Ski alpin
Verlieren die österreichischen Männer erstmals seit 1992 Rang 1 im Ranking?

Die Unbesiegbaren wanken. Denn anders als in den vergangenen 24 Jahren liegen Österreichs Männer nur noch mit 265 Punkten Vorsprung in Front. Mit einem starken Auftritt der Franzosen in St. Moritz könnten diese der jahrelangen Dominanz der Österreicher im Weltcup ein Ende setzen.

Martin Probst, St. Moritz
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Alexis Pinturault (Mitte) und seine französischen Teamkollegen sind den Österreichern mit Philipp Schörghofer (links) und Marcel Hirscher dichter als gewohnt auf den Fersen.

Alexis Pinturault (Mitte) und seine französischen Teamkollegen sind den Österreichern mit Philipp Schörghofer (links) und Marcel Hirscher dichter als gewohnt auf den Fersen.

Keystone

Die Nervosität steigt in Österreich. Es werde Personalrochaden geben, sagte vor kurzem Andreas Puelacher. Der österreichische Männerchef weiss, was auf dem Spiel steht. Seit 1992, als die Schweizer Männer ganz oben standen, waren die österreichischen Athleten in jedem Winter die erfolgreichsten Punktesammler. Und zwar deutlich.

Und in dieser Saison? Österreichs Männer liegen zwar vier Rennen vor dem Ende der Saison erneut auf Platz eins der Nationenrangliste. Doch nur 265 Punkte dahinter lauern die Franzosen. Mit erfolgreichen Auftritten am Weltcupfinal in St. Moritz könnten sie die Österreicher noch überholen und deren 24-jährige Dominanz beenden. Am knappsten in all diesen Jahren ging das Duell 1994 zugunsten der Österreicher aus. Damals holten sie 916 Punkte mehr als die Norweger. Seither siegten unsere Nachbarn mit einer Ausnahme (2010: 965 Punkte vor der Schweiz) jeweils mit über 1000 Punkten Vorsprung.

Im Ranking zeigt sich das Problem der Österreicher. Während die Techniker um Marcel Hirscher, der in dieser Saison bisher alleine 1625 Punkte gewann, regelmässig das Zählerkonto füllen, enttäuschen in diesem Winter speziell die Abfahrer. Im Disziplinenranking liegt Hannes Reichelt als bester Österreicher nur auf Rang 10. «Natürlich denken die Athleten darüber nach, sie wollen ja zeigen, dass sie gut sind», sagte Männerchef Andreas Puelacher im ORF.

Auch die Frauen knacken Tausender-Grenze

Österreichs Frauenteam belegt im Nationenranking seit 1999 Rang eins. Mit Ausnahme der Saison 2010, als sie den Winter nur 179 Punkte vor den deutschen Athletinnen abschlossen, gelangen auch den Frauen aus unserem Nachbarland jeweils 1000 Punkte und mehr Differenz. In dieser Saison liegen sie vier Rennen vor Schluss 374 Punkte vor den Italienerinnen und 599 vor den Schweizerinnen.

Am deutlichsten ist die Situation im Gesamtweltcup. Im Nationenranking führen Österreichs Athletinnen und Athleten mit 1412 Punkten vor Italien. Seit 1989, als die Schweizerinnen und Schweizer im Ranking vorne lagen, ist Österreich ungeschlagen. Diese Serie wird wohl weitergehen. Doch speziell bei den Männern wanken die Unbesiegbaren.