FC Basel
Warum die Länderspielpause für den FCB ein Segen war

Urs Fischer schaut relaxt auf das erste Spiel nach der Länderspielpause. Wo der FCB dennoch eine Baustelle hat und wie es um Mittelfeldstratege Zdravko Kuzmanovic steht.

Calvin Stettler
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«Wenn schon, dann fühle ich positiven Druck.» Ein relaxter Urs Fischer vor der Champions-League-Qualifikation.

«Wenn schon, dann fühle ich positiven Druck.» Ein relaxter Urs Fischer vor der Champions-League-Qualifikation.

Keystone

Unter den Fussballtrainern herrscht Unstimmigkeit: Die einen sehen die Länderspielpause als Fluch, die anderen bezeichnen sie als Segen. Letztlich sind es die ersten Resultate nach dem Einstieg in den Liga-Alltag, die eine abschliessende Beurteilung zulassen. Am Rheinknie scheint der Fall hingegen klar: Statt dem unterbrochenen Spielrhythmus nachzutrauern, gestaltete man beim FCB individuelle Pläne, um die Überbrückungszeit perfekt zu nutzen.

Trainer Urs Fischer zum Beispiel gönnte sich erstmals seit seinem Amtsantritt im Sommer ein freies Wochenende. Die Verschnaufpause nach den ersten impressionsreichen Wochen als FCB-Trainer hätte gut getan. Zwar jettete ein Grossteil des FCB-Kaders im Rahmen der EM-Qualifikation durch Europa, doch der personell reduzierte Trainingsbetrieb büsste deshalb nicht an Qualität ein. „Die Pace im Training war extrem hoch“, fasst Fischer die vergangenen Tage zusammen. Ausgewählte Talente aus der U21-Auswahl ergänzten die Trainingsgruppe. Für Fischer eine ideale Methode, nach dem nächsten FCB-Juwel zu fahnden.

Für den FCB ist in St. Gallen nichts passiert

14 Nationalspieler beschäftigt der FC Basel mittlerweile. Die meisten Spieler haben in ihrer Landesauswahl eine Schlüsselposition inne. In diesem mehrtägigen Zusammenzug der Nationalmannschaften haben mit Thomas Vaclik, Marek Suchy, Birkir Bjarnason und Marc Janko gleich vier Baseler jeweils mit ihrer Auswahl das Ticket für die Europameisterschaft in Frankreich gebucht. „Das gibt Selbstvertrauen“, weiss Fischer. Ein weiterer Grund warum die Nati-Pause aus seiner Sicht ein Segen sein kann.

Dass die Länderspielstrapazen Urs Fischers Pläne in Bezug auf die Aufstellung vom Samstag gegen St. Gallen beeinflussen können, liess der Coach an der freitäglichen Medienkonferenz durchblicken. Obwohl der FC St. Gallen erstmals ohne Jeff Saibene an der Linie sicherlich ein Zeichen setzten will, sieht Urs Fischer keinen Grund zur Beunruhigung: „Wir schauen auf uns und werden uns so vorbereiten, als ob in St. Gallen nichts passiert wäre.“

Angesprochen auf das isländische Fussball-Wunder (Birkir Bjarnason qualifizierte sich mit seinem Land erstmals für eine EM-Endrunde), zollt Urs Fischer den Insulanern Respekt. Gleichzeitig sieht sich der FCB-Trainer in dem bestätigt, was er schon immer predigte: „Es gibt keine kleinen oder einfachen Gegner mehr im Fussball.“

Kuzmanovic vor Comeback

An die Personalfront: Der Serienmeister beklagt ein kurzfristiges Problem auf der Position des Linksverteidigers. Wegen eines Innenbandrisses am linken Knie wird Adama Traoré wochenlang ausfallen. Zudem trainierte Behrang Safari ebenfalls nicht mit. Er kämpft mit einem Schmerz im Bereich der Achillessehne. Darum stellt Fischer klar: „Ich bin froh, dass Naser Aliji zurück ist.“ Als Reaktion auf Traorés Ausfall beendete der FCB das Leihgeschäft mit dem FC Vaduz vorzeitig und lotste das Defensivtalent zurück in die Pharma-Stadt. Der Linksverteidiger wird gegen St. Gallen allerdings noch nicht spielberechtigt sein. Man rechnet damit, dass Michael Lang oder Taulant Xhaka in die Bresche springen wird.

Zudem wird auch Zdravko Kuzmanovic wieder im FCB-Dress erwartet. Der Mittelfeldstratege erholte sich von seiner Verletzung und arbeitete in der Länderspielpause an seinem Comeback. „Zdravko trainierte wieder voll und blieb ohne Beschwerden“, so ein zufriedener Urs Fischer.

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