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Vom Absteiger zum Rekordmeister – der steile Aufstieg des Joël Mall

Joël Mall spielte mit GC im Testspiel gegen den FC Biel auf dem GC-Campus in Niederhasli.

Joël Mall spielte mit GC im Testspiel gegen den FC Biel auf dem GC-Campus in Niederhasli.

Der ehemalige FC-Aarau-Torhüter Joël Mall will bei GC die Nummer 1 werden. Seinen Ex-Klub hat der 24-Jährige aber noch nicht vergessen. «Ich werde die Zeit beim FCA in bester Erinnerung behalten», sagt Mall.

Wenn Joël Mall von seinem neuen Arbeitgeber spricht, gerät er ins Schwärmen. «Bei GC ist alles viel professioneller. Wenn man vom kleinen Brügglifeld hier auf den Campus kommt, schätzt man dies extrem.» Dass der Rekordmeister für den 24-Jährigen eine Herzensangelegenheit ist, sieht man dem 1,93-Meter-Hünen an. Mall spricht mit Stolz über seinen Transfer.

Diesen präsentierte er auch im sozialen Netzwerk Instagram. Dort sieht man den kleinen Joël in einem GC-Shirt. «Ich bin mit GC-Fans aufgewachsen. Wir besuchten regelmässig die Spiele im Hardturm», erzählt Mall. Doch nicht nur er war seit klein auf ein Teil der GC-Familie. Schon sein Vater spielte für die Handballsektion des Grasshopper Club.

Joel Mall präsentiert seinen neuen Klub stolz auf Instagram.

Joel Mall präsentiert seinen neuen Klub stolz auf Instagram.

Ein Verbleib in Aarau wäre eine Option gewesen 

Die Unruhen in der letzten Saison rund um den ehemaligen Nobelklub GC gingen auch an Mall nicht spurlos vorbei. «In der vergangenen Spielzeit konnte man viel lesen, aber wir Spieler können das sowieso nicht beeinflussen.» Der ehemalige FCA-Torhüter spricht viel lieber über die guten Trainings mit Goalietrainer Christoph Born als über das Innenleben des Vereins.

Auch Pierluigi Tami war einer der Gründe, warum er sich nach dem bitteren Abstieg mit Aarau für die Grasshoppers entschieden hat. Auch wenn Mall betont, dass der Gang mit dem FCA in die Challenge League «eine Option gewesen wäre», sieht man ihm an, wie froh er ist, in der Super League bleiben zu dürfen.

Joël Mall verabschiedet sich vom FC Aarau

Joël Mall verabschiedet sich vom FC Aarau.

Danke Joël Mall! Mit diesem Video verabschiedete sich der Club von seinem Goalie.

Danke Joël Mall! Mit diesem Video verabschiedete sich der Club von seinem Goalie.

Konkurrenzkampf mit Vasic

Ob Mall dann aber auch Spiele in der höchsten Schweizer Spielklasse bestreiten darf, steht in den Sternen. Bei GC hat er keine Stammplatzgarantie mehr. Mit Vaso Vasic hat der Brugger einen starken Konkurrenten im Kampf um die Nummer 1 im GC-Tor.

Vasic konnte zu Beginn der letzten Saison den nach Duisburg abgewanderten Daniel Davari verdrängen – immerhin ein ehemaliger Bundesligatorhüter und Nationalspieler des Iran. «Ich gebe in jedem Training Vollgas. Klar rechne ich mir Chancen auf die Nummer 1 aus, aber am Schluss entscheidet der Trainer», sagt Mall diplomatisch.

Seit drei Wochen trainiert der 24-Jährige bereits auf dem GC Campus in Niederhasli. Der Aargauer war auch im Trainingslager im österreichischen St. Anton dabei. Neben harten Trainings und einem Testspiel gegen die Spielgemeinschaft Vorarlberg (18:0) stand auch Teambuilding auf dem Programm. «Wir machten eine schöne Wanderung, allerdings war es sehr heiss», sagt er lachend.

Mall behält Aarau im Herzen

Der Brugger hat seinen ehemaligen Klub noch nicht vergessen. Bei Aarau begann Mall bei den U15-Junioren und arbeitete sich kontinuierlich nach oben. «Ich hatte eine schöne Zeit beim FC Aarau und werde sie in guter Erinnerung behalten», sagt Joël Mall ein wenig wehmütig.

Nach dem Abstieg ging er in die Ferien und erholte sich auf der Ferieninsel Mallorca. Für Aufregung sorgte ein Foto, das im «Blick» veröffentlicht wurde. Dort sieht man den neuen GC-Torhüter mit einer Zigarette im Mund. «Schade, dass man ein solches Foto weiterschickt. Dinge, die in den Ferien passieren, gehören nicht ins Tagesgeschäft.» Für ihn sei die Sache aber abgehakt. «Ich konzentriere mich nur auf GC», verspricht er.

Viel Zeit für solche Nebenschauplätze bleiben sowieso nicht mehr. Am 19. Juli starten die Hoppers mit einem Auswärtsspiel in Thun in die neue Saison. «Dann will ich im Tor stehen», sagt Mall selbstbewusst.

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