Sead Hajrovic, die Aargauer Sportinteressierten haben Sie zum Aargauer Sportler des Jahres gewählt. Welche Bedeutung hat diese Auszeichnung für Sie?
Sead Hajrovic: Das ist die grösste Auszeichnung, die ich in meinem Leben bisher erhalten habe. Nach dem WM-Titel ist es der grösste Erfolg in meiner Karriere. Es macht mich umso glücklicher, dass es eine Auszeichnung meines Heimatkantons ist. Der Kanton Aargau wird für immer meine Heimat bleiben. Diese Wahl ist einfach sensationell.

Bisher wurden immer Einzelsportler gewählt. Sie sind der erste Sieger aus einer Teamsportart. Was gab den Ausschlag?
Hajrovic: Ich kann nur meinem Trainer und meinen Mitspielern danken. In unserem Sport kommt es immer auf den Auftritt des Teams an. Ohne dessen Mithilfe hätte ich diese Wahl nicht gewonnen.

Ihre Familie stammt aus dem Balkan. Hat Ihnen der Fussball bei der Integration geholfen?
Hajrovic: Eigentlich weniger. Ich wurde in der Schweiz geboren und bin hier aufgewachsen. Ich konnte mich stets selber sehr gut integrieren. Natürlich lernt man durch den Fussball viel mehr Kollegen kennen und sie auch dich. Aber für die Integration war dies nicht massgebend.

Anstatt an der Gala in Suhr sind Sie derzeit in London im Spital. Was ist passiert?
Hajrovic: Leider habe ich mich vor zwei Wochen bei einem Spiel verletzt und musste am Freitagmorgen den Meniskus im linken Knie operieren.

Dann können Sie bei der EM-Qualifikation Ende März im Aargau nicht als Captain der Schweizer U17 auflaufen?
Hajrovic: Ich weiss es noch nicht definitiv. Der Arzt sagt, ich falle zwischen vier Wochen und drei Monaten aus. Falls ich nicht teilnehmen kann, wünsche ich meiner Mannschaft alles Gute. Ich denke, sie werden es auch ohne mich packen.

Welches war für Sie der emotionalste Moment an der WM?
Hajrovic: Natürlich der Finalsieg und die anschliessende Feier. Für mich persönlich war aber auch der Halbfinal sehr wichtig. Dort konnte ich zum ersten Mal von Beginn weg spielen und zeigen, was ich kann.

Wie hat der WM-Titel Ihr Leben verändert?
Hajrovic: Mein Leben hat sich nicht gross verändert. Als ich zurück nach England kam, musste ich wieder beginnen, hart zu trainieren und mich zu verbessern. Ich arbeite genau so hart, um meine Ziele zu erreichen. Ich gehe jetzt einfach mit viel mehr Selbstvertrauen auf den Platz.


Welches sind Ihre nächsten Ziele?
Hajrovic: Ab dem Sommer möchte ich in der zweiten Mannschaft von Arsenal zu Spielpraxis kommen. Daneben wünsche ich mir, gesund und verletzungsfrei zu bleiben.