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Vierschanzentournee: Dawid Kubacki, der doppelte Sieger

Dawid Kubacki wird nach der Entscheidung von seinen Teamkollegen gefeiert.

Dawid Kubacki wird nach der Entscheidung von seinen Teamkollegen gefeiert.

Tagessieg in Bischofshofen und Gesamtsieg an der Vierschanzentournee: Der Pole Dawid Kubacki triumphiert auf der ganzen Linie.

Dawid Kubacki hat beim abschliessenden Springen der Vierschanzentournee die knappe Führung erfolgreich verteidigt. Der Weltmeister aus Polen veredelte seinen Triumph mit dem Tagessieg in Bischofshofen. Eine so enge Konstellation zwischen gleich vier Tournee-Anwärtern wie am gestrigen Tag hatte es zuvor in den vergangenen zwei Jahrzehnten nie gegeben. Und doch kam beim Final in Österreich kaum Spannung um den goldenen Adler auf, denn Kubacki agierte schlicht zu überlegen. Der Champion aus Polen setzte den herausragenden Schlusspunkt und zeigte mit 143 und 140,5 m in beiden Durchgängen die weitesten Flüge.

Kubacki rechtfertigt ­glückhaften WM-Titel

«Ich war fokussiert auf das, was ich auf der Schanze machen muss. Das ist es», sagte der 29-Jährige. «Als ich gelandet bin, habe ich den Sieg bereits realisiert.» Der Weltmeister von der Normalschanze in Seefeld 2019 krönte sich als dritter Pole nach Adam Malysz und Kamil Stoch zum Gesamtsieger. Für Kubacki, der bei den vier Stationen in Oberstdorf, Garmisch-­Partenkirchen, Innsbruck und Bischofshofen die Positionen drei, drei, zwei und eins belegte, ist es der grösste Erfolg seiner Karriere. Der Pole kam gerade rechtzeitig in Form, denn bei der Hauptprobe in Engelberg musste er sich noch mit den Plätzen 22 und 47 begnügen. In Bischofshofen hat der 29-Jährige erst sein zweites Weltcup­springen überhaupt gewinnen können. Mit seinem gestrigen Triumph hat er gleichzeitig seinen aufgrund von Wetterkapriolen etwas glückhaften Weltmeistertitel auf der Normalschanze von Seefeld im vergangenen Jahr gerechtfertigt.

Während die polnischen Springer Kubacki auf Schultern durchs Stadion trugen, feierte auch ein weiterer Athlet ausgiebig. Der Junioren-Weltmeister von 2018 und Tournee-Debütant Marius Lindvik aus Norwegen freute sich über Platz drei und den zweiten Rang in der Gesamtwertung. Der Sieger von Garmisch-Partenkirchen und Innsbruck betonte am Ende strahlend: «Ich habe vor der Vierschanzentournee gehofft, in die Top Ten zu kommen. Jetzt bin ich Zweiter, es ist ein Wahnsinn. Die Möglichkeit zu gewinnen war da, aber Kubacki war stärker.»

Titelverteidiger Kobayashi schwächelte

Die Vorentscheidung auf dem Weg zum Gesamtsieg an der 68. Vierschanzentournee hatte der Kubacki am Montagabend im ersten Durchgang gelegt. Der Pole segelte bis auf 143 Meter hinunter, nachdem der Deutsche Karl Geiger zunächst starke 140 Meter vorgelegt hatte. Von beiden anderen Titelanwärtern hielt nur Lindvik mit, der im ersten Durchgang bei 139 Metern landete. Der Titelverteidiger Ryoyu Kobayashi aus Japan hingegen fiel mit 135,5 Metern aus der Entscheidung. Sein Selbstverständnis, dass er bei Topsprüngen besser ist als die anderen, ist plötzlich weg. Prompt schlichen sich beim Sieger von Oberstdorf auch in Bischofshofen unerklärliche Fehler ein. Vor Jahresfrist hatte der Japaner noch den Grand Slam mit Siegen in allen vier Springen geschafft.

Kobayashi wurde in der Over­all-Wertung sogar noch vom Deutschen Karl Geiger ­abgefangen. Der Oberstdorfer belegte in Bischofshofen – wie schon auf seiner Heimschanze und beim Neujahrsspringen – den zweiten Rang. Dawid Kubacki siegte im Gesamtklassement mit umgerechnet 11 Metern vor Lindvik und deren 13 vor Geiger. Vor dem Springen in Bischofshofen waren die Top vier noch innerhalb von 7,5 Metern positioniert gewesen.

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