mehr Spitzensportlerinnen und -sportler geöffnet hat. "Aber strategisch vermisse ich seit vielen Jahren in der Politik neue Impulse. Jetzt zahlt der Sport die Rechnung dafür. Im Parlament spielt der Sport kaum eine Rolle, ausser gerade wenn es um die NASAK-Gelder geht. Der Drive ist in meinen Augen 'eingeschlafen'."

Dabei sei der Sport ein Treiber der Wirtschaft und auch von "gesellschaftlicher Relevanz", so Ogi. Er diene als Ablenkung vom Alltag, er biete Unterhaltung, er verleihe Menschen Freude und Begeisterung. Er berühre den Geist. "Vier von acht Millionen Schweizerinnen und Schweizer sind sportaffin, aktiv oder treiben Sport, und der Sport ermöglicht in diesem Land 100'000 Arbeitsstellen." Für den ehemaligen Bundesrat sind Sportklubs KMUs, die überleben müssten. "Ansonsten würde in unserem Leben etwas sehr Wertvolles wegbrechen."

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