Handball
Wechselbad der Gefühle: Dietikon-Urdorf entscheidet nervenaufreibendes Spiel für sich

Der HC Dietikon-Urdorf schlägt Frick in einem packenden Spiel mit 25:24 und sammelt Punkte gegen den Abstieg

MIchel Sutter
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Jonas Affentranger (mit Ball) erzielte gegen Frick sechs Tore, Teamkollege Luzi Tiefenauer (hinten) schaffte drei Treffer.

Jonas Affentranger (mit Ball) erzielte gegen Frick sechs Tore, Teamkollege Luzi Tiefenauer (hinten) schaffte drei Treffer.

Denkwürdige Szenen spielten sich in der Stadthalle Dietikon gestern Nachmittag ab. Als die Schlusssirene ertönte, stürmten die Spieler von Dietikon-Urdorf in die Mitte der Halle und reckten die Fäuste in die Höhe. Dann bildeten sie eine grosse Traube und tanzten anschliessend im Kreis. Trainer Jan Sedlacek stand an der Seitenlinie, Schweissperlen hatten sich auf seiner Stirn gebildet. Er wirkte müde, aber er lächelte zufrieden.

Nein, Sedlaceks Mannschaft hatte sich mit dem Sieg gegen Frick nicht den Ligaerhalt gesichert. Aber sie hatte einen wichtigen Schritt in diese Richtung gemacht. So gesehen ist der ausgelassene Jubel bei den Limmattalern nachvollziehbar – erst recht, wenn man den Spielverlauf betrachtet. Denn Dietikon-Urdorf erlebte wie schon im Hinspiel in Frick ein Wechselbad der Gefühle.

In den ersten 20 Minuten war Dietikon-Urdorf klar die spielbestimmende Mannschaft. Die Hausherren zündeten ein
offensives Feuerwerk und zogen mit bis zu sieben Toren davon. Frick hingegen wirkte nervös und vergab so manch gute Torchance. Erst vier Minuten vor dem Ende der ersten Hälfte kamen die Gäste in die Partie und holten gleich vier Tore auf. Zur Pause lagen sie «nur» noch mit 9:14 zurück.

Es schien, als würde Frick den Limmattalern nun Paroli bieten können. Doch Dietikon-Urdorf machte dort weiter, wo es kurz vor Ende der ersten Hälfte aufgehört hatte: mit dem Toreschiessen. Bis 20 Minuten vor Schluss waren die Limmattaler auf 19:11 davongezogen. Doch dann wachte Frick auf. Und Dietikon-Urdorf wurde – wie schon im Hinspiel – nervös. Plötzlich war es Frick, das die Tore erzielte. «Frick hatte umgestellt und spielte zeitweise mit einer doppelten Manndeckung», erklärte Jonas Affentranger, der wie Philipp Wüthrich sechs Tore erzielte. Die beiden waren die erfolgreichsten Schützen aufseiten der Limmattaler. Mit dieser Spielumstellung der Fricker hatten Affentranger und seine Teamkollegen grosse Mühe.

Als zweieinhalb Minuten vor Schluss
Samuel Hüsser auch noch der 24:24-Ausgleich gelang, schien es, als würden die Limmattaler die Partie noch aus den Händen geben. Doch dann wurde Affentranger von Claudio Vollenweider unsanft festgehalten. Vollenweider kassierte eine
2-Minuten-Strafe, Dietikon-Urdorf bekam einen Siebenmeter zugesprochen und verwandelte diesen zum 25:24.

Die Partie blieb nervenaufreibend, denn eine Minute vor Schluss kam Samuel Hüsser für Frick zum Abschluss, traf aber nur den Pfosten. Durchatmen beim Heimteam, das im Gegenzug durch Wüthrich auf 26:24 erhöhte. Frick gelang zwar noch der Anschlusstreffer. Zu mehr reichte es den Gästen aber nicht mehr, da Dietikon-Urdorf in der letzten halben Minute den Aargauern keine Torchance mehr zugestand.

Drei Punkte Vorsprung

«Wir hatten mit Frick noch eine Rechnung offen, da wir im Hinspiel in allerletzter Minute das Unentschieden hinnehmen mussten», erklärte Affentranger. «Deshalb wollten wir heute unbedingt gewinnen.»

Und für Affentrangers Team war ein Sieg gegen Frick auch Pflicht, um im Kampf gegen den Abstieg wenigstens mal durchatmen zu können. «Wir haben jetzt drei Punkte Vorsprung auf den Strich», rechnete Affentranger vor. «Ich hoffe, dass das reicht.»

In den beiden verbleibenden Partien muss Dietikon-Urdorf gegen Wohlen und Olten spielen. Keine leichte Aufgabe: Wohlen liegt auf Platz 3, Olten ist sogar Zweiter. Wie wollen die Limmattaler gegen diese beiden Teams bestehen? «Wir müssen einfach noch zwei Punkte holen», sagte Affentranger. Und wenn nicht? Dann könnte Dietikon-Urdorf auf einen Barrageplatz abrutschen, was bedeutet, dass es dann in einer Sechsergruppe gegen fünf andere Teams spielen müsste. Ein schwieriges Unterfangen. «Nur die Mannschaft, die am Ende dieser Barrage auf Platz 1 steht, bleibt in der 1. Liga», erklärte Affentranger. «Deshalb wollen wir auf keinen Fall in die Barrage. «Dann fügte er mit
einem Lächeln hinzu: «Wir möchten stattdessen früher in die Ferien.»