Österreich

Wegen Kopfstoss gegen Schiedsrichter: Fussballer wird für 70 Spiele gesperrt

Schiedsrichter im Fussball leben bisweilen gefährlich.

Spielleiter als Opfer

Schiedsrichter im Fussball leben bisweilen gefährlich.

Die Tiroler Landesliga, die vierthöchste Meisterschaft in Österreich, sperrte einen Spieler für 70 Partien, nachdem dieser dem Referee einen Kopfstoss verpasst hatte.

Der Schiedsrichter musste wegen einer Verletzung an der Unterlippe ins Spital. Der bestrafte Spieler spricht derweil von einem Missverständnis. Er sei lediglich ausgerutscht, sagte er gegenüber der "Tiroler Tageszeitung".

Der 26-jährige Ismail Gündüz vom SK Rum erhielt die Rekordstrafe des Tiroler Verbandes. Sein Klub kam mit einer Geldstrafe von 257 Euro hingegen glimpflich davon. Der Verein erteilte dem Spieler ein Platzverbot - auch in seiner Funktion als Nachwuchstrainer.

Der Verband ging von einem vorsätzlichen Vergeben aus. Der Spieler selber ist nicht geständig. Er sieht sich als Sündenbock und als Opfer einer Hetzjagd. Die Szene, welche zur Rekordsperre führte, ereignete sich vor einer Woche in den Schlussminuten der Partie gegen die SPG Innsbruck West. Gündüz reklamierte beim Schiedsrichter ein Vergehen eines Innsbruckers am eigenen Torhüter.

Daraufhin wollte ihm der Unparteiische die zweite gelbe Karte wegen Reklamierens zeigen. Der Spieler stürmte auf den Schiedsrichter zu und traf ihn mit dem Kopf an der Lippe. Dieser brach die Partie ab und wurde danach ins Spital transportiert. Er sei lediglich ausgerutscht, schwört Gündüz mit Inbrunst und betont, dass er noch nie eine rote Karte erhalten habe und sich beim Schiedsrichter für den ungewollten Körperkontakt entschuldigt habe. Gündüz überlegt sich nun, in Berufung zu gehen.

Sein bisheriger Verein sieht das anders. Man hofft, dass der gefeuerte Sünder Ismail Gündüz auch in Zukunft bei keinem anderen Verein Unterschlupf finden wird. (nch)    

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