Eishockey

Vom Bandengeneral zum HD Läppli

Erreicht Lars Leuenberger seine Mannschaft noch?

Erreicht Lars Leuenberger seine Mannschaft noch?

Biel besiegt den SCB 4:3 n.V. Erstmals seit dem Aufstieg von 1986 verliert der SCB sechsmal in Serie. Aber Trainer Lars Leuenberger schliesst einen Rücktritt aus.

Welch ein Schauspiel im Kabinengang des prächtigen neuen Bieler Hockey-Tempels! SCB-General Marc Lüthi schreitet zornentbrannt Richtung Kabine, schmettert die Türe wuchtig zu und tobt drinnen. Ein gewaltiges Donnerwetter geht über der Mannschaft nieder. Sein heiliger Zorn ist verständlich. Denn dümmer kann ein Spiel fast nicht verloren gehen. Der SCB, ein disziplinloser Haufen auf und neben dem Eis. Der Auftakt zur «Überlebenswoche» mit den Partien in Lausanne, Ambri und gegen Zug ist gründlich missglückt.

Ein historischer Vergleich

Der Ausdruck «Überlebenswoche» aus der Militärsprache ist durchaus treffend. Denn mit einem militärischen Vergleich lässt sich die SCB-Misere gut erklären. Die Mannschaft ist vom taktischen Drill- und Zuchtmeister Guy Boucher völlig demoralisiert worden. Ein historischer Vergleich drängt sich auf: 1919 setzte der Bundesrat Divisionär Fritz Gertsch nach zwei Jahren ab. Er war der gefürchtetste Soldatenschinder seiner Zeit und demoralisierte die legendäre Berner Division gänzlich. Aber so wie Guy Boucher von Marc Lüthi durch alle Böden hindurch verteidigt wurde, so genoss Fritz Gertsch den Rückhalt von General Wille und blieb viel zu lange im Amt.

Inzwischen ist Guy Boucher abgesetzt worden – und wir haben nun das andere Extrem. So wie Guy Boucher die Karikatur eines überdrehten Bandengenerals war, so sind Lars Leuenberger und sein Assistent Marco Bayer Karikaturen ohnmächtiger Banden-HD-Soldaten ohne jede Autorität. Das 3:3, das den Weg in die Niederlage ebnete (3:4 n.V), war die Folge einer Strafe die sich Lars Leuenberger und sein Assistent Marco Bayer durch wiederholtes reklamieren bei den Schiris einhandelten.

Die Uhr war Schuld

Lars Leuenberger monierte, man habe die Schiris vergeblich auf die nicht laufende Uhr aufmerksam gemacht. «Und wenn man etwas anständig sagt und nicht verstanden wird, dann muss man deutlicher werden. Wäre die Uhr korrekt gelaufen, dann hätten wir das 3:3 Sekunden vor der zweiten Pause nicht kassiert.»

Die Berner haben noch immer nicht kapiert, dass nicht die Schiedsrichter oder sonstwer für ihre missliche Lage verantwortlich sind. Sondern sie selbst. Sie taumeln führungslos in die «Überlebenswoche».

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