Tennis

Wawrinkas Genfer Geschäft: Kauft er das Geneva Open?

Stan Wawrinka an einer Pressekonferenz vor den diesjährigen Geneva Open.

Stan Wawrinka soll am Kauf der Geneva Open Interesse zeigen. Er ist in seiner Heimat noch immer stark verwurzelt.

Was als Liebesgeschichte und mit den Titeln 2015 und 2017 begann, entwickelte sich zuletzt zu einer komplizierten Beziehung. Beim Heimturnier in Genf fühlte sich Stan Wawrinka zuletzt nur noch wie ein Geduldeter, spielte ohne Vertrag und nahm zwei Mal eine Wildcard in Anspruch. Zuletzt scheiterte er in der ersten Runde und sagte danach: «Gibt es dieses Turnier im nächsten Jahr noch?» Offenbar interessiert sich der 34-Jährige für den Kauf der Lizenz, die derzeit im Besitz der Geneva Trophy Promotion (GTP) ist, bei der Ion Tiriac und Gerard Tsobanian, die auch das Madrid Open austragen, die Fäden in der Hand halten. Der Anwalt von GTP, Shahram Dini, bestätigt gegenüber «24 Heures», dass seit Monaten Gespräche geführt würden.

Das dürfte mit ein Grund für das zuletzt belastete Verhältnis sein. In Madrid sagte Wawrinka noch, er werde in Genf nicht spielen: «Glauben Sie mir, sie wollen es nicht.» Tsobanian reagiert gelassen auf die Gerüchte: «Das Turnier ist nicht auf dem Markt, aber es gibt natürlich immer eine Schmerzgrenze. Es ist, als würde jemand an einer schönen Villa vorbeilaufen, die aber bewohnt ist.» Es stehe Wawrinka frei, ein Angebot zu unterbreiten. «Er hat ja meine Nummer. Wir können gerne reden.»

Turnier hat sich nicht etabliert

Die Organisatoren dürften gesprächsbereit sein, denn die Geneva Open haben sich nicht nachhaltig etablieren können. Am Samstag wohnten dem Final, in dem mit Alexander Zverev, 22, immerhin die aktuelle Nummer 5 der Welt spielte, nur 100 Zuschauer bei. Turnierdirektor Rainer Schüttler ist zudem seit Anfang Jahr Trainer von Angelique Kerber.

Obwohl Wawrinka seinen Wohnsitz inzwischen nach Monte Carlo verschoben hat, ist er in der Region immer noch stark verwurzelt. So ist er Mitinhaber des Restaurants «La Grappe d’Or» in Lausanne und sass bis Ende 2015 im Verwaltungsrat des HC Lausanne, ehe er aus Zeitmangel und wegen interner Querelen zurücktrat.

Als Geschäftspartner im Werben um die Lizenz der Geneva Open tritt der Genfer FDP-Nationalrat Christian Lüscher, 55, auf, mit dem Wawrinka im Verwaltungsrat der im Fondsmanagement tätigen NFI SA sitzt. Wawrinka äusserte sich bisher nicht zum kolportierten Interesse. Er startet am Montag gegen den Slowaken Jozef Kovalik (ATP 132 ) in die French Open.

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