bilan
Aargauer Teams in der Krise

Nach der Aufstiegsparty im Sommer finden sich die Aushängeschilder am Tabellenende wieder.

Merken
Drucken
Teilen
builan

builan

Schweiz am Sonntag

Andreas Fretz

Der Jubel im zurückliegenden Sommer war gross. Gleich fünf Aargauer Mannschaften gelang der Aufstieg in die höchste Liga ihrer Sportart. Endingens Handballer stiegen in die Nationalliga A auf. Selbes gelang den Handball-Frauen von Zofingen/Olten, den Unihockeyanern von Lok Reinach, den Volleyballern von Laufenburg-Kaisten und der Badminton-Equipe vom Team Argovia. Jahrelang fristete der Teamsport im Aargau ein Mauerblümchendasein. Einzig der FC Aarau und die Handballer vom HSC Suhr Aarau waren sichere Werte, die den Kanton auch ausserhalb seiner Grenzen auf oberster Ebene populärer Sportarten vertraten.

Dies änderte sich auf diese Saison hin mit einem Schlag. Doch der Aufstiegsparty folgt der Kater und die Ernüchterung auf breiter Front. Zuoberst auf dem Wunschzettel sämtlicher Mannschaften steht der Ligaerhalt. Ansonsten droht der Steilpass in die Bedeutungslosigkeit; oder im besten Fall ein Dasein als sogenannte Liftmannschaft.

Endingen liegt auf Auf-/Abstiegsrunden-Kurs. Immerhin liegen die Handballer einen Rang vor dem Kantonsrivalen Suhr Aarau (10.). Reinachs Unihockeyaner zieren das Tabellenende, dasselbe gilt für die Volleyballer von Laufenburg-Kaisten. Die Handballerinnen von Zofingen/Olten stehen als Vorletzte bereits als Teilnehmer an der Auf-/Abstiegsrunde fest. Die Badmintoner vom Team Argovia schlagen sich auf dem drittletzten Platz zwar achtbar, mussten in der Winterpause aber den Abgang des Teamleaders hinnehmen. Zu allem Übel droht dem Aargauer Aushängeschild, dem FC Aarau, das Ende der «Unabsteigbarkeit». Nach 29 Jahren in der höchsten Liga braucht es ein mittleres Wunder, um den Abstieg in die Challenge League zu verhindern.

Überraschend sind die Abstiegssorgen indes nicht. Das wirtschaftliche Umfeld lässt keine Höhenflüge zu. Es ist äusserst schwierig, neue Sponsoren zu generieren. Transfers von Topspielern sind kaum möglich. Im Gegenteil: Leistungsträger wie Endingens Borna Franic wechseln zu potenteren Klubs. Das Kapital der Aargauer Vereine ist der eigene Nachwuchs. Doch um auf höchster Ebene zu bestehen, reicht diese Strategie nicht aus. Der Konkurrenz aus urbanen Zentren wie Zürich, Bern oder Basel stehen andere Mittel zur Verfügung. Im Kampf David gegen Goliath wäre es für den Aargau bereits als Erfolg zu werten, wenn die Zahl der Aufsteiger 2009 die Zahl der Absteiger 2010 übertrifft.