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Vor dem wichtigsten Boxkampf des Jahres: Der gefallene König ist zurück

Tyson Fury geht selbstbewusst in den Rückkampf gegen Deontay Wilder.

Tyson Fury geht selbstbewusst in den Rückkampf gegen Deontay Wilder.

Schwergewichtsboxer Tyson Fury überstand schwerste Depressionen und kämpft nun wieder um WM-Titel.

In der Nacht von Samstag auf Sonntag findet der wohl grösste Boxkampf dieses Jahres statt. Die Rede ist vom zweiten Vergleich zwischen WBC Schwergewichtschampion Deontay Wilder und dem Klitschko-Bezwinger Tyson Fury. Nach einem umstrittenen Unentschieden im Dezember 2018 steigen die zwei Schwergewichte wieder gegeneinander in den Ring.

Wie die Premiere verspricht auch der Rückkampf viel Spektakel. Nicht zuletzt dank Wilders unvergleichlicher «Knock-out-Power» und Furys polarisierendem Charakter. Letzterer fasziniert die Fans des Boxsports wie kein anderer.

Der grosse Kampf gegen Klitschko

Tyson Luke Fury wurde am 12. August 1988 in Manchester geboren. Der 31-jährige Brite, der nach Mike Tyson benannt wurde, stammt aus einer Familie Fahrender. Dazu passend ist sein Kampfname «The Gypsy King», was übersetzt so viel heisst wie «Der König der Zigeuner».

Fury ist in seiner professionellen Karriere als Boxer noch immer unbesiegt. Den sportlichen Höhepunkt erreichte er im Jahr 2015. Am 28. November stieg er gegen «Dr. Steelhammer» Wladimir Klitschko in den Ring und kämpfte um den Weltmeistertitel der vier Verbände WBA, WBO, IBF und IBO.

Weltmeistertitel und Absturz

Fury gewann den Kampf über zwölf Runden nach Punkten. Klitschko wurde zum ersten Mal seit über elf Jahren besiegt. Im Jahr 2016 war ein Rückkampf vorgesehen, der jedoch nie stattfand. Fury litt zu jener Zeit an schweren psychischen Problemen. In Interviews mit verschiedenen Sportsendern sprach er ausführlich über diese Zeit in seinem Leben. Fury sagt:

Doch als es dann so weit war, schien das keine Bedeutung mehr zu haben: «Ein paar Tage vor dem Kampf sagte ich zu meinem Vater, sagte ich zu meinen Brüdern, sagte ich zu allen: Sieg, Niederlage oder Unentschieden, ich werde wahrscheinlich nie mehr boxen, weil es mir nichts bedeutet.»

Was danach kam, war eine dunkle Zeit für Fury. 18 Monate lang hätte er jeden Tag gegen sich selbst gekämpft, getrunken, Müll gegessen und Drogen genommen.

Er hätte die Leidenschaft zu leben verloren.

Das Comeback

Doch Fury schaffte es, zurück ins Leben zu finden. Der Wendepunkt war eine Halloweenparty im Jahr 2017. «Ich hatte einen Drink, ich schaute um mich und ich dachte: Was mache ich hier?» Er hätte wieder klar gedacht. Zu Hause ging er in sein Zimmer und betete auf Knien zu Gott, dass dieser ihm helfe. Er sagte zu seiner Frau Paris: «Morgen beginne ich, mein Leben zu ändern». Niemand hätte ihm damals geglaubt und er hätte das schon tausendmal gesagt. Doch dieses Mal war anders.

Fury, zu jener Zeit schwer übergewichtig, begann, wieder zu laufen. Er kam in seinem Zustand jedoch nicht weit, also ging er den Rest der Strecke. Dabei sah er auf seinem Mobiltelefon ein Video von Wilder. «Er sagte: Hah, Tyson Fury hat sich selbst im Stich gelassen, hat seine Familie im Stich gelassen. Er ist so fett, er wird nie zurückkommen», so Fury. «Und ich dachte für mich: Weisst du was, ich werde es dir richtig geben, du bist jetzt meine Motivation». Und Fury kam zurück.

Kampf gegen Wilder

Nach zwei Aufbaukämpfen stieg er im Dezember 2018 gegen Wilder in den Ring und zeigte eine beeindruckende Leistung. In der Nacht auf Sonntag wiederholt sich die Geschichte. Fury ist der Favorit auf einen Punktesieg. Ob er aber Wilders Schlagkraft und einer Niederlage durch Knock-out entgehen kann, wird sich zeigen.

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