French Open
Wawrinka: "Nach grossen Titeln ist man immer etwas weggetreten"

Stan Wawrinka gibt nach dem Triumph an den French Open in Paris in einem Interview zu, dass er im besten Match seiner Karriere auch müde fühlte. Und erklärt, wie entspannt seine Vorbereitung mit Coach Magnus Norman war.

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Wawrinka posiert zusammen mit seinem Trainer Magnus Norman mit dem Pokal.

Wawrinka posiert zusammen mit seinem Trainer Magnus Norman mit dem Pokal.

Keystone

Knapp zwei Stunden nach seinem Finalsieg sprach Wawrinka über seinen Erfolg. "Ich verspüre viel stolz", erklärte der nunmehr zweimalige Grand-Slam-Sieger. An seiner Seite stand die eben erhaltene "Coupe des Mousquetaires" und vor ihm hing seine modisch umstrittene, karierte Hose, die er den Journalisten nochmals mit einem strahlenden Lachen präsentiert hatte: "Ich bin offenbar der einzige, der sie mag. Es wurde viel über sie gesprochen. Da ist es lustig, dass sie das French Open gewonnen hat."

Wawrinka posiert mit dem Pokal.
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Wawrinka posiert zusammen mit seinem Trainer Magnus Norman mit dem Pokal.
Der Pokal gehört nur ihm!
Der Pokal scheint nicht ganz leicht zu hantieren sein.
Das Siegerlächeln für die Weltpresse mit dem Pokal – mit ein paar Tränen in den Augen.
Wawrinka und Djokovic umarmen sich an der Siegerehrung.
Wawrinka und Djokovic umarmen sich nach dem harten Finalkampf.
Der Verlierer und der Sieger: Djokovic und Wawrinka posieren für die Weltpresse.
Wawrinka - Djokovic
Novak Djokovic wusste nicht, wie ihm geschah.
Wawrinka packte im dritten Satz sein bestes Tennis aus.
Mit einer tollen Leistungssteigerung holt sich Wawrinka den zweiten Satz.
Djokovic musste im zweiten Satz viel laufen - zu präzise spielte Wawrinka.
Der Romand verzweifelte schier an Djokovic.
Fokussiert: Djokovic spielte fast alles zurück.
Wawrinka gab alles, doch das war im ersten Satz zu wenig.
Das Stadion war bis auf den letzten Platz gefüllt.

Wawrinka posiert mit dem Pokal.

Keystone

Wie fühlt sich dieser Grand-Slam-Sieg im Vergleich zum ersten in Melbourne 2014 an?

Ich versuche nicht, sie zu vergleichen. Dieser Titel ist natürlich sehr speziell, im Final gegen Novak Djokovic, die Nummer 1 der Welt. Er hat in diesem Jahr fast alles gewonnen. Ich verspüre momentan viele Emotionen, aber insgesamt bin ich entspannt. Es wird aber etwas Zeit verstreichen, bis ich wirklich realisiere, was ich erreicht habe. Nach grossen Titeln ist man immer etwas weggetreten.

War das heute die beste Leistung ihrer Karriere?

Es ist sicher einer der besten Matches meiner Karriere, wenn nicht der beste. Gegen Ende des zweiten Satzes fühlte ich mich müde und zweifelte daran, dass ich das Niveau würde halten können. Aber es erging Novak nicht besser. Wir haben beide gekämpft. Und zum Ende des vierten Satzes war ich losgelöst, mir gelangen einige herrliche Rückhand-Schläge. Es ist selten, dass die Schläge so gelingen und dann noch im Final. Es ist ein grossartiges Gefühl.

Was hat Ihnen Ihr Coach Magnus Norman vor der Partie gesagt?

Wir hatten eine gute Unterhaltung. Ich war sehr entspannt am Samstag und auch am Sonntagmorgen – bis etwas 15 Minuten vor dem Match. Dann wurde ich sehr nervös. Ich habe zu mir selber gesagt: 'Was geht hier ab?' Er hat mir gut zugesprochen. Er glaubt immer an mich. Immer findet er die richtigen Worte, um mein Selbstvertrauen zu stärken und mir den Gauben zu vermitteln, dass ich die Nummer 1 der Welt in einem Grand-Slam-Final schlagen kann.

Sie hatten Ihre Nerven während dem Final gut im Griff.

Ich war überrascht, wie ich gespielt habe. Eben weil ich sehr nervös war. Aber ich fühlte mich nie gehemmt. Ich habe die richtigen Entscheidungen getroffen. Ich bin meiner Linie immer treu geblieben. Das ist der einzige Weg für mich, um die Besten zu schlagen.

Nach dem Matchball haben Sie sich lange mit Djokovic unterhalten. Haben Sie sich fast entschuldigt, dass Sie ihm den Titel weggeschnappt haben, den er so sehr wollte?

Wir sind sehr gute Freunde. Wir trainieren fast jede Woche, fast bei jedem Turnier miteinander. Ich verstehe mich sehr gut mit seinem ganzen Team. Natürlich bin ich sehr glücklich, dass ich den Titel geholt habe. Aber ich weiss auch, dass er sich nach diesem Titel sehnt. Ich bin sicher, dass er ihn eines Tages gewinnen wird.