Bis vor wenigen Tagen war er ein Vorzeigeathlet vom Scheitel bis zur Sohle, doch jetzt ist die Sohle weg. Der aufsteigende Stern am Himmel des amerikanischen Basketballs heisst Zion Williamson. Er ist 18 Jahre alt und spielt für die Duke University in Durham, North Carolina, in der NCAA, der wichtigsten amerikanischen College Liga. Williamson, der 2,01 m misst und 129 Kilogramm wiegt, ist gleichermassen muskulös und beweglich. Wegen seiner Spielweise wird er bereits mit LeBron James verglichen.

Als Williamson am 21. Februar in einem Meisterschaftsspiel gegen das Team der North-Carolina Tar Heels aufs Feld ging, sass kein Geringerer als der ehemalige US-Präsident Barack Obama im Publikum. Doch kaum wollte Williamson nach nur 36 Sekunden in den Abschluss gehen, stolperte er über die eigene, frei am Restschuh flatternde linke Schuhsohle und verletzte sich am Knie.

Seither fragen sich Basketballfans aus der ganzen Welt, wie es passieren kann, dass ein neuer Turnschuh einfach so auseinanderfällt. Viele hatten wohl angenommen, im digitalen Zeitalter könnten sich höchstens technische Geräte als pannenanfällig erweisen. Dass jedoch so etwas Banales wie ein Schuh nach wenigen Sekunden den Geist aufgibt, überrascht die Sportwelt.

Experten, Journalisten, aktive oder ehemalige Basketballprofis und Millionen von Fans diskutieren nun darüber, worauf man sich im Sport noch verlassen soll, wenn nicht einmal mehr die Turnschuhe halten, was sie versprechen.

Die Aktien des betroffenen Schuhherstellers sollen jedenfalls bereits am Tag nach dem Vorfall markant gefallen sein. Auf ihrer Website hatte die Firma angegeben, dieses neue Schuhmodell sei eigens für die vielseitigsten unter den Basketballern entworfen worden. Die Schuhe seien leicht, solide und passten sich jeder Unterlage an.

Anders als etwa der Skisport oder das Eishockey ist Basketball ein Sport, der wenig Ausrüstung erfordert und deswegen allen sozialen Schichten offen steht. Wenn aber die über hundert Franken teuren Schuhe eines Starbasketballers schon nach 36 Sekunden auseinanderfallen, werden sich manche Eltern überlegen, ob es nicht doch preisgünstiger wäre, ihr Kind in einen Golf-Club zu schicken.