Super League
Vaduz-Spieler Mathys nach seinem Hattrick: «Ich habe mir diese Tore aufgespart»

Als erstem Vaduzer Spieler überhaupt gelingen Marco Mathys in einem Super-League-Spiel drei Tore.

Markus Brütsch
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Die Vaduzer Spieler verfolgen Marco Mathys (r.), der soeben den ersten von drei Treffern erzielte.

Die Vaduzer Spieler verfolgen Marco Mathys (r.), der soeben den ersten von drei Treffern erzielte.

Keystone

Mit einem 5:1-Sieg über den FC Lugano hat Tabellenschlusslicht Vaduz in der Super League ein kräftiges Lebenszeichen von sich gegeben. Die Liechtensteiner bestreiten ihre insgesamt vierte Saison in der höchsten Schweizer Spielklasse und haben bisher noch nie so hoch gewonnen. Und erst im 124. Spiel ist es mit dem 29-jährigen Marco Mathys einem Spieler gelungen, in einer Partie drei Tore für den FC Vaduz zu schiessen.

Der Solothurner war vor vier Jahren, damals noch beim FC St. Gallen unter Vertrag, von Ottmar Hitzfeld für die WM-Qualifikationsspiele gegen Norwegen und Island aufgeboten worden, aber nicht zum Einsatz gekommen.

Marco Mathys, Sie sind der erste Vaduzer Spieler überhaupt, der in einem Super-League-Spiel drei Tore schiessen konnte.

Marco Mathys: Das tut natürlich gut. Ich bin glücklich, dass ich meinen Teil dazu beitragen konnte, die wichtigen drei Punkte zu holen.

Haben Sie schon früh gespürt, dass dies Ihr Spiel werden wird?

Nein, überhaupt nicht. Wie die ganze Vaduzer Mannschaft habe ich nicht gut in die Partie gefunden. Zum Glück hat Lugano zu Beginn seine zwei Grosschancen vergeben ...

... und sich mit einer roten Karte gegen Rodrigo Aguirre schon vor der Pause selber geschwächt.

Das hat uns sicher in die Karten gespielt. Aber man weiss auch, dass es in Überzahl gegen kompakt auftretende Gegner manchmal sogar noch schwieriger wird. Doch wir haben gut aufgepasst, damit der Gegner keine Konter fahren konnte und selber dann das eine oder andere Tor geschossen. Das haben wir sehr gut gemacht.

Vor allem Sie. Erstmals in Ihrer Karriere haben Sie drei Tore in einem Super-League-Spiel geschossen.

Auch in der Challenge League ist mir dies nie gelungen.

Warum hat es erst im zwölften Spiel mit dem ersten Tor für den FC Vaduz geklappt?

Weil ich mir die Tore für das Spiel gegen Lugano aufgespart habe. Spass beiseite: Natürlich war es zuvor mit meinem Selbstvertrauen wie mit jenem der Mannschaft nicht zum Besten bestellt. Dieser Sieg ist Balsam auf das Vertrauen in unsere Möglichkeiten.

Der höchste Super-League-Sieg in der Klubgeschichte, notabene.

Das tut besonders gut, zumal wir in dieser Saison bisher in einem Spiel noch nie mehr als zwei Tore geschossen haben.

Hat man beim FC Vaduz mehr erwartet in dieser Saison?

Wir haben schon gewusst, dass wir höchstwahrscheinlich gegen den Abstieg kämpfen würden. Aber klar hatten wir von uns − und ich von mir selber auch − schon etwas mehr erwartet. Es gab ja einige Kanterniederlagen.

Bereuen Sie denn Ihren Wechsel ins Ländle?

Nein, nein. Ich bin nach wie vor froh, dass ich den Schritt hierher machen konnte, nachdem ich nach dreieinhalb guten Jahren am Ende in St. Gallen nicht mehr viel zum Einsatz gekommen war. Ich fühle mich in der Mannschaft sehr wohl und auch das Umfeld passt. Doch wenn die Resultate nicht stimmen, ist es überall schwierig.

Der Abstiegskampf in der Super League mit derzeit sechs involvierten Mannschaften verspricht Hochspannung.

Wir müssen uns auf uns konzentrieren. Ich hoffe einfach, dass wir am Sonntag einen Schritt in die richtige Richtung gemacht haben und am Samstag in Luzern daran anknüpfen können. Es wäre fatal, wenn wir uns auf dieses 5:1 zu viel einbilden würden.