Eishockey
Überraschende Wahl: Maurizio Mansi ist neuer Trainer des EHC Olten

Der EHC Olten hat seinen neuen Trainer: der Italo-Kanadier Maurizio Mansi (50) steht in der kommenden Saison an der Bande der Powermäuse. Er unterschrieb einen Einjahresvertrag.

Marcel Kuchta
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Der neue EHCO-Trainer Maurizio Mansi (l.).

Der neue EHCO-Trainer Maurizio Mansi (l.).

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Die Suche nach dem neuen Trainer des EHC Olten zog sich über viele Wochen hin. Jetzt sind die Würfel nach einer langen Evaluationsphase gefallen. Und die Wahl könnte überraschender nicht sein. Auf die Ernennung von Maurizio Mansi zum neuen starken Mann an der Bande des EHC Olten hätte hierzulande bestimmt niemand gewettet. Grundsätzlich hat der EHCO mit "Trainer-Neulingen" in den letzten Jahren keine schlechten Erfahrungen gemacht. Sowohl Dan Ratushny als auch Scott Beattie waren hierzulande unbeschriebene Blätter, als sie nach Olten kamen. In der kommenden Saison werden beide in der NLA tätig sein. Ratushny bei Lausanne, Beattie bei den SCL Tigers.

Weggefährte von Gates Orlando

Der 50 Jahre alte Italo-Kanadier, der in Montreal geboren ist, ist höchstens noch älteren Eishockey-Fanatikern ein Begriff. Mansi gehörte in den 1990er-Jahren zur Kolonie von italienischen Nationalspielern kanadischer Herkunft, die für eine der erfolgreichsten Phasen der italienischen Eishockey-Nationalmannschaft sorgten. Mansi spielte unter anderem an der Seite von SCB-Legende Gates Orlando oder vom hierzulande ebenso nicht unbekannten Bruno Zarillo.

Als Trainer ist der ehemalige Flügelstürmer jedoch ein recht unbeschriebenes Blatt. Er begann seine Trainerkarriere 2006 in Italien. 2008 wechselte er als Assistent zu den Hamburg Freezers in der DEL. Seither sammelte er in Deutschland in verschiedenen Clubs Erfahrungen als Assistenz- und Headcoach sammeln. Unter anderem assistierte er in München auch dem ehemaligen Deutschen Nationaltrainer Pat Cortina. In den vergangenen Jahren war er zudem im Trainerstaff der spanischen Nationalmannschaft tätig. Der viersprachige Italokanadier (Englisch, Italienisch, Französisch, Deutsch) ist ein Trainer, für den Kommunikation und Intensität zu den Schlüsselfaktoren zählen.

Mansi sagt: "Leidenschaft ist sehr, sehr wichtig für mich. Die Spieler sollen mit Überzeugung und vollem Engagement spielen. Sie dürfen Fehler machen, lernen, reden, Feedback geben, einander helfen. Sie müssen Verantwortung übernehmen. Diese Linie verlange ich konsequent." Er werde zusammen mit der Mannschaft klare Regeln definieren, "wie wir spielen wollen und mit welcher Identität wir uns dem Publikum präsentieren."

EHCO-Sportchef Köbi Köilliker begründet die überraschende Wahl damit, dass er vor allem von den kommunikativen Fähigkeiten Mansis überzeugt wurde. "Er entspricht voll unseren Vorstellungen und hat uns mit seinem enormen Elan, hier etwas zu bewegen, überzeugt." Zuletzt standen gemäss Kölliker drei Trainer im engeren Auswahlverfahren. Die Wahl fiel schliesslich auf den Mann, der im Schweizer Eishockey Neuland betritt und damit "bei Null" beginnen kann. "Er hat eine klare Linie. Und wir werden ihn bei seinen Bemühungen unterstützen", unterstreicht Kölliker.

Mansi weilt derzeit an der Eishockey-WM in Russland, wo ein Trainer-Symposium stattfindet. Er wird voraussichtlich am 20. Mai eine erste Stippvisite in Olten machen.

Stecher weiterhin Assistent?

Noch offen ist die Frage, wer Assistenz-Trainer von Maurizio Mansi wird. Stand jetzt hat Dino Stecher einen noch ein Jahr laufenden Vertrag mit dem EHCO und ist deshalb - zumindest auf dem Papier - auch noch Assistenztrainer. Ob er allerdings dann auch tatsächlich mit Mansi zusammenarbeiten wird, ist offen. "Die beiden werden, sobald Mansi nach Olten kommt, miteinander sprechen und dann wird man sehen, ob eine Zusammenarbeit möglich ist", lässt sich Köbi Kölliker nicht gross in die Karten blicken. Stecher wird vorderhand weiter das Sommertraining leiten.

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