Australian Open

Wut, Enttäuschung und Tränen: Vögele muss Koffer packen, bevor Turnier richtig beginnt

Stefanie Vögeles Weg zurück an die Weltspitze ist mühsam. Die 25-jährige Aargauerin hat das Out in der zweiten Runde der Qualifikation von Melbourne an den Australian Open zu verkraften. Der Weg in die Komfortzone der WTA-Rangliste ist steinig.

Die Temperaturen waren gestern Nachmittag empfindlich kühl geworden und der eisige Wind trieb die dunklen Wolken stürmisch über den Himmel des Melbourne Park. Spass machte das Tennisspielen bei diesen ungemütlichen Bedingungen eher weniger. Und Spass hat auch Stefanie Vögele momentan nur wenig auf dem Platz. Denn nach einem schwierigen Jahr und dem zeitweiligen Rückfall bis auf Platz 165 ist der Weg zurück in die Komfortzone der WTA-Rangliste für die 25-jährige Aargauerin aus Leuggern mühsam und manchmal ziemlich frustrierend.

Stefanie Vögele im Portrait.

Stefanie Vögele im Portrait.

Wie eben in dieser zweiten Runde der Qualifikation zu den Australian Open. Vögele hatte beherzt gekämpft und doch mit 3:6 und 4:6 gegen die Thailänderin Luksika Kumkhum verloren. Die Aargauerin schulterte nach dem Aus ihre Tasche und verliess, so schnell sie konnte, den Court Nummer 11. Ein paar Tränen liefen ihr übers Gesicht, in einer Mischung aus Wut und bitterer Enttäuschung. «Sie hat gut gespielt, die Bälle immer wieder zurückgebracht», sagte Vögele, «im zweiten Satz war ich vorne, aber sie hat dagegengehalten. Es ist ärgerlich, dass es am Ende ein, zwei Punkte sind, die entschieden haben.»

Eine starke Kontrahentin
Allzu grosse Vorwürfe durfte sich Vögele jedoch nicht machen, die 22-jährige Thailänderin hatte mit ihrem aggressiven Spiel und dem für ihre Grösse recht harten Aufschlag einfach meist die bessere Antwort gehabt. Vor zwei Jahren gelang Kumkhum bei den Australian Open in der ersten Runde der grosse Coup gegen Wimbledonsiegerin Petra Kvitova, seither vermochte sie allerdings nicht mehr nachzulegen. Gegen Vögele agierte die Weltranglisten-167. von Beginn an sehr entschlossen, ging sofort mit 4:0 in Führung. Kumkhum ist kompakt und flink und spielt die Vor- und Rückhand beidhändig. Sie peilte die Linien an und traf sie meist auch, sehr zum Ärger von Vögele.

Beim Stand von 2:5 wehrte sie zwei Satzbälle ab und erkämpfte sich ein Break zum 3:5. Danach konnte Vögele jedoch ihr eigenes Service nicht halten und gab so den ersten Durchgang ab. Wütend hämmerte sie den Ball in Bande. Im zweiten Satz blieben die Aufschlagspiele weiter auf beiden Seiten umkämpft. Davis-Cup-Captain Severin Lüthi gesellte sich zu Vögeles Trainerteam und sah, wie die Schweizerin das Break zum 3:2 schaffte – und das nächste Spiel wieder abgab.

Der Schläger musste leiden
Vögele wehrte sich gegen die harten Schläge der Thailänderin, so gut sie konnte, liess sich am Ende aber doch ein wenig zu sehr frustrieren. Immer wieder haute sie nach Fehlern ihren Schläger zu Boden und schimpfte wütend mit sich. Beim Stand von 4:5 stand Vögele mit dem Rücken zur Wand. Eine Rückhand, die im Netz hängen blieb, bescherte Kumkhum den ersten Matchball. Die Thailänderin drückte Vögele in die Defensive und besiegelte mit einem Vorhandflugball ihren Sieg.

Tags zuvor hatte sich Vögele noch in der ersten Runde gut gegen 18-jährige Slowakin Tereza Mihalikova behauptet und mit 7:6 und 6:3 gewonnen. Aber die mit einer Wildcard ins Feld gekommene Juniorin ist als Nummer 564 der Welt eben doch kein richtiger Gradmesser.

Vögele tritt nun den Heimflug an, schon bei den US Open im Herbst hatte sie die Qualifikation nicht überstanden. Danach lief es zum Saisonende wieder deutlich besser, in Luxemburg schaffte Vögele den Einzug in den Halbfinal. Noch bis kurz vor Weihnachten spielte sie ITF-Turniere. «Meine Vorbereitung war dieses Mal kürzer, weil ich so lange gespielt habe», sagte Vögele, «aber ich bin eigentlich sehr zufrieden mit meiner Vorbereitung. Ich habe mich auch hier gut gefühlt und spiele auch nicht schlecht.» Das nächste Ziel lautet nun, möglichst bald wieder in die Top 100 zurückzukehren. Als 119. scheint dieser Weg nicht allzu weit zu sein, doch wie Melbourne gezeigt hatte – manchmal eben doch holprig.

Chiudinelli ebenfalls out

Damit hat auch nach dem Aus des Baselbieters Marco Chiudinelli, der mit 6:7 und 4:6 dem Franzosen Pierre-Hugues Herbert unterlag, nur noch Viktorija Golubic nach ihrem 7:5 und 6:2-Sieg über die Niederländerin Lesley Kerkhove die Chance auf den Sprung ins Hauptfeld. Dafür muss Golubic heute die Australierin Arina Rodionova bezwingen.

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