Davis Cup

«Wir sind stark genug, um anzugreifen»: Federer will den Davis-Cup-Titel

Gegen Kasachstan favorisiert: Roger Federer und Stanislas Wawrinka

Gegen Kasachstan favorisiert: Roger Federer und Stanislas Wawrinka

Selten war ein Schweizer Davis-Cup-Team so klarer Favorit wie im Viertelfinal gegen Kasachstan. Der Gegner wird ernst genommen, die Ziele sind höher. Roger Federer spricht offen vom Davis-Cup-Sieg.

So etwas hat selbst Roger Federer mit seinen 16 Jahren und 1164 Spielen auf der ATP Tour noch nie erlebt. Rund 15'000 Fans werden das Schweizer Team in der Palexpo-Halle in Genf gegen Kasachstan anfeuern. "Das kenne ich natürlich von den Grand-Slam-Turnieren oder zuletzt von Indian Wells, aber in der Schweiz ist das einmalig", schwärmte er am Donnerstag. "Man muss bescheiden bleiben. Es ist alles andere als selbstverständlich, dass so viele Tickets verkauft wurden." Doch die Schweiz ist vom Tennisfieber erfasst worden. 2014 soll das Jahr sein, in dem im Teamwettbewerb wieder einmal magische Stunden möglich werden.

Die Ausgangslage scheint tatsächlich perfekt. Kasachstan zuhause im Viertelfinal ist sicher ein gutes Los. Die Zentralasiaten, deren Team komplett aus eingebürgerten "Söldnern" aus Russland besteht, sind zwar ausgeglichen besetzt, jedoch eine oder zwei Güteklassen tiefer als die Schweizer Stars anzusiedeln. Doch diese sind gewarnt. 2010 gewannen die Kasachen in Astana 5:0 gegen eine Schweizer Equipe ohne Federer. "Das ist Vergangenheit und zählt nichts mehr", glaubt dieser. "Sie haben viele Optionen, aber wir sind natürlich die Favoriten", führte er aus. Er fühle sich in dieser Rolle auch wohl. "Wir können mit dem Druck umgehen."

Den Auftakt macht heute um 13.30 Uhr Stanislas Wawrinka, der als Weltnummer 3 erstmals Schweizer Teamleader ist, wenn Federer dabei ist. Zumindest auf dem Papier. "Das ist schon ein komisches Gefühl", fand der Romand, der am vergangenen Freitag 29 Jahre alt wurde. "Aber es weiss jeder, wer wirklich der Boss ist." Bei diesen Worten blickte Federer mit einem Schmunzeln zu Captain Severin Lüthi. Wawrinka bekommt es im ersten Spiel ab 13.30 Uhr mit der kasachischen Nummer 2 Andrej Golubew (ATP 64) zu tun, Federer anschliessend mit Michail Kukuschkin (ATP 56).

Der Viertelfinal gegen Kasachstan soll erst der zweite von hoffentlich vier Schritten sein. Roger Federer scheut sich nicht, das Wort "Davis-Cup-Titel" laut auszusprechen. "Insgeheim hoffen wir, dass alles gut läuft in dieser Saison, und das heisst natürlich nicht nur, in den Halbfinal zu kommen." Der Unterschied zu den vergangenen Jahren: "2012 vor dem Spiel gegen die USA wollte ich noch nicht vom Titel sprechen, um keinen unnötigen Druck aufzubauen", erinnert sich Federer. "Aber nach dem letzten Jahr und mit diesem Team glaube ich, dass wir alle stark genug sind, auch im Kopf, um jetzt anzugreifen."

Zumal das Tableau nach dem Ausscheiden der starken Spanier viel versprechend aussieht. Im Halbfinal würde die Schweiz im September auf den Sieger der Partie Italien (zuhause) gegen Grossbritannien (auswärts) treffen.

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