10:0 - Eine Zofinger Cup-Gala

Der vierfache Torschütze Volkan Karaboga duscht seinen Trainer Werner Ulrich. (Bild: Alexander Wagner)

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Der vierfache Torschütze Volkan Karaboga duscht seinen Trainer Werner Ulrich. (Bild: Alexander Wagner)

Zwei strahlende Brüder, ein strahlender Trainer und ein Verein in Festlaune. Die zweite Mannschaft machte den gestrigen Auffahrtstag zum neuen Zofinger Feiertag. Insgesamt holten die Thutstädter 3 der 9 Titel.

Andreas Fretz

Werner Ulrich war zu Spässen aufgelegt. Es würde ihn nicht wundern, meinte der Trainer, wenn irgendwo im Schachen Aaraus Sportchef Fritz Hächler seinen Notizblock mit Zofinger Spielernamen vollgeschrieben hätte. Empfehlungen dürften nach dem gestrigen Aargauer Cupfinal einige vorliegen. Zum Beispiel diejenige der Brüder Volkan und Emrah Karaboga. Sie erzielten sechs der zehn Zofinger Tore. Ob er nicht Mitleid mit dem Gegner aus Dottikon hatte, wurde Volkan nach dem Spiel gefragt. «Wir haben am Ende etwas Tempo rausgenommen», antwortete dieser Trocken. Und das sah dann so aus: 81. Minute, Volkan Karaboga, 8:0. 89. Minute, Emrah Karaboga, 9:0. 91. Minute, Mario Andelic, 10:0.

Das finale Duell der Drittligisten wurde zur Demonstration der Zofinger. Als Favoritenschreck waren sie in den Wettbewerb gestartet, schalteten zwei Zweitligisten aus und wurden vor dem Final selbst als Favorit gehandelt. «Ich habe vermutet, dass es eine klare Sache werden könnte», sagte Trainer Ulrich. Er sah - wie die vielen Zuschauer auch - «einen Klassenunterschied. Ein Sieg, der auch in dieser Höhe verdient ausfiel». Das Resultat dürfte der höchste Sieg in der Geschichte des Aargauer Cups sein. Mit dem 10:0 haben die Zofinger aber auch ein Zeichen an die Ligakonkurrenz gesandt. Ende Mai beginnen die Aufstiegsspiele, nach der Cup-Gala kann der Favorit Nummer eins nur Zofingen heissen. «Wir haben den Gegnern gezeigt, dass wir bereit sind, wenn es draufankommt», sagte Ulrich.

Dottikon, das auf dem Weg in den Final nur auf Viert- und Drittligisten traf, war der technischen Übermacht chancenlos ausgeliefert. Zudem musste das Team von Trainer Nobi Schneider auf die gesperrten Teamstützen Zoran Jovanovic und Gazmend Nuhi verzichten. «Wir haben gehofft, dass wir das Spiel spannend gestalten können. Aber einigen Spielern fehlte die richtige Einstellung», ärgerte sich Captain Valon Shala.

Trotz Debakel gibt es aus Dottiker Sicht auch Positives zu vermelden: Nach der 60. Minute konnten die Kräfte für das wichtige Spiel gegen Birr geschont werden. Mit einem Sieg am Samstag kann sich Dottikon - wie Zofingen - für die Aufstiegsspiele qualifizieren. Zudem sind die Freiämter für die erste Hauptrunde des Schweizer Cups qualifiziert.

Doch gefeiert wurde gestern ausschliesslich auf der Seite des Siegers. Nach dem Cupfinaltag machten sich alle Zofinger Teams auf den Weg in die heimische Trinermatten. Bis die Aufstiegsspiele beginnen, dürfte der Rausch ausgeschlafen sein. Doch der nächste Zofinger Feiertag scheint nach dieser Demonstration nur noch eine Formsache.

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