Volleyball

100 Siege in Serie für die Frauen von Volero Zürich

100 SIege reihten die Frauen von Volero in der Meisterschaft aneinander.

100 SIege reihten die Frauen von Volero in der Meisterschaft aneinander.

99-mal in Folge hat Volero Zürich in der Meisterschaft bereits gewonnen. Morgen Abend wird die Zahl dreistellig. Eine unglaubliche Serie, die im Sport ihresgleichen sucht.

Die Statistik ist eindrücklich: Volero Zürich ist seit Ende Januar 2012 oder 99 Spielen in Folge in der Schweizer Nationalliga A ungeschlagen. Darum ist der heutige Abend speziell für die Volleyballerinnen aus Zürich: Um 20 Uhr haben sie die Möglichkeit, im Birch vor heimischem Publikum den 100. Sieg in Folge zu feiern. Vergleicht man diese Zahl mit den längsten Siegesserien in anderen Sportarten, zeigt sich, dass der Rekord seinesgleichen sucht.  

Die Amerikanerin Courtney Thompson, ehemalige Olympia-Silbergewinnerin und Schlüssel-Spielerin bei Volero, sagt: «Der 100. Sieg wäre ein Meilenstein. Aber wir müssen versuchen, das Spiel wie jedes andere anzugehen.» Auch Assistenztrainer Jan Lindenmair warnt: «Wir müssen das Spiel erst spielen. Aber wenn es so weit ist, dann werden wir bestimmt eine Flasche Sekt aufmachen.»

Der Mann hinter diesen Erfolgen heisst Stav Jacobi. Seit 2002 ist der Gründer der Volero Zürich AG Präsident des Vereins. Innert kürzester Zeit hat er das Team an die nationale Spitze geführt. Seit 2005 holte sich Volero neun Mal das Double (Schweizer Meister und Cupsieger). Somit könnten die Volleyballerinnen aus Zürich zum zehnten Mal in elf Jahren beide Titel gewinnen.

Auch international läuft es gut: Seit 2007 ist Volero Zürich regelmässiger Gast in der Champions League. Am letzten Donnerstag haben die Zürcherinnen gegen den RC Cannes mit 3:1 souverän den Einzug in den Viertelfinal geschafft. Dort wartet Anfang März der türkische Topklub Eczacibasi Istanbul, einer der heissesten Anwärter auf den diesjährigen Sieg in der Königsklasse.

Der Wunsch: Mehr Konkurrenz

Wieso ist dieses Team so erfolgreich? Stav Jacobi sagt: «Es ist wichtig, dass sowohl die Harmonie im Team als auch der Konkurrenzkampf stimmt. Verglichen mit anderen NLA-Klubs betreiben wir den höchsten Trainingsaufwand und unterhalten auch neben dem Feld professionelle Strukturen. Um noch besser werden zu können, wünsche ich mir seit Jahren, dass ein Schweizer Klub sich ähnliche Ziele setzt, im gleichen Umfang arbeitet und uns in der nationalen Meisterschaft alles abverlangt.» Im Moment, das zeigt nicht zuletzt die Siegesserie, ist dies nicht der Fall.

Der heutige Gegner Sm’Aesch Pfeffingen ist ein Partnerteam von Volero. Bevor Timo Lippuner das Traineramt beim Klub aus Basel übernommen hat, war er bei rund 75 Siegen der Limmatstädter auf dem Weg zur Rekordmarke als Assistenztrainer dabei. «Die Spiele gegen Volero gleichen eher Freundschaftsspielen. Natürlich versuchen wir, sie zu kitzeln, aber wirkliche Chancen rechnen wir uns keine aus», sagt Lippuner.

Sieg selbst in der Hand

Die beiden Vereine kennen sich äusserst gut und sind auch wirtschaftlich vernetzt. Der Volleyballklub aus Aesch erhält dank seiner Beziehungen zu Volero vielversprechende Nachwuchsspielerinnen. Diese sammeln bei Sm’Aesch Spielerfahrung und können sich so optimal entwickeln. Sobald dieser Prozess abgeschlossen ist, wechseln die Spielerinnen zurück zu Volero, um international Erfahrungen zu sammeln. Auf die Frage, ob Lippuner von Präsident Jacobi den Auftrag erhalten hat, das heutige Spiel zu verlieren, antwortete er lachend: «Natürlich hatten wir Kontakt und darüber gewitzelt. Aber das haben sie nicht nötig. Volero hat den Sieg selbst in der Hand. Wenn das Team seine Standardleistung abruft, können wir nichts dagegenhalten.»

Für die Spielerinnen von Sm’Aesch, welche in der Meisterschaft zuletzt ebenfalls mit guten Leistungen aufwarteten, ist es immer speziell, gegen die Könnerinnen aus Zürich zu spielen. Laura Künzler sagt: «Gegen Volero können wir nichts verlieren und somit ohne Druck spielen. Es kann aber auch einschüchtern – vor allem, wenn man beim Einspielen die harten Aufschläge der Gegnerinnen wahrnimmt. Ein Sieg gegen Volero ist nicht unmöglich, aber es müssten alle Spielerinnen von Sm’Aesch gleichzeitig ihren absolut besten Tag einziehen.»

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