Simon Ammann
Verliert Simon Ammann Goldmedaille?

Die österreichischen Skispringer sind schlechte Verlierer. Nachdem sie bei ersten Springen in Vancouver leer ausgegangen, werfen sie Simon Ammann nun Mauscheleien mit der Bindung vor. Sie verlangen eine Überprüfung.

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Simon Ammann fühlt sich offensichtlich auch auf dem grossen Bakken wohl

Simon Ammann fühlt sich offensichtlich auch auf dem grossen Bakken wohl

Keystone

Dank seiner neuartigen Bindung könne Ammann mehr Vorlage geben, weil der Ski schneller reagiert, erklärt der österreichische Skispringer Wolfgang Loitzl gegenüber österreichischen Medien. Die Österreicher äussern Zweifel, ob die Bindung erlaubt ist und verlangen, dass die FIS das Ski und Bindung überprüft.

«Die Frage ist: Gibt es eine Zulassung? Gibt es ein Protokoll dazu? Entspricht die Bindung der Internationalen Wettkampfordnung?», sagt Cheftrainer Alexander Pointner klar. Einen Protest gegen den Sieg Ammans auf der kleinen Schanze will Pointer aber nicht. «Ich möchte von vorneherein klarlegen, dass es in keinster Weise gegen irgendjemand ist, um eine Leistung zu schmälern», behauptet der Cheftrainer.

«Keine Lappalie»

Es sei aber keine Lappalie. Pointer geht es nicht um die Vergangenheit, sondern um die Zukunft, wie er sagt. Und die findet bekanntlich mit dem Springen von der Grossschanze am kommenden Samstag statt.

Die Trainingsleistung der letzten Tage lassen für die Österreicher die Goldmedaille in weite Ferne rücken, denn Ammann dominiert die Trainings mit Bestweiten nach Belieben. Was liegt da also näher, als für etwas Verunsicherung zu sorgen, indem man das Material des Gegners in ein schiefes Licht rückt.

Haben Österreicher Entwicklung verpennt?

Die Österreicher geben auch zu, seit längerem an einer ähnlichen Bindung zu arbeiten, ja es gar in der Schublade zu haben. Wieso sie es nicht einsetzen, dazu sagt Pointer nichts. Der Verdacht liegt nahe, dass die Österreicher die Entwicklung nicht rechtzeitig zu Ende gebracht haben. Nun wollen sie das Material verbieten lassen.

«Man muss sagen, dass man im Skisprungsport schon sehr oft auf etwas gekommen ist und dann ist man auf den Zug aufgesprungen und dann ist es einfach verboten worden», so Pointner.

Klar ist: Ist die Bindung regelkonform, wird Ammann damit auch am Samstag auf der Grossschanze springen. Ist sie nicht regelkonform, dann droht ihm nachträglich sogar die Disqualifikation. Ammann verliert seine Goldmedaille an den Polen Adam Malysz. Der viertplatzierte Finne Janne Ahonen käme aufs Podest. (rsn)