Coronavirus und Sport

Wann öffnen Fitness- und Yogacenter? Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Corona-Exitstrategie im Sport

Rund 200'000 Menschen in der Schweiz machen Yoga.

Rund 200'000 Menschen in der Schweiz machen Yoga.

Fitness und Yoga fehlten bislang  in der Exitstrategie Sport für eine Lockerung der Corona-Massnahmen. Am Donnerstag hat das Baspo reagiert und will die beiden Sportarten nun ebenfalls berücksichtigen. Wann können wir wieder trainieren? CH Media beantwortet die wichtigsten Fragen für Freizeitsportler.

In der Schweiz gibt es etwa eine Million Menschen, die in rund 1100 Fitness- und Trainingscentern mehr oder weniger regelmässig trainieren. Rund 200000 Frauen und Männer praktizieren Yoga. In der Exit­strategie Sport für eine Lockerung der Corona-Massnahmen fehlten diese zwei Sportzweige bislang. Freizeitsportler fragten sich nach der Ankündigung von Bundesrätin Viola Amherd, ab Anfang Mai Sportarten ohne Körperkontakt zu erlauben, wann ihre Trainingsmöglichkeit wieder zugänglich sein wird. Die wichtigsten Fragen und Antworten dazu.


Wieso sind Fitness- und Yogacenter nicht Teil der Exit­strategie Sport?

Die Kerngruppe des Bundesamts für Sport zur Exitstrategie stuft Fitness- und Yogacenter in erster Linie als Anlagen ein. Gemäss Covid-19-Verordnung zählen beide zu den Unterhaltungs- und Freizeitbetrieben, wie auch Kinos, Museen oder Zoos. Diese Einteilung ist umstritten. Vor allem Vertreter der Fitnessbranche sehen sich gegenüber anderen Sportarten benachteiligt. «Uns fehlt die Lobby», sagt Claude Ammann, Präsident des Schweizerischen Fitness- und Gesundheitscenterverbandes (SFGV). Fitness- und Yoga-Verbände sind nicht Mitglied von Swiss Olympic, der Dachorganisation des Schweizer Sports. Am Donnerstag hat das Baspo reagiert. Gemeinsam mit den Gemeinden und der Arbeitsgemeinschaft der Schweizer Sportämter sucht man eine Lösung, damit diese Sportaktivitäten beim Lockerungsregime ebenfalls berücksichtigt werden.


Wann ist ein Training im Fitnesscenter wieder möglich?

Das ist noch nicht genauer definiert. In einem offenen Brief fordern der SFGV und die IG Fitness Schweiz, dass alle Fitness- und Gesundheitscenter den Betrieb per 27. April wieder aufnehmen dürfen. Realistisch ist das nicht. Eher darf man mit einer Wiedereröffnung ab 11. Mai rechnen, wenn die zweite Phase der Lockerungen eintritt. Claude Ammann geht fest von diesem Datum aus. Vielleicht hilft eine Integration in die Exitstrategie Sport, dass man als Sportart ohne Körperkontakt eingestuft wird.

Wann sind Yogacenter wieder geöffnet?

Auch hier gilt: Fix ist noch nichts. Der Schweizer Yogaverband hat sich ebenfalls mit einem Brief an den Bundesrat gewandt. Im Schreiben wird verlangt, Einzellektionen ab 27. April und Gruppensitzungen ab 11. Mai freizugeben. Verbandspräsident Roland Haag hat Hoffnung, da Yogastunden problemlos ohne Körperkontakt möglich seien. Aber: «Bis jetzt haben wir keine Signale erhalten, dass wir unsere Studios bald wieder öffnen dürfen.»


Gibt es Schutzkonzepte für Fitness- und Yogacenter?

Ja. Die Fitnessverbände haben gemeinsam ein umfangreiches Konzept eingereicht. Darin wird etwa festgehalten, dass sich pro 10 Quadratmeter Fläche maximal eine Person aufhalten darf. Mitglieder werden per Tröpfchensystem eingelassen, damit sich nicht zu viele Personen auf einmal im Studio befinden. In der Garderobe stehen nicht alle Schränke zur Verfügung, jede zweite Dusche soll abgestellt werden. Überall müssen die Abstandsregeln befolgt werden. Auch der Yogaverband hat eine eigene Schutzempfehlung definiert, die er an seine Mitgliederklubs weitergibt. Eine der Weisungen ist, dass Kunden bereits in Trainingskleidung im Klub erscheinen und diesen so auch wieder verlassen. Zudem müssen die Matten in zwei Meter Entfernung angeordnet werden.


Welche Sportarten will die Exitstrategie Sport zuerst freigeben?

Noch in dieser Woche will die Kerngruppe des Baspo ihr Rahmenkonzept abschliessen. Danach sollen die Details zu den «Sportarten ohne Körperkontakt» bestimmt werden, so dass der Bundesrat an seiner Sitzung vom Mittwoch, 29. April, entscheiden kann. Der Sport ist dort erstmals ein offizielles Traktandum. Welche Sportarten im ersten Schritt konkret profitieren, will das Baspo nicht vorwegnehmen. Man könne sich dies einerseits mit einer gewissen Logik selber ausmalen. Andererseits sei in der Exitstrategie eine derart grosse Dynamik spürbar, dass es fast täglich zu Anpassungen komme. Ebenfalls unklar ist, welches Datum zur Wiedereröffnung Sportministerin Amherd mit «Anfang Mai» genau ins Auge fasst.


Wann folgen Sportarten mit Körperkontakt?

Im Rahmenkonzept zum Sport wird es auch dazu Vorschläge geben. Einen konkreten Zeitplan will oder kann derzeit niemand nennen. Eine realistische Variante ist der 8. Juni, an diesem Datum plant der Bundesrat weitergehende Öffnungsschritte. Ein beschleunigter Fahrplan für den Profifussball ist eher unrealistisch. Man pocht im Baspo auf eine Gleichbehandlung.

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