Fifa-Skandal
Vizepräsident Jeffrey Webb: Der Fifa-Komet droht zu verglühen

Der Mann von der Steueroase Cayman Islands hat eine steile Funktionärskarriere hingelegt und wurde als möglicher Nachfolger von Sepp Blatter gehandelt. Nach seiner Verhaftung dürfte es damit vorbei sein.

Raphael Biermayr
Merken
Drucken
Teilen
Webb wird als Nachfolger von Blatter gehandelt.

Webb wird als Nachfolger von Blatter gehandelt.

Keystone

Im Jahr 1991, dem Startpunkt der laufenden Ermittlungsperiode der US-Justizbehörden, wurde Jeffrey Webb mit 26 Jahren bereits Präsident des Fussballverbands seines Heimatlands (damals rund 26 000 Einwohner). In den Folgejahren diente er sich im Fussballverband von Nord- und Zentralamerika sowie der Karibik (Concacaf) hoch, zu dessen Präsident er vor drei Jahren einstimmig gewählt wurde. Als erste Amtshandlung strengte der Anwalt eine Untersuchung gegen seinen Vorgänger Jack Warner an. Das Resultat: Mehrere Millionen Dollars waren veruntreut worden.

Ab 1995 hatte der erfolgreiche Rechtsanwalt auch zahlreiche Funktionen in der Fifa inne. 2012 wurde er zu einem der acht Vizepräsidenten der Fifa und damit ins Exekutivkomitee gewählt, die Bestätigung erfolgte vor rund einem Monat. „Das zeigt das Vertrauen in seine Führungsqualitäten", twitterte Sepp Blatter zur Gratulation. Webb gehörte zu den stärksten Fürsprechern der Veröffentlichung des sogenannten Garcia-Berichts, der wegen der ständigen Korruptionsvorwürfe von der Fifa selbst in Auftrag gegeben worden war.

Webb wird als Nachfolger von Blatter gehandelt, seit jener diese Möglichkeit vor zwei Jahren in einem Nebensatz selbst erwähnte. Webb sagte darauf angesprochen im schönen Fifa-Sprech: „Vor wenigen Jahren hätte ich es mir nicht träumen lassen, Fifa-Vizepräsident zu werden. Es geht darum, dem Spiel etwas zurückzugeben."

Angesichts der jetzt im Raum stehenden Anklagepunkte dürfte der Komet Jeffrey Webb wohl verglühen.