Nachgefragt
Timo Meiers ungewöhnlich schnelle Reise nach Kopenhagen

San-Jose-Sharks-Stürmer Timo Meier schied am Sonntagabend kalifornischer Zeit mit einer Mannschaft aus den NHL-Playoffs aus. Bereits am Montagabend Ortszeit bestieg er den Flieger in Richtung Europa. Die Sharks erwiesen sich als ungewöhnlich unkompliziert im Umgang mit ihren WM-Reisenden.

Marcel Kuchta
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Timo Meier von den San Jose Sharks.

Timo Meier von den San Jose Sharks.

KEYSTONE/AP/MARCIO JOSE SANCHEZ

Es ist sehr ungewöhnlich, dass ein NHL-Spieler schon einen Tag nach dem Ausscheiden seiner Mannschaft aus den NHL-Playoffs im Flugzeug Richtung Europa sitzt. Doch die San Jose Sharks und deren GM Doug Wilson erwiesen sich im Zusammenhang mit der WM-Freigabe für ihren Flügelstürmer Timo Meier als unglaublich unkompliziert. "Sie verhalten sich diesbezüglich wirklich vorbildlich", schwärmt auch der Schweizer Nationalmannschafts-Direktor Raeto Raffainer, der auch schon im Zusammenhang mit der Freigabe von Noah Rod, der trotz laufenden Playoffs in der NHL und der AHL, wo er bei den San Jose Barracudas im Kader stand, grünes Licht für den WM-Trip erhielt, sehr gute Erfahrungen mit der Sharks-Organisation gemacht hätte. "Sie überlegen sich immer, was das Beste für den Spieler ist."

Schon am Morgen nach dem Out gegen die Vegas Golden Knights hatte Timo Meier sein Austrittsgespräch und konnte so bereits am Montagabend kalifornischer Zeit seinen Flug nach Kopenhagen antreten. Mit ihm zusammen übrigens auch die beiden Dänen im Team der Sharks, Mikkel Bödker und Jannik Hansen. Schon am Dienstagvormittag landete das San-Jose-Trio in Kopenhagen. Timo Meier wäre nach eigener Aussage, trotz der hektischen letzten Stunden, bereit gewesen, schon am Abend gegen die Tschechen zu spielen. Doch der Schweizer Trainer-Staff entschied, dem 21-Jährigen noch eine Verschnaufpause zu gewähren.

So durfte er sich das Spiel in aller Ruhe von der Tribüne aus ansehen. Heute Nachmittag (16.15 Uhr) im Duell gegen Weissrussland wird der Appenzeller mit Sicherheit auflaufen. Die Wasserverdrängung des kräftigen Flügels, der in der eben für ihn zu Ende gegangenen NHL-Saison in 91 Spielen 23 Tore erzielte, können die Schweizer auf jeden Fall gut gebrauchen. Nach Meiers Ankunft reiste dafür gestern ZSC-Lions-Verteidiger Dave Sutter, der bisher nicht gemeldet war, in Richtung Heimat ab.

Das sagt Timo Meier zu seinem fliegenden Wechsel aus Kalifornien nach Kopenhagen:

Wie fühlen Sie sich nach der Reise von Kalifornien nach Kopenhagen?

Timo Meier: Dafür, dass ich so lange unterwegs war und hektische Stunden hinter mir habe, sehr gut. Der Flug dauerte zehn Stunden. Viel geschlafen habe ich nicht. Aber ich bin sehr glücklich, hier in Kopenhagen sein zu dürfen. Die Nationalmannschaft ist jetzt mein Fokus Nummer eins.

Welches Fazit ziehen Sie von Ihrer NHL-Saison?

Ich denke, ich darf zufrieden sein. Ich konnte viel lernen. Wichtig ist für mich, dass ich während der ganzen Saison Fortschritte machen konnte. Das ist sehr wertvoll, zumal es in einer schwierigen Liga wie der NHL sehr anspruchsvoll ist, bei 82 Spielen jeden Abend auf einem Top-Level zu agieren. Ich konnte aber sehr von unseren Teamleadern bei den San Jose Sharks profitieren und auch die Zusammenarbeit mit den Coaches war für mich sehr gut.

Wann haben Sie eigentlich Ihren letzten Ernstkampf auf dem grossen Eisfeld bestritten?

Das war im Rahmen der U20-WM in Helsinki 2016. Aber ich denke nicht, dass die Umstellung ein Problem sein wird für mich. Ich trainiere ja auch im Sommer in der Schweiz und dort auf den grossen Eisfeldern. An meiner Spielweise wird sich – innerhalb des Systems unserer Mannschaft – aber nichts ändern. Ich versuche, in allen drei Zonen auf dem Feld hart zu arbeiten.

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