Fussball
Übernimmt ein Schweizer Privat-Bankier den VfB-Stuttgart?

Der Bundesligist VfB Stuttgart ist vom Abstieg bedroht. Nun will ein Bankier der Schweizer Privatbank Julius Bär die Vereinsführung entmachten und selbst VfB-Präsident werden.

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Der Bundesligist VfB Stuttgart gerät immer tiefer Abstiegsstrudel. Damit nicht genug: Neben der sportlichen Misere gesellt sich nun ein interner Machtkampf um das Präsidentenamt des Vereins. Wie die «Stuttgarter Zeitung» berichtet, bekunden Mitglieder der Schweizer Privatbank Julius Bär Interesse an einem Engagement beim Deutschen Fussballklub.

Konkret will Björn Seemann - Leiter der Julius Bär-Niederlassung in Stuttgart - die Vereinsführung des Bundesligisten stürzen. Der 39-jährige Banker fordert nicht nur den Rücktritt des aktuellen VfB-Präsidenten Erwin Staudt und dessen Aufsichtsratsvorsitzenden Dieter Hundt, sondern will sich selbst zur Präsidentenwahl stellen. «Beim VfB muss jeder Stein umgedreht werden», sagt Seemann der Nachrichtenagentur dpa.

Wie wird Seemann Präsident?

In diesem Zusammenhang schliesst Seemann eine Zusammenarbeit mit dem bisherigen Aufsichtsrat kategorisch aus. Sein Problem: Der Aufsichtsrat hat laut Reglement allein das Reicht, eine Präsidentschaftskandidatur vorzuschlagen. Um diese Hürde aus dem Weg zu räumen soll die Opposition laut der Zeitung nun juristisch prüfen, welche Möglichkeiten bestehen, den Chef direkt von den Mitgliedern bestimmen zu lassen.

Die Bank Julius Bär selbst will sich zum Thema nicht äussern. Gegenüber dem Finanzportal «finews.ch» sagt die Privatbank lediglich: «Julius Bär ist von Björn Seemann über seine Absichten informiert worden und hat diese zur Kenntnis genommen. Es handelt sich um ein privates Engagement, zu dem wir nicht weiter Stellung nehmen.» Die Frage, ob die Wahl zum Präsidenten Folgen für die Organisation in Stuttgart hätte, wollte Julius Bär nicht beantworten.

Stuttgart feuerte Christian Gross

Der Süddeutsche Verein steht in der laufenden Bundesliga-Saison auf dem zweitletzten Tabellenplatz und ist folglich vom Abstieg in die zweite Bundesliga bedroht. In der verkorksten Saison wurden in Stuttgart bereits zwei Trainer entlassen - darunter der ehemalige Basel-Trainer Christian Gross. (muv)