Tennis
Vor Duell mit Rafael Nadal: Roger Federers Pläne fallen ins Wasser

Roger Federer (37) strebt im Roland-Garros-Halbfinal vom Freitag im sechsten Paris-Duell mit Rafael Nadal (33) den ersten Sieg an. Nach fünf Siegen gegen Rechtshänder trifft er nun auf den besten Linkshänder der Geschichte. Es gelte, in der Vorbereitung keine Zeit zu verlieren.

Simon Häring
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Regen durchkreuzt Roger Federers Pläne.

Regen durchkreuzt Roger Federers Pläne.

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Erstmals seit dem Australian-Open-Final 2017 trifft Roger Federer bei einem Grand-Slam-Turnier wieder auf seinen Erzrivalen Rafael Nadal. Zwar hat er die fünf letzten Duelle gewonnen, sein letzter Erfolg auf Sand liegt allerdings zehn Jahre zurück. Ohnehin ist seine Bilanz gegen Nadal auf dessen bevorzugter Unterlage mit 2:13 bescheiden. Alleine in Paris verlor er fünf Mal - 2005 im Halbfinal, von 2006 bis 2008 und 2011 jeweils im Final.

Erst zwei Spielern ist es gelungen, Rafael Nadal in Paris zu bezwingen: Robin Söderling 2009 in den Achtelfinals und Novak Djokovic 2015 in den Viertelfinals. Dem stehen elf Titel und 91 Siege gegenüber. Mit 58 Titeln und einer 434:39-Siegbilanz (116:2 über drei Gewinnsätze) ist er auf Sand der beste der Geschichte. «Das hat er oft bewiesen», sagt Federer. «Aber ich glaube an meine Chance. Vielleicht ist er krank, hat ein Problem, oder ich spiele überragend.»

Die bisherigen Grand-Slam Duelle
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Federer steht zum vierten Mal in Folge im Final, für Nadal, der einen Monat zuvor zum dritten Mal in Folge die French Open gewinnt, zum ersten Mal mit einem Finalsieg gegen Federer, ist es eine Premiere. Mit einem 6:0, 7:6 (7:5), 6:7 (2:7), 6:3 verteidigt der Schweizer an der Church Road seinen vierten Titel in Folge und wehrt Nadals Angriff ein erstes Mal ab.
Nur die «Coupe des Mousquetaires» fehlt Federer in seiner Trophäensammlung noch. Zwei Wochen zuvor bezwingt er Nadal im Hamburg-Final erstmals auf Sand und beendet dessen Rekordserie von 81 Siegen in Folge auf dessen Lieblingsbelag. Doch in Roland Garros geht er im dritten Jahr in Folge gegen Nadal als Verlierer vom Platz – 3:6, 6:4, 3:6, 4:6.
Zwei Wochen darauf treffen sich Federer und Nadal erneut im Final, diesmal in Wimbledon. Mit seinem fünften Titel in Folge egalisiert Federer die Bestmarken von Björn Borg und Pete Sampras. Er setzt sich mit 7:6 (9:7), 4:6, 7:6 (6:3), 2:6, 6:2 durch und sagt danach ehrfürchtig: «Rafa wird immer besser. Ich nehme jeden Titel, den ich noch bekomme.»
Die Finalqualifikation Federers, geschwächt von den Nachwehen des Pfeifferschen Drüsenfiebers, ist eine Überraschung. Zum dritten Mal in Folge unterliegt er dort Rafael Nadal, der ihm bei seinem 6:1, 6:3, 6:0-Sieg in 1:48 Stunden nur vier Games überlässt. Bis heute ist es Federers brutalste Niederlage. «Er war besser, viel besser», sagt Nadal, der sich sogar entschuldigt.
Der 6:4, 6:4, 6:7 (5:7). 6:7 (6:8), 9:7-Erfolg geht als bestes Spiel in die Geschichte ein. Erst um 21.15 Uhr verwandelt Nadal den Matchball, beendet Federers Traum vom sechsten Sieg in Folge und gewinnt erstmals in London. Das 4:48-Stunden-Epos wird später verfilmt. Federer sagt heute, die Niederlage sei Folge des Paris-Debakels im Monat zuvor gewesen.
«Oh, Gott, das bringt mich um», versagt Federer nach der 7:5, 3:6, 7:6 (7:3), 2:6, 2:6-Niederlage bei der Siegerehrung die Stimme. Nadal legt ihm den Arm um die Schulter. Er hatte zwei Tage zuvor im Halbfinal gegen Landsmann Fernando Verdasco fünf Sätze, fünf Stunden und 53 Minuten benötigt. Nadal gewinnt als erster Spanier überhaupt in Melbourne.
Im Halbfinal bezwingt Roger Federer Novak Djokovic, der zu diesem Zeitpunkt 2011 noch unbesiegt ist und 42 Siege in Folge hatte feiern können. Im Final verliert Federer den Startsatz nach 5:2-Führung und das Spiel mit 5:7, 6:7 (3:7), 7:5, 1:6. Zum vierten Mal trennt ihn nur ein Finalerfolg gegen Nadal vom Titel bei den French Open. Für Nadal ist es der sechste Paris-Titel.

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Regen bis weit nach Mitternacht

Geht es nach dem Baselbieter, hat Nadals Dominanz auf Sand im Wesentlichen damit zu tun, dass er Linkshänder ist. «Gegen einen Linkshänder fühlt es sich niemals natürlich an. Denn meist spiele ich ja gegen Rechtshhänder. Nadal ist es hingegen gewohnt, gegen Rechtshänder zu spielen», sagt Federer. «Es ist ein ganz anderes Spiel. Das grösste Problem ist der Return, weil der Ball zur anderen Seite wegspringt. Es ist eine grosse Umstellung für mich.»

Nach seinem 3:35-Stunden-Sieg gegen Stan Wawrinka sagte Federer, er sei froh, habe er zwei Tage Zeit, um sich mit spezifischem Training auf die Herausforderung vorzubereiten. «Früher hasste ich es, heute liebe ich es, mich dem zu stellen.» Es gelte nun, keine Zeit zu verlieren. Doch am Mittwoch macht ihm das Wetter einen dicken Strich durch die Rechnung. Seit Mittag giesst es wie aus Kübeln. Erst gegen Mitternacht soll der Regen langsam nachlassen.

2011 trafen Roger Federer und Rafael Nadal im Final letztmals in Paris aufeinander.

2011 trafen Roger Federer und Rafael Nadal im Final letztmals in Paris aufeinander.

Keystone

Lüthi: «Training tut Roger gut»

Während Nadal um die Mittagszeit einen Platz reserviert hatte, fehlte Federer auf dem Trainingsplan. Gut möglich, dass er anderswo in Paris in einer Halle mit einem Linkshänder trainiert. Allerdings wären diese Bedingungen nicht mit jenen auf dem Court Philippe Chatrier zu vergleichen. Weil die Familie erstmals nicht mitgereist ist, gibt Federer das Training eine Struktur, sagt Trainer Severin Lüthi der «L'Equipe». «Es tut ihm gut.»

Federer, der vor dem Turnier sagte, er gehe die French Open, die er vor zehn Jahren zum ersten und einzigen Mal gewonnen hat, ohne grosse Erwartungen an, sagte, er freue sich gleichwohl auf das Duell mit Nadal. «Als ich mich dazu entschied, auf Sand zu spielen, hoffte ich, dass es dazu kommt. Denn wenn du auf Sand etwas erreichen willst, musst du früher oder später gegen Nadal gewinnen.» Vielleicht gelingt ihm das 2019 auch erstmals in Paris.

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