Nachgefragt
Silvan Widmer erklärt nach dem 1:2 in Lugano: «Uns zieht keiner den Karren aus dem Dreck»

FCB-Rechtsverteidiger Silvan Widmer appelliert nach der erneuten Niederlage erneut an den Willen und hofft auf das Lichten des Lazaretts.

Aufgezeichnet: Jakob Weber
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Silvan Widmer ist nach Schlusspfiff enttäuscht. Wieder hat der FCB verloren.

Silvan Widmer ist nach Schlusspfiff enttäuscht. Wieder hat der FCB verloren.

Claudio Thoma / freshfocus

Warum verliert der FCB, obwohl er eine Halbzeit deutlich besser war?

Silvan Widmer: In der ersten Halbzeit hatten wir Ballbesitz, konnten Druck machen und in Führung gehen. Doch von all dem war in der zweiten Halbzeit nicht mehr viel zu sehen. Das lag daran, dass der Gegner besser ins Spiel gekommen ist, aber auch, weil wir nicht mehr so viel gemacht haben. Es ist leider nicht das erste Mal, dass wir eine Führung aus der Hand geben. Das gilt es zu verbessern.

Schon gegen Luzern hatte der FCB nach der Pause Probleme. Was ist da los?

Es ist Fakt, dass wir Spiele, die wir vermeintlich im Griff haben, aus der Hand geben. Da muss von jedem einzelnen mehr kommen. Wir müssen mit und ohne Ball mehr laufen.

«Jeder muss mehr geben», hört man oft. Warum ist es so schwer, das umzusetzen?

Das ist eine gute Frage. Es sind Nuancen, die Spiele entscheiden. Sich anbieten und den einen Sprint mehr machen, ist Kopfsache. Da müssen wir Führungsspieler mehr machen, aber auch jeder einzelne.

Der Sieg gegen Luzern konnte nicht bestätigt werden. In der Tabelle geht es runter, Was löst das bei Ihnen aus?

Es ist sehr bitter. Wir haben keine Kontinuität. Auf ein gutes Spiel folgt oft ein schwaches oder wie heute einfach nur eine schlechte Halbzeit. Nichtsdestotrotz müssen wir weiter an uns glauben. Uns zieht keiner den Karren aus dem Dreck. Das müssen wir selber machen.

Für Sie war der Auftritt in Lugano das erste Spiel nach einer längeren Verletzungspause. Wie war?

In der ersten Halbzeit war ich frisch. In der zweiten Halbzeit musste ich auf die Zähne beissen. Ich bin froh, dass ich 90 Minuten spielen konnte. Doch ich erwarte auch von mir eine bessere Leistung. Deswegen bin ich persönlich nicht zufrieden.

Wie wichtig ist es in der aktuellen Krise, dass erfahrene Spieler wie Sie wieder zurückkommen?

Das ist schon wichtig. Aber man darf von den Rückkehrern auch nicht sofort perfekte Leistungen erwarten. Aber ich hoffe, dass so die Stabilität wieder zurückkommt, denn die haben wir nötig.