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Vendée Globe: Sechs Frauen starten bei der Segel-Regatta der Superlative – das sind die wichtigsten Zahlen und Fakten

Normalerweise verabschieden wie hier 2012 Zehntausende die Seglerinnen und Segler im Hafen von Les Sables-d'Olonne.

Normalerweise verabschieden wie hier 2012 Zehntausende die Seglerinnen und Segler im Hafen von Les Sables-d'Olonne.

Am Sonntag startet Alan Roura im westfranzösischen Küstenort Les Sables-d'Olonne zur Vendée Globe. 6 der 33 Boote werden von Frauen gesteuert. Das Wichtigste zur Segel-Regatta der Superlative.

8000 Menschen standen auf dem Höchsten Berg der Welt, dem Mount Everest. Etwa 500 waren im All. Aber nur 80 haben die Welt alleine und nonstop unter Segeln bezwungen. Alleine, ohne fremde Hilfe, ohne Pause. Von den bislang 167 Teilnehmern haben in den acht Austragungen seit 1989 nur 80 das Ziel erreicht. Zwei Segler verloren ihr Leben. Bisher gewannen nur Franzosen die alle vier Jahre ausgetragene Regatta.

Wer nimmt an der Vendée Globe teil?

Bei der neunten Auflage der Solo-Weltumseglung seit der Premiere 1989/90 nehmen 27 Solo-Segler und sechs Solo-Seglerinnen und damit so viele Frauen wie nie zuvor teil. Die Vendée Globe zählt neben dem America's Cup, The Ocean Race und der olympischen Regatta zu den vier wichtigsten Segelrennen der Welt und gilt als «Everest der Meere».

Am Sonntag verlassen bei der Vendée Globe 33 Boote den Hafen von Les Sables-d'Olonne. Vor ihnen liegen über 40'000 Kilometer Seeweg.

Am Sonntag verlassen bei der Vendée Globe 33 Boote den Hafen von Les Sables-d'Olonne. Vor ihnen liegen über 40'000 Kilometer Seeweg.

Wer sind die Favoriten auf den Sieg?

Die Favoriten operieren mit Budgets von über zehn Millionen Franken. Zu ihnen zählen die Franzosen Jérémie Beyou, Kevin Escoffier und Charlie Dalin und der Brite Alex Thomson, der 2017 Zweiter wurde. Der Schweizer Alan Roura, der bei seiner Premiere mit einem veralteten Boot den respektablen 12. Rang belegte, peilt eine Platzierung in den Top Ten an.

Der Genfer Alan Roura strebt einen Platz in den Top Ten an.

Der Genfer Alan Roura strebt einen Platz in den Top Ten an.

Gibt es spezielle Corona-Regeln?

Die Skipper und ihre Kernteams mussten sich eine Woche vor dem Start in Les Sables-d'Olonne isolieren. Die Seglerinnen und Segler wurden am Freitag ein letztes Mal auf das Coronavirus getestet, alle fielen negativ aus. Geschlossen ist das Race Village, das in den Wochen vor dem Start üblicherweise knapp 2,5 Millionen Schaulustige bevölkern.

Mit welchen Booten wird gesegelt?

Die Boote sind 60 Fuss (18,30 Meter) lange Hightech-Geschosse, die der Imoca-Klasse angehören. Die meisten sind mit so genannten Hydrofoils ausgestattet, Tragflächen, die die Boote aus dem Wasser heben und Top-Geschwindigkeiten von bis zu 40 Knoten (74 km/h) ermöglichen, aber auch die Gefahr einer Kollision mit Gegenständen erhöht.

18,3 Meter sind die Boote der Imoca-Klasse lang. Dank Hydrofoils segeln sie mit bis zu 40 Knoten über die Weltmeere.

18,3 Meter sind die Boote der Imoca-Klasse lang. Dank Hydrofoils segeln sie mit bis zu 40 Knoten über die Weltmeere.

Wie sieht die Streckenführung aus?

Start und Ziel der Regatta liegen an der französischen Westküste in Les Sables-d'Olonne. Von dort geht es den Atlantik hinunter ins Südpolarmeer, entlang der drei grossen Kaps - Kap der Guten Hoffnung, Kap Leuwin und Kap Hoorn - und wieder den Atlantik hinauf in den Start- und Zielhafen. Eine Strecke von mindestens 21'638 Seemeilen (40'000 Kilometer).

© CH Media

Wie lange dauert die Weltumsegelung?

Als erster Skipper hat Sir Robin Knox-Johnston 1968/1969 die Welt in 313 Tagen nonstop umsegelt. Den Rekord für die schnellste Vendée-Globe-Runde hält der Franzose Armel Le Cléac'h, der 2017 nach 74 Tagen, 3 Stunden und 36 Minuten das Ziel erreichte. Wegen der technologischen Fortschritte (Foils) dürfte die Marke von 70 Tagen unterboten werden.

Die letzte Vendée Globe gewann Armel Le Cleac'h, der am 19. Januar 2017 nach 74 Tagen, 3 Stunden und 36 Minuten das Ziel erreichte.

Die letzte Vendée Globe gewann Armel Le Cleac'h, der am 19. Januar 2017 nach 74 Tagen, 3 Stunden und 36 Minuten das Ziel erreichte.

Wie sieht das Leben an Bord aus?

Die Segler schlafen etwa 4 Stunden pro Tag, in Einheiten von 10 bis 30 Minuten. Auf dem Speiseplan stehen gefriergetrocknete Mahlzeiten. Mitgeführt werden müssen Ersatzsegel und Sicherheitsausrüstung (u.a. Flösse, Seenotraketen, Überlebensanzüge, Kommunikationsmittel und eine Apotheke). Abfälle (bis zu 600 Kilogramm) werden mitgeführt.

Alan Roura wird nie mehr als vier Stunden am Tag schlafen und sich vor allem von gefriergetrockneten Lebensmitteln ernähren.

Alan Roura wird nie mehr als vier Stunden am Tag schlafen und sich vor allem von gefriergetrockneten Lebensmitteln ernähren.

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