Novak Djokovic hat mit einem 7:6, 6:2, 6:7, 6:3 gegen Jo-Wilfried Tsonga zwei Meilensteine erreicht: Der Serbe steht erstmals im Wimbledon-Final und ist ab Montag die Nummer 1. Rafael Nadal setzte sich im zweiten Halbfinal gegen Andy Murray durch (5:7,6:2,6:2,6:4). Im Head-to-Head der beiden Finalisten führt Nadal zwar noch 16:11, aber aufgrund der jüngeren Vergangenheit ist er dennoch leichter Aussenseiter, obwohl er vier der letzten fünf Majors gewonnen hat. Djokovic hat Nadal in den letzten Monaten in vier aufeinanderfolgenden Endspielen bezwungen (Indian Wells, Key Biscayne, Madrid, Rom).

Tsonga begann ähnlich stark wie er gegen Roger Federer gespielt hatte. Er schaffte sofort ein Break, hielt den Vorsprung dann bis 5:4 und war nur zwei Punkte von der Satzführung entfernt. Ein Doppelfehler bei Deuce, bei dem er den zweiten Ball mit 213 Stundenkilometern ins Netz knallte, sorgte dann aber für den kompletten Wechsel des Momentums.

Nach dem Gewinn des ersten Satzes spielte der Serbe dann grossartig. Im Gegensatz zu Federer erarbeitete sich der defensiv enorm starke Djokovic vor allem dank seiner unglaublichen Rückhand immer wieder Breakchancen.

Djokovic musste aber einen Umweg gehen: Im Tiebreak des dritten Satzes hatte er zwei Matchbälle, welche Tsonga mit Assen abwehrte, ehe der Franzose das Tiebreak 11:9 gewann. Doch Djokovic, mental viel stärker als noch früher, liess sich nicht aus dem Konzept bringen und hielt die Intensität während des ganzen vierten Satzes hoch.

Nachdem er seine ersten beiden Halbfinals an der Church Road verloren hatte, greift Djokovic nun nach seinem dritten Major-Titel nach dem Australian Open 2008 und 2011. Aufgrund seiner Jahresbilanz von 47:1 und des angehäuften Selbstvertrauens dürfte er leichter Favorit sein. Seinen Gegner ermitteln derzeit Rafael Nadal und Andy Murray.

Einen Grosserfolg hat Djokovic unabhängig vom Finalausgang schon erreicht, im Alter von 24 Jahren und 43 Tagen wird er erstmals die Weltrangliste anführen. Zum ersten Mal seit dem 1. Februar 2004 wird die Top-Position damit nicht von Federer oder Nadal besetzt.