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Wayne Rooney scheint bei Manchester United unerwünscht zu sein - zumindest sieht das sein Trainer so

Starcoach José Mourinho will bei seinem derzeitigen Verein Manchester United Vereinslegende Wayne Rooney loswerden. Ist das ein fataler Fehler?

Martin Probst
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Bei Englands Captain Wayne Rooney scheint es momentan nicht nach Plan zu laufen.

Bei Englands Captain Wayne Rooney scheint es momentan nicht nach Plan zu laufen.

Keystone

Wiederholt sich die Geschichte? Schon einmal hat José Mourinho eine Klublegende abgesägt. 2013 in Madrid. Als er als Real-Trainer entschied, nicht mehr länger auf Star-Goalie Iker Casillas zu setzen.

Ein Bild mit Symbolcharakter: Zwischen Mourinho und Casillas trennten sich gegen Ende ihrer gemeinsamen Zeit.

Ein Bild mit Symbolcharakter: Zwischen Mourinho und Casillas trennten sich gegen Ende ihrer gemeinsamen Zeit.

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Es war der Anfang vom Ende der Zusammenarbeit zwischen dem Portugiesen und den Königlichen. Fans und Spieler reagierten verärgert über die Degradierung von Casillas. Mussten die Klubbosse reagieren? Die Trennung fand offiziell einvernehmlich statt. Oder wurde der Riesen-Töter eben doch geopfert?

Auf jeden Fall hat Mourinho keine Angst vor grossen Namen. Nun trifft es Wayne Rooney bei Manchester United. Gemäss englischen Medien habe der Trainer dem Star-Stürmer nahegelegt, sich einen neuen Verein zu suchen, falls er auch weiterhin regelmässig spielen wolle.

Bei der United ist Rooney eine Ikone. 532-mal ist er bisher für die Red Devils in einem Pflichtspiel aufgelaufen. 246 (!) Tore sind ihm gelungen. Damit fehlen ihm noch drei Treffer, um den Rekord der Klublegende Bobby Charlton zu egalisieren.

Doch Mourinho ist das egal. Er setzte den Rekordtorjäger und Captain der englischen Nationalmannschaft zuletzt mehrmals auf die Ersatzbank. Am Sonntag bei der peinlichen 0:4-Niederlage gegen Chelsea stand der 31-jährige Rooney nicht einmal im Aufgebot – angeblich wegen «muskulärer Probleme».

Mega-Offerte aus China?

Rooney besitzt bei Manchester United noch einen Vertrag bis 2019. Vor ein paar Tagen sagte er den «Manchester Evening News»: «Ich möchte spielen. Ich muss alles versuchen. Meinen Job fürs Team machen, auf meine Chance warten und sie ergreifen, wenn ich sie bekomme.»
Ob er sie überhaupt bekommt, ist ungewiss. Mourinho ist bekannt dafür, an seinen unpopulären Massnahmen festzuhalten. Bis zum bitteren Ende.

Doch welche Optionen hat Rooney? Englische Medien bezweifeln, ob ein Verein aus der Premier League bereit wäre, den Stürmer, der bei Manchester United 300 000 Franken in der Woche verdient, zu übernehmen. Zu teuer! Probleme, die chinesische Vereine nicht kennen. Gemäss der englischen Zeitung «Mirror» wäre der Klub Shanghai SIPG bereit, fast 100 Millionen Franken für Rooney zu bezahlen. Gleichzeitig würde sich das Wochengehalt des Stürmers verdoppeln.

Ob Rooney künftig gemeinsam mit Ex-Porto-Spieler Hulk für Shanghai SIPG auf Torejagd geht? Der Brasilianer wechselte im Sommer für rund 55 Millionen Euro nach China.

Ob Rooney künftig gemeinsam mit Ex-Porto-Spieler Hulk für Shanghai SIPG auf Torejagd geht? Der Brasilianer wechselte im Sommer für rund 55 Millionen Euro nach China.

Keystone

Am Mittwochabend spielt Manchester United im Cup gegen Stadtrivale City. Verliert Mourinho, wird er stärker unter Druck geraten. Rächt sich am Ende erneut die Degradierung eines Stars? Die Riesen-Jagd ist riskant. Weil der Unmut der Fans gefährlich ist.