ATP Rotterdam
Zurück auf dem Tennis-Thron: Roger Federer holt sich die Weltnummer 1 zurück

Roger Federer ist ab Montag wieder die Nummer 1 der Welt. Der Baselbieter qualifizierte sich in Rotterdam für die Halbfinals und sammelte damit genügend Punkte, um Rafael Nadal an der Spitze des ATP-Rankings abzulösen.

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Roger Federer vs. Robin Haase
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Er erhält für diese Leistung eine Trophäe nach seinem Sieg gegen Robin Haase.
Federer ist ab der neuen Woche wieder die Weltnummer 1.
Haase hatte nach dem ersten Satz nichts mehr zu bestellen.
Federer ballt die Faust.
Federer in Aktion.
Federer und Haase.

Roger Federer vs. Robin Haase

Screenshot SRF

Nach dem Belgier Ruben Bemelmans und dem Deutschen Philipp Kohlschreiber schlug Federer auch den Niederländer Robin Haase (ATP 42). In der ausverkauften Ahoy Arena bewältigte er die letzte Aufgabe auf dem Weg zurück an die Weltranglistenspitze nach anfänglichen Schwierigkeiten mit dem 4:6, 6:1 6:1. Er musste zum ersten Mal in dieser Woche seinen Service und einen Satz abgeben.

Haase konnte sich aber nicht zum Spielverderber aufschwingen, weil Federer sich steigerte und der Einheimische stark nachliess. Die letzten beiden Sätze dominierte der 20-fache Grand-Slam-Turniersieger uneingeschränkt. Er überliess Haase nur noch zwei Games und 22 Punkte bis zum nach 79 Minuten verwerteten Matchball. "Ich kann es nicht glauben", sagte Federer nach dem historischen Match.

Über fünf Jahre ist es her, seit der Schweizer letztmals die Weltrangliste anführte. Nun kehrt er am Montag als ältester Spieler seit der Einführung des ATP-Rankings 1973 auf den Tennisthron zurück. Mit 36 1/2 Jahren ist er über drei Jahre älter als Andre Agassi, als dieser im September 2003 letztmals die Nummer 1 war. Zudem setzt Federer eine weitere Bestmarke: Kein anderer Spieler eroberte nach einer so langen Absenzen - am Montag werden es fünf Jahre und 106 Tage sein - die Spitze der Weltrangliste zurück. Seit er im Februar 2004 erstmals die Nummer 1 der Welt war, sind über 14 Jahre vergangen.

Den Rekord an Wochen als Weltranglistenerster wird Federer weiter ausbauen - bisher stand er 302 Wochen an der Spitze. Der zurückgetretene Pete Sampras kam auf 286 Wochen, Novak Djokovic steht bei 223 und Rafael Nadal bei 167 Wochen. Wie lange sich der Baselbieter auf der Topposition halten kann, ist völlig offen und hängt nicht zuletzt von den Leistungen von Rafael Nadal ab, dessen Rückkehr auf die Tour übernächste Woche in Acapulco geplant ist.

12 Turniere für Platz 1

Klar ist, dass für Federer das Halten der Nummer 1 keine Priorität haben wird. Das würde seinem primären Ziel, seine Karriere noch möglichst lange und erfolgreich weiterzuführen, zuwiderlaufen. Dass er überhaupt nochmals die Möglichkeit hatte, das ATP-Ranking anzuführen, ist erstaunlich und auch auf die gesundheitlichen Probleme seine ärgsten Konkurrenten zurückzuführen.

Federer hat in den letzten 365 Tagen zwar Aussergewöhnliches geleistet, aber wenige Turniere bestritten. Am Montag wird er gerademal Punkte von 12 Events in der Weltranglisten-Wertung haben. Unter anderem trat er in Roland Garros und bei drei Masters-1000-Turnieren (Madrid, Cincinnati, Paris-Bercy) nicht an. Zum Vergleich: Nadal, der sich in dieser Woche für seine Stiftung in Amsterdam aufhielt, hat derzeit 16 Turniere in seiner Wertung.

Am Wochenende kann Federer seinen Vorsprung auf Nadal in der Weltrangliste noch ausbauen und vor allem seinen 97. ATP-Titel, den dritten in Rotterdam, gewinnen. Im Halbfinal trifft er entweder auf den Italiener Andreas Seppi (ATP 81) oder den Russen Daniil Medwedew (ATP 57), die sich am späteren Freitagabend gegenüberstanden. Gegen Medwedew hat er noch nie gespielt, gegen Seppi wäre es schon das 15. Duell. Eines hat Federer verloren: beim Australian Open 2015 im Sechzehntelfinal. Ansonsten gab er gegen den Südtiroler nur einen Satz ab.

Das sind alle 96 Turniersiege von Roger Federer:

99. Titel, Basel 2018 Marius Copil, 7:6, 6:4
99 Bilder
98. Titel, Stuttgart 2018 Milos Raonic, 6:4, 7:6
97. Titel, Rotterdam 2018 Grigor Dimitrov, 6:2, 6:2
20) Australian Open 2018: Gegen Marin Čilić gewinnt Federer den Fünfsatzkrimi mit 6:2, 6:7, 6:3, 3:6 und 6:1 und schafft es damit auf historische 20 Grand-Slam-Titel.
95. Titel, Basel 2018 Juan Martín del Potro, 6:7, 6:4, 6:3
94. Titel, Shanghai 2017 Rafael Nadal, 6:4, 6:3.
93. Titel, Wimbledon 2017 Marin Cilic, 6:3, 6:1, 6:4
92. Titel, Halle 2017 Alexander Zverev, 6:1, 6:3
91. Titel, Miami 2017 Rafael Nadal, 6:3, 6:4
90. Titel, Indian Wells 2017 Stan Wawrinka, 6:4, 7:5.
89. Titel, Australian Open 2017 Rafael Nadal, 6:4, 3:6, 6:1, 3:6, 6:3.
88. Titel, Basel 2015 Rafael Nadal, 6:3, 5:7, 6:3.
87. Titel, Cincinnati 2015 Novak Djokovic, 7:6 (7:1), 6:3.
86. Titel, Halle 2015 Andreas Seppi, 7:6 (7:1), 6:4
85. Titel, Istanbul 2015 Pablo Cuevas, 6:3, 7:6 (13:11)
84. Titel, Dubai 2015 Novak Djokovic, 6:3, 7:5.
83. Titel, Brisbane 2015 Milos Raonic, 6:4, 7:6, 6:4. - Es war Federers 1000. ATP-Karriere-Sieg.
82. Titel, Basel 2014 David Goffin, 6:2, 6:2.
81. Titel, Schanghai 2014 Gilles Simon, 7:6 (8:6), 7:6 (7:2)
80. Titel, Cincinnati 2014 David Ferrer, 6:3, 1:6, 6:2.
79. Titel, Halle 2014 Alejandro Falla, 7:6, 7:6
78. Titel, Dubai 2014 Tomas Berdych, 3:6, 6:4, 6:3.
77. Titel, Halle 2013 Michail Juschni, 6:7 (5:7), 6:3, 6:4.
76. Titel, Cincinnati 2012 Novak Djokovic, 6:0, 7:6 (9:7)
75. Titel, Wimbledon 2012 Andy Murray 4:6, 7:5, 6:3, 6:4
74. Titel, Madrid 2012 Tomas Berdych 3:6, 7:5, 7:5.
73. Titel, Indian Wells 2012 John Isner, 7:6, 6:3.
72. Titel, Dubai 2012 Andy Murray, 7:5 6:4.
71. Titel, Rotterdam 2012 Juan Martin Del Potro, 6:1, 6:4.
Federer feiert 2011 an den ATP World Tour Finals in London den 70. Titel im 100. Final Jo-Wilfried Tsonga, 6:3, 6:7, 6:3
69. Titel in Paris-Bercy Jo-Wilfried Tsonga, 6:1, 7:6
68. Titel in Basel 2011 Kei Nishikori, 6:1, 6:3
67. Titel in Doha 2011 Nikolay Davydenko, 6:3, 6:4
66. Titel an den World Tour Finals in London 2010 Rafael Nadal, 6:3, 3:6, 6:1
65. Titel in Basel 2010 Novak Djokovic, 6:4, 3:6, 6:1
64. Titel in Stockholm 2010 Florian Mayer, 6:4, 6:3
63. Titel in Cincinnati 2010 Mardy Fish, 6:7, 7:6, 6:4
62. Titel: Federer gewinnt die Australian Open 2010 Andy Murray, 6:3, 6:4, 7:6
61. Titel in Cincinnati 2009 Novak Djokovic, 6:1, 7:5
60. Titel: Wimbledon 2010 Andy Roddick, 5:7, 7:6, 7:6, 3:6, 16:14
59. Titel: Ein emotionaler Titel! Federer gewinnt 2009 endlich die French Open in Paris Robin Söderling, 6:1, 7:6, 6:4
58. Final in Madrid 2009 Rafael Nadal, 6:4, 6:4
57. Final in Basel 2008 David Nalbandian, 6:3, 6:4
56. Titel: Federer gewinnt die US Open 2008 Andy Murray, 6:2, 7:5, 6:2
55. Titel in Halle 2008 Halle. Philipp Kohlschreiber, 6:3, 6:4
54. Titel in Estoril 2008 Nikolay Davydenk0, 7:6, 1:2 (w.o.)
53. Titel in Schanghai 2007 David Ferrer, 6:2, 6:3, 6:2
52. Titel in Basel 2007 Jarkko Nieminen, 6:3, 6:4
51. Titel: US Open-Sieg 2007 Novak Djokovic, 7:6, 7:6, 6:4
50. Titel in Cincinnati 2007 James Blake, 6:1, 6:4
49. Titel: Skpektakulärer Wimbledon-Triumph 2007 Rafael Nadal, 7:6, 4:6, 7:6, 2:6, 6:2
48. Titel in Hamburg 2007 Rafael Nadal, 2:6, 6:2, 6:0
47. Titel in Dubai 2007 Mikhail Juschni, 6:4, 6:3
46. Titel: Federers Sieg an den Australian Open 2007 Fernando Gonzalez, 7:6, 6:4, 6:4
45. Titel in Schanghai 2006 James Blake, 6:0, 6:3, 6:4
44. Titel in Basel 2006 Fernando Gonzalez, 6:3, 6:2, 7:6.
43. Titel in Madrid 2006 Fernando Gonzalez, 7:5, 6:1, 6:0
42. Titel in Tokio 2006 Tim Henman, 6:3, 6:3
41. Titel: Federer gewinnt 2006 auch die US Open Andy Roddick, 6:2, 4:6, 7:5, 6:1
40. Titel in Toronto 2006 Richard Gasquet, 2:6, 6:3, 6:2
39. Titel, Federer gewinnt 2006 Wimbledon Rafael Nadal, 6:0, 7:6, 6:7, 6:3
38. Titel in Hamburg 2006 Tomas Berdych, 6:0, 6:7, 6:2
37. Titel in Miami 2006 Ivan Ljubicic, 7:6, 7:6, 7:6
36. Titel in Indian Wells 2006 James Blake, 7:5, 6:3, 6:0
35. Titel: Ein emotionaler Titel: Federer gewinnt 2006 die Australian Open Marcos Baghdatis, 5:7, 7:5, 6:0, 6:2
34. Titel in Doha 2006 Gaël Monfils, 6:3, 7:5
33. Titel in Bangkok 2005 Andy Murray, 6:3, 7:5
32. Titel: Federer gewinnt 2005 die US Open Andre Agassi, 6:3, 2:6, 7:6, 6:1
31. Titel in Cincinnati 2005 Andy Roddick, 6:3, 7:5
Federer gewinnt Wimbledon 2005, sein 30. Titel Andy Roddick, 6:2, 7:6, 6:4
29. Titel in Halle 2005 Marat Safin, 6:4, 6:7, 6:4
28. Titel in Hamburg 2005 Richard Gasquet, 6:3, 7:5, 7:6
27. Titel in Miami 2005 Rafael Nadal, 2:6, 6:7, 7:6, 6:3, 6:1
26. Titel in Indian Wells 2005 Lleyton Hewitt, 6:2, 6:4, 6:4
25. Titel in Dubai 2005 Ivan Ljubicic, 6:1, 6:7, 6:3
24. Titel in Rotterdam 2005 Ivan Ljubicic, 5:7, 7:5, 7:6
23. Titel in Doha 2005 Ivan Ljubicic, 6:3, 6:1
22. Titel in Houston 2004 Lleyton Hewitt, 6:3, 6:2
21. Titel in Bangkok 2004 Andy Roddick, 6:4, 6:0
Federer gewinnt zum ersten Mal die US Open, sein insgesamt 20. Titel Lleyton Hewitt, 6:0, 7:6, 6:0
19. Titel in Toronto 2004 Andy Roddick, 7:5, 6:3
18. Titel in Gstaad 2004 Igor Andrejev, 6:2, 6:3, 5:7, 6:3
Der zweite Wimbledon-Titel 2004: Sein insgesamt 17. Titel Andy Roddick, 4:6, 7:5, 7:6, 6:4
16. Titel in Halle 2004 Mardy Fish, 6:0, 6:3
15. Titel in Hamburg 2004 Guillermo Coria, 4:6, 6:4, 6:2, 6:3
14. Titel in Indian Wells 2004 Tim Henman, 6:3, 6:3
13. Titel in Dubai 2004 Feliciano Lopez, 4:6, 6:1, 6:2
Der erste Autralian Open-Sieg: Jahr 2004, sein 12. Titel Marat Safin, 7:6, 6:4, 6:2
11. Titel in Houston 2003 Andre Agassi, 6:3, 6:0, 6:4
10. Titel in Wien 2003 Carlos Moya, 6:3, 6:3, 6:3
Federers erster Grand Slam-Sieg: Wimbledon 2003 Mark Philippoussis, 7:6, 6:2, 7:6
8. Titel in Halle 2003 Nicolas Kiefer, 6:1, 6:3
7. Titel in München 2003 Jarkko Nieminen, 6:1, 6:4
6. Titel in Dubai 2003 Jiri Novak, 6:1, 7:6
5. Titel in Marseille 2003 Jonas Bjorkman, 6:2, 7:6
4. Titel in Wien 2002 Jiri Novak, 6:4, 6:1, 3:6, 6:4
3. Titel in Hamburg 2002 Marat Safin, 6:1, 6:3, 6:4
2. Titel in Sydney 2002 Juan Ignacio Chela, 6:3, 6:3
Roger Federers erster Titel auf der ATP-Tour, Mailand 2001 Julien Boutter, 6:4, 6:7, 6:4

99. Titel, Basel 2018 Marius Copil, 7:6, 6:4

Keystone

(mwa)