National League

Was in der vierten Playoff-Runde passiert ist: Lugano gnadenlos effizient - Genfer Lebenszeichen dank Wick und Mayer

Die vierten Spiele der Playoffs und der Abstiegsrunde der National League sind auch schon wieder Geschichte. Servette rettet sich vorläufig, der ZSC mit einem deutlichen Sieg, in Davos geht es knapp zu und her und Lugano schlägt zurück. Hier finden Sie das Geschehene auf einen Blick.

Fribourg - Lugano: Lugano gnadenlos effizient

Der HC Lugano reagierte auf die Heimniederlage gegen Fribourg-Gottéron mit einem 3:1-Auswärtssieg und liegt auch in der Serie vorentscheidend 3:1 in Führung.

Fribourg hat es in den Playoffs verlernt, zuhause zu gewinnen. Nachdem es im Jahr 2018 zuvor in der heimischen St-Léonard ungeschlagen war, verlor es nun zum zweiten Mal gegen Lugano. Der Grund ist einfach: Trotz Chancen in Hülle und Fülle schiesst Gottéron viel zu wenige Tore.

Wie es geht, zeigte Lugano. Mitten in eine Druckphase der Freiburger erzielte Jani Lajunen in der 29. Minute das 2:1, weil der ungenügende Fribourg-Goalie Barry Brust den Puck weder blockieren noch aus der Gefahrenzone bringen konnte. Im zweiten Powerplay erhöhte Luca Cunti 45 Sekunden vor dem Ende des Mitteldrittels auf 3:1.

Im Gegensatz zum Auswärtsspiel am Donnerstag reichte dieser Zweitore-Vorsprung für Lugano, weil Fribourg auch im letzten Abschnitt vor dem starken Elvis Merzlikins viel zu ineffizient agierte.

Auf der anderen Seite schlugen sich die Freiburger oft selber. Das 0:1 nach gut drei Minuten war ein Eigentor von Jonas Holös, der den Puck sehr ungelenk ins eigene Tor bugsierte, beim 1:2 sahen Brust und Andrea Glauser schlecht aus.

Aus den vielen Freiburger Chancen resultierte nur der zwischenzeitliche Ausgleich durch Matthias Rossi. Zum Teil war auch Pech dabei. Rossi (10.), Glauser (14.) und PostFinance-Topskorer Michal Birner (24.) trafen lediglich Pfosten oder Latte.

Servette - Bern: Genfer Lebenszeichen dank Wick und Mayer

Genève-Servette hat das Saisonende zumindest um eine Partie hinausgezögert. Die Genfer feierten im vierten Viertelfinal-Spiel gegen Bern beim 4:1 den ersten Sieg und verkürzten in der Serie auf 1:3. Jeremy Wick und Robert Mayer standen dabei im Fokus.

Nach den drei klaren Niederlagen hatte nicht mehr viel für Servette gesprochen. Doch das Team von Trainer Craig Woodcroft stemmte sich vehement gegen das Ausscheiden und gewann nach neun Niederlagen wieder einmal eine Playoff-Partie - und dies völlig verdient.

Jeremy Wick erzielte die beiden Treffer. Nach nur 61 Sekunden bezwang er Leonardo Genoni mit einem "Buebetrickli", in der 49. Minute erhöhte er mit einem Shorthander. Beim zweiten Treffer profitierten die Genfer von einem katastrophalen Fehlpass von Ramon Untersander auf Stéphane Da Costa, der Wick ideal bediente.

Der zweite Matchwinner nebst Wick hiess Robert Mayer. Nach zwei fehlerhaften Partien hatte Woodcroft den Keeper am Donnerstag auf die Bank gesetzt. Nun durfte er wieder ran; er bedankte sich mit einem starken Auftritt.

Erst zwei Minuten vor dem Ende musste er sich von Mark Arcobello bezwingen lassen. Das Berner Aufbäumen kam aber zu spät; Da Costa 53 Sekunden und Tim Traber 10 Sekunden vor dem Ende machten mit ihren Schüssen ins leere Tor alles klar.

Das vierte Duell erinnerte erstmals an die knappen Begegnungen der Qualifikation, in der alle sechs Duelle mit nur einem Treffer Differenz ausgegangen waren. Nicht nur der Goaliewechsel von Woodcroft zahlte sich aus. Michael Keränen zum Beispiel erzielte deutlich mehr Wirkung als Dominic Forget, der einzig bei den Bullys geglänzt hatte. Und Romain Loeffel ist als Verteidiger deutlich besser aufgehoben als wie zuletzt als Stürmer.

ZSC Lions - Zug: Lions demütigen Zug - ZSC mit drei Halbfinal-Pucks

Die ZSC Lions erkämpften sich in der spektakulären Viertelfinal-Serie gegen den Qualifikations-Zweiten Zug drei Pucks für den Halbfinal-Einzug.

Am Samstag demontierten die ungemein kompakten Lions im mit 11'200 Zuschauern ausverkauften Hallenstadion den EVZ mit 5:0. Der Kanadier Drew Shore traf doppelt.

Die Zürcher führen nun mit 3:1 Siegen in der Serie und können bereits am Dienstag in Zug die nächste Runde erreichen. Es wäre der erste Halbfinal-Vorstoss der Stadtzürcher seit 2015.

ZSC-Goalie Lukas Flüeler erreichte im 77. Playoff-Spiel seinen neunten Shutout in der Entscheidungsphase im Kampf um den Titelgewinn. Flüeler war letztmals 2015 in einem Playoff-Spiel ohne Gegentor geblieben. Flüeler benötigte am Samstag 23 Paraden für den Shutout.

In Spiel 3 wurden vier der fünf Treffer von Spielern erzielt, deren Energiereserven bei den ZSC Lions anhand von beschränkter Eiszeit noch gross ist. Shore, der das 2:0 und 5:0 erzielte, war genau wie der Finne Lauri Korpikoski, der Torschütze zum 3:0, im Laufe dieser Serie auch schon überzählig. Und Torschütze zum wegweisenden 1:0 war der erst 19-jährige Marco Miranda aus der vierten Linie.

Miranda brachte die ZSC Lions mit seinem ersten Playoff-Tor und seinem zweiten insgesamt in der National League in der 35. Minute in Führung. Das erste Tor in der obersten Spielklasse hatte der frühere Junior vom ZSC-Partnerteam Dübendorf am 28. November in einem Qualifikationsspiel gegen den gleichen Gegner erzielt (3:4-Niederlage nach Penaltyschiessen der Lions in Zug).

Bei den Gästen wirkte zwar Abwehrchef und Captain Raphael Diaz wieder mit. Dennoch blieb bei den Gästen eine Steigerung aus. Der EVZ wirkte mit Fortdauer der Partie saft- und kraftlos. Am Ende kassierte das Team von Harold Kreis die dritte Niederlage in Folge in dieser Serie.

Mit dem Ende des Startdrittels waren die Emotionen hochgekocht. Verbale Scharmützel weiteten sich zu einem grösseren Gerangel und dem Austausch von einigen Handgreiflichkeiten zwischen zahlreichen Spielern beider Teams aus.

Das letzte Playoff-Aufeinandertreffen hatten die ZSC Lions 2012 gegen Zug ebenfalls zu ihren Gunsten entschieden. Damals war es gar ein Sweep der ZSC Lions im Halbfinal gegen den EVZ gewesen.

Davos - Biel: Offene Ausgangslage dank Davoser Reaktion

Der Viertelfinal zwischen Biel und Davos entwickelt sich zu einem packenden Duell mit völlig offener Ausgangslage. Das vierte Spiel entschied Davos mit 4:2 für sich und glich damit in der Serie zum 2:2 aus.

Der Davoser Trainer Arno Del Curto überraschte wieder mit einem Personalentscheid und liess den 19-jährigen Verteidiger Dominic Buchli in der National League debütieren. Zudem spielten erneut die jungen Stürmer Ken Jäger und Dominic Weder und Yannick Frehner. Del Curto nahm vor dem Spiel in einem TV-Interview die Schuld schon einmal prophylaktisch auf sich, falls es "mit den jungen Spielern" schief gehen sollte.

Doch es ging nicht schief. Im Gegenteil: Buchli hätte in der 12. Minute (Lattenschuss) beinahe gleich auch seinen ersten Treffer erzielt. Die junge Davoser Garde wirkte zwar manchmal noch nicht so abgeklärt, am Ende durfte Del Curto für sich beanspruchen, (wieder einmal) alles richtig gemacht zu haben.

Wie bereits im dritten Spiel bei der 3:5-Niederlage ging Davos 2:0 in Führung - durch zwei frühe Treffer in den ersten beiden Dritteln durch Dino Wieser (2.) und Samuel Walser (22.). Anders als am Donnerstag vermochte der HCD den Vorsprung zu verteidigen. Biel kam zwar im zweiten Drittel auf, zu mehr als den Anschlusstreffern durch Fabian Sutter zum 1:2 (27.) und Beat Forster zum 2:3 (35.) reichte es den Seeländern nicht.

Im Finish, als der EHCB noch einmal auf das 3:3 drückte, verlor Jason Fuchs an der blauen Linie den Puck, Anton Rödin erbte und sorgte eine halbe Minute vor dem Ende mit einem Schuss ins leere Tor für die Entscheidung. Der Sieg war verdient, auch weil nebst Buchli Dino Wieser (24.), Broc Little (44.) und Marc Wieser (53.) mit Latten- und Pfostenschüssen Pech hatten.

Abstiegsrunde:

SCL Tigers und Lausanne gerettet - Ambri vs. Kloten im Playout

In der Abstiegsrunde sind bereits nach drei von sechs Runden alle Entscheidungen gefallen. Die SCL Tigers und Lausanne sind vorzeitig gerettet. Ambri-Piotta hat gegen Kloten im Playout Heimvorteil.

Die Emmentaler und Lausanne retteten sich mit Heimsiegen über Ambri-Piotta (4:1) beziehungsweise Kloten (6:0) vorzeitig. Ambri könnte mit neun Punkten Rückstand auf Lausanne bestenfalls noch zu den Waadtländern aufschliessen, würde aber aufgrund der klar schlechteren Bilanz in den Direktbegegnungen den Kürzeren ziehen (3:12 Punkte).

Immerhin kann Ambri der Heimvorteil für die Best-of-7-Playout-Serie gegen Kloten nicht mehr genommen werden. Diese Serie dürften die Tessiner aber wohl ohne den seit dieser Woche verletzt ausfallenden Captain Michael Fora auskommen müssen. Das Fehlen des Abwehrchefs machte sich am Samstag in Langnau bereits deutlich bemerkbar; denn die Leventiner kassierten drei der vier Gegentreffer im Boxplay.

Bei Kloten wurde Goalie Kevin Poulin, am letzten Spengler Cup Turniersieger mit dem Team Canada, nach den ersten drei Gegentoren in Lausanne ausgewechselt. Auf der Gegenseite benötigte Sandro Zurkirchen 20 Paraden für den Shutout.

Der Verlierer des Playouts wird sich in der Ligaqualifikation gegen den Meister der Swiss League behaupten müssen, um seinen Platz in der obersten Spielklasse behalten zu können.

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