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«Top Ten ist nicht so schlecht»: Yule und Zenhäusern relativieren Leistung in Zagreb – und freuen sich auf Adelboden

Beim dritten Slalom in dieser Saison kämpfen die Schweizer Skistars mit widrigen Bedingungen. Überraschender Sieger ist ein Deutscher – der Franzose Clément Noël wird entthront.

Frederic Härri
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«Die Richtung stimmt»: Daniel Yule kann mit seinem zehnten Platz beim dritten Slalom der Saison ganz gut leben.

«Die Richtung stimmt»: Daniel Yule kann mit seinem zehnten Platz beim dritten Slalom der Saison ganz gut leben.

Keystone

Es war schwierig an diesem Tag in Zagreb, ein «Kampf», dieses Wort fiel immer wieder im Interview mit dem Schweizer Fernsehen. Die Temperaturen mehr frühlingshaft denn winterlich, die Sicht schlecht, die Piste buckelig, der Schnee sulzig und weich. Bedingungen, mit denen die Schweizer Spezialisten beim dritten Slalom dieser Saison nicht so wirklich etwas anzufangen wussten.

Ramon Zenhäusern heisst der eine Slalomspezialist aus dem Team von Swiss Ski. Auf ihm ruhten die grössten Hoffnungen. Zum einen, weil er erst vor kurzem auf der Gran Risa in Alta Badia triumphierte und sich den zweiten Slalomsieg seiner Karriere sicherte. Zum anderen, weil er den Bärenberg vor den Toren Zagrebs schon einmal bezwang, vor einem Jahr, als er es mit Rang zwei aufs Podest schaffte, was vor ihm kein anderer Schweizer jemals erreichte. Dieses Mal aber war wie erwähnt alles ein wenig schwieriger. Zenhäusern wird Neunter, in den Top Ten immerhin, doch richtig zufrieden ist der 28-Jährige nicht.

Daniel Yule, der andere helvetische Slalomspezialist, klassierte sich gleich hinter Zenhäusern auf der Zehn. Auch er machte die Verhältnisse zum Thema, nicht aber, um Ausreden zu suchen, sondern um seine Leistung in einen Kontext zu stellen. «Die Top Ten ist heute nicht so schlecht», sagte Yule. Die Richtung stimme, er habe gute Momente dabei gehabt.

Zum ersten Mal ein Podest für den Deutschen Strasser – und sofort Platz eins

Viele gute Momente hatte zweifellos der Sieger von Zagreb: Linus Strasser. Der Deutsche, in der Ski-Abteilung von 1860 München ausgebildet, fährt am Bärenberg zum ersten Mal in seiner Karriere auf ein Slalompodest. Und dann erst noch auf Platz eins, wenn das mal keine gute Bilanz ist. In der kroatischen Hauptstadt durfte sich der 28-Jährige die traditionelle Krone aufsetzen. Überraschend wurde nicht der Vorjahressieger Clément Noël zum König. Dem Franzosen reichte es diesmal nur zu Rang sieben. Das Podest komplettierten mit Manuel Feller und Marco Schwarz zwei Österreicher.

Zwei Schweizer scheiden aus, einer ist nicht schnell genug

Bei den Schweizern indes holte sich Sandro Simonet als 21. seine ersten Weltcup-Punkte ab. Tanguy Nef blieben Punkte verwehrt, weil er nach risikoreicher Fahrt im zweiten Lauf einfädelte und ausschied. Dieses Missgeschick unterlief auch Loïc Meillard, wenn auch schon im ersten Durchgang. Luca Aerni fuhr nicht schnell genug, um auch im zweiten Durchgang antreten zu dürfen.

Nun freut man sich im Schweizer Team auf den Slalom in Adelboden, den Klassiker. In fünf Tagen geht es los, Titelverteidiger ist Daniel Yule. Der hat sich schon einmal über die Temperatur erkundigt. In Adelboden nämlich soll es kälter werden, die Piste also härter, sagte Yule. «Es wird ein ganz anderes Skifahren als hier in Zagreb.»