Schweizer in Übersee

Vor dem NHL-Restart: Das grosse Rating der verbliebenen Schweizer und das Leben in der Blase

Der Klassenbeste: Roman Josi führt die Rangliste der besten Schweizer NHL-Leistungen an.

Der Klassenbeste: Roman Josi führt die Rangliste der besten Schweizer NHL-Leistungen an.

Eishockey im Hoch-Sommer! Am Samstag nimmt die NHL nach der Corona-Pause ihren Betrieb wieder auf. Zehn Schweizer sind mit dabei. Wer ist in Form? Und wer hat eine missglückte Saison hinter sich? Ein Überblick.

Fünf Monate nach dem Unterbruch der Saison wagt die NHL den Restart. Die Hoffnung ist gross, trotz Corona einen Stanley-Cup-­Sieger zu küren.
Zehn Schweizer Spieler sind dabei, während einer (Sven Bärtschi) aus gesundheitlichen Gründen freiwillig verzichtet. Wie verlief ihre bisherige Saison – die Übersicht.

1 – Nino Niederreiter, 27, Carolina Hurricanes

Note 4: Niederreiter.

Note 4: Niederreiter.

So wirklich zufrieden kann er nicht sein. Die Hoffnung war gross, dass es nach dem aufregenden Playoff 2019 ähnlich weitergehen würde. Aber Niederreiter hatte vor der Pause enttäuschende Monate zu verkraften. Die Saison begann er an der Seite der Stars ­Teravainen und Aho, doch plötzlich schoss er keine Tore mehr. Nun findet er sich in der 3. Linie wieder. ­Gelingt ihm der Turnaround?

Statistik: 69 Spiele, 11 Tore, 18 Assists, Eiszeit pro Partie: 14:49. Note 4.

2 – Roman Josi, 30, Nashville Predators

Note 6: Josi.

Note 6: Josi.

Um seine Leistungen zu beschreiben, genügt ein Wort: grossartig. Captain Josi trägt ­seine Predators, ohne ihn wären sie nicht einmal in der Nähe der Playoffs. Es ist darum auch ­keine Überraschung, dass Josi einer von drei Kandidaten ist bei der Wahl zum besten Verteidiger der Liga. Ist vielleicht auf dem Höhepunkt der Karriere angelangt – oder wird er noch besser?

Statistik: 69 Sp., 16 T., 49 A., 25:47 Min/Sp., Note 6.

3 – Kevin Fiala, 24, Minnesota Wild

Note 6: Fiala.

Note 6: Fiala.

Für ihn kam die Corona-Pause zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Er hatte die besten und konstantesten Wochen seiner Karriere hinter sich, war einer der stärksten Spieler der ganzen NHL. Man hatte das Gefühl, er skore nach Belieben. Nun stellt sich die Frage: Kann er diese Form in die Playoffs retten?

Statistik: 64 Sp., 23 T., 31 A., 15:24 Min/Sp., Note 6.

4 – Yannick Weber, 31, Nashville Predators

Note 4,5: Weber.

Note 4,5: Weber.

Wie fast immer bei ihm: Ein grundsolider Verteidiger, der wertvoller ist als viele meinen.

Statistik: 41 Sp., 1 T., 2 A., 14:01 Min/Sp., Note 4,5.

5 – Gaëtan Haas, 28, Edmonton Oilers

Note 5: Haas.

Note 5: Haas.

Konnte sich etwas entgegen den Erwartungen bereits in seinem ersten Jahr im Team festbeissen.

Statistik 58 Sp., 5 T., 5 A., 9:42 Min/Sp., Note 5.

6 – Dean Kukan, 27, Columbus Blue Jackets

Note 4,5:  Kukan.

Note 4,5: Kukan.

Im Playoff 2019 gelang der Durchbruch, nun den Vertrag verlängert – trotz Verletzungen.

Statistik: 33 Sp., 1 T., 4 A., 15:58 Min/Sp., Note 4,5.

7 – Luca Sbisa, 30, Winnipeg Jets

Note 4,5: Sbisa.

Note 4,5: Sbisa.

Seine NHL-Karriere war fast schon zu Ende, nun überzeugt er noch einmal regelmässig.

Statistik: 44 Sp., 2 T., 8 A., 17:56 Min/Sp., Note 4,5.

8 – Denis Malgin, 23, Toronto Maple Leafs

Note 3: Malgin.

Note 3: Malgin.

Im Frühjahr aus Florida gekommen, aber auch am neuen Ort glücklos. Eine Enttäuschung.

Statistik: 8 Sp., 0 T., 0 A., 10:21 Min/Sp., Note 3.

9 – Jonas Siegenthaler, 23, Washington Capitals

Note 5,5: Siegenthaler

Note 5,5: Siegenthaler

Welch tolle Entwicklung! Fester Bestandteil eines der besten Teams, defensiv herausragend.

Statistik: 64 Sp., 2 T., 7 A., 15:44 Min/Sp., Note 5,5.

10 – Philipp Kuraschew, 20, Chicago Blackhawks

Noch ohne Note: Kuraschew.

Noch ohne Note: Kuraschew.

Seine Zeit kommt – vielleicht schon früher als erwartet. Wurde überraschend nominiert.

Statistik: Noch keine NHL-Spiele.

Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Re-Start

Ab dem 1. August spielen 24 Teams unter Ausschluss der Zuschauer um den Stanley Cup. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zum anstehenden Wiederbeginn.

Ist je so spät NHL-Hockey gespielt worden?

Nein. Die Playoffs werden spätestens am 4. Oktober zu Ende sein. So spät wie noch nie. In normalen Zeiten beginnt die neue Saison Anfang Oktober. Der Start zur Saison 2020/21 ist für den 1. Dezember geplant. Das bedeutet, dass Pius Suter erst im November ins NHL-Trainingscamp einrücken muss. Ob er vorher noch für die ZSC Lions spielen darf, ist noch offen.

Gibt es einen Heimvorteil?

Nein. Gespielt wird in Toronto und Edmonton. Ab den Halbfinals finden alle Partien in Edmonton statt. Obwohl 18 der 24 zu den Playoffs zugelassenen Teams in den USA beheimatet sind, ist es wegen der Coronakrise nicht möglich, in den USA zu spielen. Aber bei leeren Stadien gibt es keinen Heimvorteil für Edmonton und Toronto. Die Kanadier müssen wohl weiterhin auf den ersten Stanley-Cup-Sieg seit 1993 (Montréal) und den nächsten Final seit 2011 (Vancouver) warten.

Gibt es Stimmung in den Stadien?

Ja, zumindest theoretisch. Zwar sind es «Geisterspiele» ohne Zuschauer (bis auf ein paar spezielle Gäste). Aber alle Teams dürfen vor einer Partie ihre Pre-Game-Show und bei den Toren ihren Goal-Song laufen lassen. Es wird also tönen wie zu Hause. Zudem wird die TV-Abdeckung ausgebaut. Jedes Spiel wird von 32 Kameras abgedeckt statt wie üblich nur von 20.

Leben die Spieler wie auf einem anderen Planeten?

Ja. Die Spieler und Betreuer werden in Toronto und Edmonton in einer «Bubble» («Blase») eingesperrt. Pro Club sind 52 Personen zugelassen. 220 Sicherheitsleute garantieren, dass in den ersten 14 Tagen niemand die «Bubbles» verlässt. Sie umfassen die in Stadionnähe gelegenen Hotels, die Stadien, die Trainingszentren, je 14 Restaurants, Pubs, Cafés und Zerstreuungsmöglichkeiten wie Tennisplätze und Fitnesscenter. Nach 14 Tagen sind Teamausflüge erlaubt. Verwandtenbesuche sind ab den Conference-Finals vorgesehen.

Wird die Übung bei positiven Tests abgebrochen?

Nein. Alle Personen, die sich in der «Bubble» aufhalten, werden täglich getestet. Bei positiven Fällen muss nicht das ganze Team in Quarantäne. Nur der betroffene Spieler wird isoliert. In der ersten Woche wurden bei 2618 Tests zwei Fälle registriert. Spieler, die sich dem Risiko nicht aussetzen wollen, müssen die Playoffs nicht bestreiten und haben dadurch keine Lohneinbusse. Sven Bärtschi (Vancouver) verzichtet auf die Playoffs.

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