Ski nordisch

Vom japanischen Flugsaurier, der niemals müde wird

Sollte Noriaki Kasai bis 2026 durchhalten, stehen für den Japaner womöglich die Winterspiele in seinem Heimatort Sapporo an.

Sollte Noriaki Kasai bis 2026 durchhalten, stehen für den Japaner womöglich die Winterspiele in seinem Heimatort Sapporo an.

Der Skispringer Noriaki Kasai ist mit seinen 43 Jahren auf dem Weg zu immer neuen Rekorden. Wurde das japanische Urgestein im Februar noch ältester Podest-Springer der Geschichte, wird er am Wochenende zum 500. Mal im Weltcup antreten. Ein einmaliger Meilenstein.

Als sich ein 16-jähriger Jungspund am 17. Dezember 1988 im japanischen Sapporo erstmals im Profizirkus auf den Absprungbalken setzte, konnte niemand ahnen, welch ausserordentliche Karriere diesem Noriaki Kasai bevorstand. In 27 Saisons - in der Saison 1994/95 pausierte er - flog der Japaner 60-mal aufs Weltcup-Podest. Einem ersten Sieg im zarten Alter von 19 Jahren folgten 16 weitere Einzeltriumphe.

Die unglaublichen Rekorde des Noriaki Kasai

Bezeichnend für Kasai ist auch, dass diese Erfolge verstreut über seine gesamte Karriere zustande kamen. Seine Beständigkeit - Kasai gehörte während fast drei Jahrzehnten zur Weltspitze - hat dem sympathischen Japaner zum Legendenstatus verholfen. Am Wochenende wird Kasai nun die nächste Bestmarke knacken: Er bestreitet im polnischen Wisla sein 500. Weltcup-Springen.

Der Methusalem des Skisprungs wurde im Laufe seiner Karriere richtiggehend zum Rekordjäger. Bevor Kasai am 12. Februar 2016 im norwegischen Vikersund zum ältesten Podest-Springer der Geschichte wurde, hielt er schon eine ganze Reihe von beeindruckenden Rekorden.

Simon Ammann als Schweizer Dauerbrenner

Auch die Schweiz hat einen jener unermüdlichen Skispringer hervorgebracht. Die Rede ist vom vierfachen Olympiasieger Simon Ammann. Die Karriere des Toggenburgers weist erstaunliche Parallelen zu jener Kasais auf: Auch Ammann stieg mit 16 Jahren ins Profi-Geschäft ein. Auch er gehört seither zur Weltspitze und kann an einem guten Tag noch aufs Podest springen. Auch er ist mit seinen 34 Jahren mittlerweile einer der «alten Hasen» im Skisprungzirkus. Auch er kann eindrückliche Rekorde sein Eigen nennen. So ist Ammann beispielsweise der erfolgreichste Einzelskispringer aller Zeiten bei Olympischen Spielen.

Was Rekorde angeht, hat Ammann jedoch trotz grossartiger Erfolge - wie seine vier olympischen Goldmedaillen und seine 79 Podestplätze im Weltcup (davon 23 Siege) - gegenüber Kasai noch einiges aufzuholen.

Kasai will nicht vor 2026 aufhören

Es ist allerdings nicht anzunehmen, dass der Schweizer einen jener Rekorde, die nur wahre Altmeister halten können, von Kasai übernehmen wird. Man darf wohl davon ausgehen, dass sich auch der Name Simon Ammann in die prominente Liste jener Skispringer einreihen wird, welche die Karriere von Kasai überdauert hat. Während Ammann sich schon mehrfach mit dem Thema Rücktritt auseinandergesetzt hat, kommt das für Noriaki Kasai noch lange nicht in Frage. Bis zu seinem 50. Geburtstag wolle er auf jeden Fall noch weitermachen, sagt er stets. Sollte nun aber sein Heimatort Sapporo den Zuschlag für die Olympischen Winterspiele 2026 erhalten, so wäre es nicht utopisch anzunehmen, dass man in zehn Jahren bestaunen darf, wie der japanische Flugsaurier mit fast 54 Jahren ein letztes Mal abhebt.

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