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Tiefe Trauer um «König Johan» Cruyff: «Wir werden dich immer lieben»

Ein grosses niederländisches Fussball-Idol ist tot. Johan Cruyff ist nach einem hartem Kampf gegen den Krebs gestorben. Die Fussballwelt trauert.

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Xabi Alonso (spanischer Fußball-Weltmeister 2010): "Die '14' wird niemals mehr dieselbe sein."
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Boris Becker (dreimaliger Wimbledonsieger): "Ruhe in Frieden Johan Cruyff. Meine Gedanken und Gebete gelten seiner Familie."
Diego Maradona (argentinische Fußball-Legende, Weltmeister 1986): "Wir werden dich nicht vergessen, Dünner!"
Bert van Marwijk (ehemaliger niederländischer Nationaltrainer): "Ich habe Cruyff immer sehr bewundert. Ich bin zutiefst bestürzt."
Lionel Messi (fünfmaliger Weltfußballer): "Eine Legende hat uns verlassen."
Jürgen Klinsmann (Fußball-Weltmeister 1990): "Der Tod von Johan Cruyff ist eine sehr traurige Nachricht. Er war ein fantastischer Spieler, Trainer, Lehrer und Mensch."
ichael van Praag (KNVB-Präsident): "Wir haben unseren besten Fußballer, unsere Nummer 14 verloren. Wir sind am Boden zerstört. Johan hat den niederländischen Fußball in neue Höhen getragen. Als KNVB sind wir ihm ewig dankbar, ich persönlich werde meinen Freund unheimlich vermissen."
Gianni Infantino (FIFA-Präsident): "Johan Cruyff war ein überragender Spieler, einer der Größten, den die Welt je gesehen hat, ein Symbol der Eleganz, eine Inspiration, eine Quelle der Bewunderung für die Fans. Er hat die Geschichte des Fußballs für immer geprägt. Ich bin sehr traurig über seinen Tod, er wird schrecklich vermisst werden."
Joseph S. Blatter (ehemaliger FIFA-Präsident, bis 2021 gesperrt): "Johan Cruyff war eine einzigartige Figur im Weltfußball. Er hat dem Fußball einen Touch gegeben, den viele versucht haben zu kopieren. Ich bin tief bewegt. Zusammen mit Rinus Michels hat er den Fußball total verändert. Der Fußball wird Johan Cruyff vermissen."
Franz Beckenbauer (Fußball-Weltmeister 1974): "Ich bin geschockt. Johan Cruyff ist tot. Er war nicht nur ein sehr guter Freund, sondern wie ein Bruder für mich."
Die Fussballwelt ist bestürzt: Reaktionen zum Tod von Johan Cruyff

Xabi Alonso (spanischer Fußball-Weltmeister 2010): "Die '14' wird niemals mehr dieselbe sein."

Keystone

Die Fußball-Welt trauert um eine Ikone: Der große Johan Cruyff, die legendäre Nummer 14, ist tot. Das niederländische Fußball-Idol erlag am Donnerstag im Alter von 68 Jahren in Barcelona einem Krebsleiden. "Ich bin geschockt. Er war nicht nur ein sehr, sehr guter Freund, sondern wie ein Bruder für mich", sagte "Kaiser" Franz Beckenbauer zum Tode seines langjährigen Weggefährten und Kontrahenten.

Cruyff sei "friedlich" und "im Kreise seiner Familie nach einem hartem Kampf gegen den Krebs" gestorben, hieß es in einer kurzen Mitteilung auf der Homepage von Cruyffs Stiftung. Nach Bekanntwerden der Nachricht unterbrachen große niederländische TV-Sender sofort das laufende Programm und berichteten in Sondersendungen vom Tod ihres "König Johan".

"In großer Trauer" teilte der niederländische Fußball-Verband KNVB mit: "Es gibt kaum Worte für diesen großen Verlust. Er war der größte niederländische Fußballer der Geschichte, und einer der besten weltweit." Auch der FC Barcelona, den Cruyff wie kaum ein anderer prägte, kondolierte: "Wir werden dich immer lieben, Johan. Ruhe in Frieden."

Der niederländische König Willem-Alexander bedauerte den Verlust eines "einzigartigen und brillianten Sportsmannes. Er hat unserem Fußball ein neues Gesicht gegeben. Er gab sein Herz und seine Seele. Er war eine Ikone der Niederlande - er war einer von uns."

Cruyff gehörte zu den Fußballern, die in einem Atemzug mit Pelé, Beckenbauer, Michel Platini und Diego Maradona genannt werden. "Ich habe einen Freund verloren, die Welt einen großen Mann. Ich habe ihn bewundert", kommentierte Platini, während Cruyff für FIFA-Präsident Gianni Infantino "ein Symbol der Eleganz, eine Inspiration, eine Quelle der Bewunderung für die Fans" war. FC-Bayern-Profi Xabi Alonso, der selbst mit der Nummer 14 spielt, meinte: "Die '14' wird niemals mehr dieselbe sein."

Bekennender Kettenraucher

Cruyff, Europas Fußballer des Jahrhunderts, war jahrzehntelang bekennender Kettenraucher. Die "Fluppe" gehörte zu dem charismatischen Niederländer wie seine elegante Spielweise. Selbst in der Halbzeitpause paffte der Regisseur seine geliebte Camel ohne Filter. "Der Fußball hat mir in diesem Leben alles gegeben, der Tabak hat mir fast alles weggenommen", sagte Cruyff einst. Erst 1991 nach einer Herz-Operation schwor er dem Glimmstengel ab und setzte sich sogar mit einem Werbespot gegen das Rauchen ein.

Cruyff war als Spieler der Inbegriff des "Voetbal totaal", führte Ajax Amsterdam und den FC Barcelona zu zahllosen Titeln. Cruyffs außergewöhnliches Talent und Gespür für den Fußball war stets unbestritten. "Johan war der bessere Spieler, aber ich war Weltmeister", sagte "Kaiser" Franz Beckenbauer über seinen Freund. Mit dem "Voetbal totaal" stürmten Cruyff und die Oranje-Elf 1974 ins WM-Endspiel in München, wo die Elftal an Beckenbauers Deutschland und eigener Arroganz scheiterte (1:2).

Der frühere Barça-Star (1973-78) gewann als Spieler dreimal den Europapokal der Landesmeister (jeweils mit Ajax Amsterdam) und wurde 1971, 1973, 1974 als Europas Fußballer des Jahres ausgezeichnet. Bei Barça setzte er später als Trainer die Philosophie seines Lehrmeisters Rinus Michels fort und machte die Katalanen Anfang der 1990er Jahre zum Serienmeister in Spanien und 1992 zum Gewinner des Europapokals der Landesmeister.

In Barcelona prägte er auch die von Michels initiierte Jugendakademie La Masia und gilt damit als Begründer des aktuellen Erfolgs der Katalanen. Auch Bayern-Coach Pep Guardiola, der in Barças Akademie ausgebildet wurde und seinen Klub noch immer im Herzen trägt, hatte tiefempfundenen Respekt vor dieser Leistung. "Cruyff baute die Kathedrale. Wir halten sie nur instand", meinte Guardiola einmal.

Im Oktober letzten Jahres hatte Cruyff die niederschmetternde Diagnose erhalten und sich anschließend einer Chemotherapie unterzogen. Noch im Februar hatte er sich voller Zuversicht gegeben und fest an eine Genesung von seiner Lungenkrebs-Erkrankung geglaubt: "Ich habe das Gefühl, dass ich 2:0 in der ersten Halbzeit eines Spiels führe, das noch nicht zu Ende ist. Aber ich bin mir sicher, dass ich am Ende gewinnen werde." Doch am Donnerstag verlor "König Johan" seinen letzten Kampf. (sda)