Super League
Unschlagbares Schlusslicht: Eine europäisch einzigartige Serie hält

Schlusslicht Vaduz spielt gegen die Grasshoppers 1:1. Damit wird die Serie, dass der Letzte in der Super League unschlagbar ist, weitergeführt. Das ist im Vergleich mit anderen Ligen einzigartig.

Markus Brütsch
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Wird die Ausleihe des gestrigen Torschützen Armandu Sadiku an Vaduz für den FC Zürich zum Bumerang?

Wird die Ausleihe des gestrigen Torschützen Armandu Sadiku an Vaduz für den FC Zürich zum Bumerang?

KEYSTONE

Der Wahnsinn geht weiter. Auch die Grasshoppers haben mit ihrem 1:1 im Ländle beim Tabellenletzten FC Vaduz nichts daran ändern können. Die unglaubliche Serie, dass noch kein einziges Mal in dieser Saison ein Schlusslicht ein Super-League-Spiel verloren hat, ist damit auch nach 22 Runden nicht abgebrochen. Man kann die 53 europäischen Ligen – von der albanischen über die kasachische bis zur zypriotischen – durchforsten wie man will, es gibt keine Duplizität mit der Schweizer Liga.

Diese Einzigartigkeit bringt perfekt zum Ausdruck, wie ungemein ausgeglichen die Zehnerliga hinter Überflieger und Serienmeister FC Basel und den ebenfalls enteilten Verfolgern GC und YB ist. Wenn man bedenkt, wie schnell mit der Dreipunkteregel ein paar Zähler Rückstand wettgemacht sind oder ein paar Punkte Vorsprung schwinden können, dürfen sich nicht weniger als sieben Mannschaften noch nicht sicher sein, auch in der nächsten Saison der obersten Spielklasse anzugehören. Selbst der auf dem vierten Rang, einem Europacupplatz, liegende FC Sion (28 Punkte) sollte sich mit acht Punkten Distanz auf die Rote Laterne nicht zu sicher fühlen. Selbst wenn die Klasse der Walliser eigentlich locker für den Ligaerhalt reichen müsste.

Vaduz mit GC auf Augenhöhe

Wie eng alles ist, haben auch die drei Sonntagsspiele gezeigt, die allesamt unentschieden endeten. Vaduz ist dem Tabellenzweiten Grasshoppers zu jeder Zeit auf Augenhöhe begegnet. Wären die Liechtensteiner angesichts einiger guter Torchancen als Sieger vom Platz gegangen, hätten sich die Zürcher nicht beklagen können. Auch wenn das 1:1 nach Toren von Munas Dabbur (25.) – damit liegt er mit 13 Treffern zusammen mit Basels Marc Janko an der Spitze der Torschützenliste – und Armando Sadiku (52.) das Ergebnis leistungsgerecht widerspiegelt.

Gut möglich, dass sie sich gestern beim FC Zürich erneut darüber geärgert haben, den albanischen Stürmer ausgerechnet an einen ebenfalls im Abstiegskampf stehenden Verein ausgeliehen zu haben. Ein Schildbürgerstreich. Nach den beiden Toren beim 5:2 in Lugano hat Sadiku den Vaduzern gegen GC einen Punkt gerettet und wäre in der Schlussphase fast noch zum Matchwinner geworden. Wer den offensiv viel zu leichtgewichtigen und ohne Durchschlagskraft auftretenden FCZ am Vorabend beim 0:1 gegen YB beobachtet hat, muss jedenfalls zum Schluss gekommen sein, dass ihm derzeit ein Sadiku gut zu Gesicht stehen würde.

Wie kuschelig es in der Rangliste geworden ist, hat auch St. Gallens Trainer Joe Zinnbauer nach dem 3:3 gegen Lugano erkannt. «Wir sollten eher nach unten zu schielen, als einen Europacupplatz ins Auge fassen», sagte der Deutsche. Die Ostschweizer hatten einen 2:0-Vorsprung verspielt und durften sich am Ende bei Goalie Daniel Lopar bedanken, der in der 83. Minute einen Foulpenalty von Anastasios Donis abwehrte, dass sie wenigstens den 27. Punkt ins Trockene brachten. So viele hat auch der FC Thun nach dem 1:1 gegen Basel.

Luzern im Tief

Allmählich ungemütlich wird es für den FC Luzern, der nach vier Niederlagen in Folge seit der Winterpause auf 26 Zählern sitzen geblieben ist. Die Trennungen von Sportchef Rolf Fringer und Assistenztrainer Roland Vrabec sowie die Abgänge von Dario Lezcano und Remo Freuler haben die Zentralschweizer, die am Mittwoch den Cuphalbfinal vor der Brust haben, ziemlich durchgeschüttelt.

In der Swissporarena trifft er dabei auf den FC Lugano, der gestern in St. Gallen einmal mehr mit guter Moral und spielerischen Möglichkeiten bewiesen hat, dass am Saisonende nicht zwangsläufig er in den sauren Abstiegsapfel beissen muss. Der FCZ jedenfalls, der im anderen Halbfinal in Sion antritt, tut gut daran, die Situation in der Super League nicht zu unterschätzen. Mit der Ausleihe Sadikus an Vaduz hat die Vereinsleitung aber alles andere als ein Signal ausgesandt, als dass sie den Ernst der Lage begriffen hätte. Lugano ist nun gleichauf mit den Zürchern. Beide haben 21 Zähler und liegen nur einen Punkt vor Vaduz. Das kann heiter werden im Abstiegskampf.

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