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Warnsignale aus dem Osten für den FC Zürich

Der FC Zürich wird dem slowakischen Vertreter Spartak Trnava im Playoff der Europa Leaguemit dem nötigen Respekt begegnen. Dass der frühere Meistercup-Halbfinalist im UEFA-Ranking auf Position 262 abgesackt ist, taxiert Urs Meier als unerheblich.

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FC Zürich

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Keystone

Auf der europäischen Bühne hat Zürich seit der Champions-League-Premiere 2009 mehrheitlich nur eine marginale Rolle eingenommen. Zweimal verpasste der FCZ das internationale Business, 2011 erreichte er wenigstens die Gruppenphase der Europa League. Vor zwölf Monaten stürmte der Klub gegen Slovan Liberec in der Qualifikation unbedarft ins internationale Offside. Im diesjährigen Playoff am Donnerstag gegen Trnava soll sich die unvorteilhafte Geschichte nicht wiederholen.

Ungeschlagener Gegner

Trnava, das wie der strategische Partner Ajax Amsterdam mit einem 4-3-3-System anzugreifen pflegt, vergleicht Urs Meier mit dem tschechischen Kontrahenten der letzten Saison: "Es gibt keinen Grund, diese Mannschaft zu unterschätzen. Sie ist ähnlich strukturiert wie Slovan. Die grossen Namen fehlen zwar, aber die Organisation auf dem Platz funktioniert." Für Meier ist es "kein Zufall, dass dieses Team bisher drei Runden überstanden hat". Ungeschlagen und mit 15:4 Toren qualifizierte sich Spartak für das Duell mit dem Schweizer Cupsieger.

Am letzten Europacup-Spieltag schaltete die im eigenen Championat gegenwärtig nur an achter Stelle klassierte Equipe St. Johnstone aus, das zuvor den FC Luzern eliminiert hatte. "Vor einem Jahr wurden wir quasi zweimal auf dem linken Fuss erwischt. Das sollte uns kein zweites Mal passieren. Wir sind gewarnt", sagt Meier – zumal sie selber nach einem perfekten Start zum Championat "etwas ins Stocken" geraten seien. Die in Basel erlebte Enttäuschung (1:4) war in Luzern (1:1) noch immer spürbar.

Dass Burim Kukeli, der im defensiven Zentrum an der Seite von Yapi mehrfach überzeugte, der nach intensiven Comeback-Wochen nun von muskulären Beschwerden gestoppt wurde, und Alain Nef (Gehirnerschütterung) ausfallen, bedauert Meier: "Ihre Erfahrung wäre Gold wert gewesen. Die Forfaits kommen in einem ungünstigen Moment."

Auch FCZ mit guter Bilanz

Und doch wirkt der Zweite der Super League ansatzweise stabiler und taktisch flexibler als im letzten Sommer, obschon er mit Pedro und Loris Benito zwei Schlüsselfiguren verloren hat. Auf Touren kam er in den ersten sechs Meisterschaftsspielen nur beim Titelhalter nicht. Für Meier ist die bisherige Bilanz positiv. "Aufgrund des Spielplans hätte man unsere aktuelle Punktzahl (13) wohl kaum erwartet. Wir haben bereits gegen die Top 4 der letzten Meisterschaft gespielt."

In Zlaté Moravce hat der Coach die Bestätigung des allgemeinen Aufschwungs im Sinn. Er verlangt das richtige Mass an Zweikampfhärte. Sie müssten die Grenzen ausloten, aber die Emotionen gut kanalisieren. Und ihm liegt viel daran, den Eindruck zu widerlegen, seine Mannschaft beherrsche nur das schöne Spiel und sei nicht in der Lage, für den Erfolg zu leiden. (si)

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