Australian Open
Wilde Party ohne Kater: Federer im Rausch

Federer abzuschreiben, ist eine Falle, in die schon so mancher getappt ist. Der Schweizer beweist in Australien ein weiteres Mal, dass mit ihm auch in der Zukunft noch zu rechnen ist.

Simon Häring
Simon Häring
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Anzeichen, dass er bald genug hat, sind bei Federer keine auszumachen

Anzeichen, dass er bald genug hat, sind bei Federer keine auszumachen

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Je wilder die Party, desto schlimmer der Kater. Eine Vorstellung, die Schweizer Tennis-Fans in Mark und Bein fährt. Denn die Party, die in Melbourne eine Fortsetzung findet, ist ziemlich wild. 20 Grand-Slam-Titel im Einzel in nicht einmal 14 Jahren sind eindrückliches Zeugnis. Nur: Roger Federer (35) und Stan Wawrinka (31) sind im fortgeschrittenen Sportleralter.

«Das vielleicht letzte Mal» heisst ein Stück, das der «Spiegel» vor zwei Wochen veröffentlicht. Es ist Eloge und Abgesang auf Federer zugleich. «Es ist nicht unwahrscheinlich, dass Federer seine Karriere nach dieser Saison beenden wird», steht dort. Und es sei wohl auch die letzte Möglichkeit, noch einmal grosse Titel zu gewinnen, «um sich einen noch schöneren Abgang zu verschaffen».

Federer abzuschreiben, ist eine Falle, in die schon so mancher getappt ist. Erstmals befindet sich der damals 26-Jährige 2008 im «Herbst seiner Karriere», wie der «SonntagsBlick» schreibt. Zwei Monate später gewinnt er zum fünften Mal die US Open. 2012 sagt Stan Wawrinka in Basel: «Wenn Federer und ich einmal aufhören, wird keiner mehr da sein. Es wird nur der Kater bleiben.»

Doch der lässt auf sich warten. Die Jubeljahre gehen weiter. Federer hat sich eine Pause gegönnt, weil er seine Karriere «um mehrere Jahre» verlängern will. Wawrinka ist erst seit drei Jahren einer der Weltbesten. Anzeichen, dass er bald genug hat, sind keine auszumachen. Zu lange hat er dafür gearbeitet, auch um die wichtigsten Pokale spielen zu können.

Ein neuer Federer oder Wawrinka ist nicht auszumachen. Mit Belinda Bencic (19), Timea Bacsinszky (27) und Rebekka Masarova (17), Junioren-Siegerin in Paris, sind aber junge Frauen bereit, die Lücke zu schliessen. Federer und Wawrinka aber sind noch lange nicht am Ende. Ihre Party geht irgendwann vorbei. Angst vor einem Kater muss deswegen aber keiner haben.

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Roger Federer kommt zurück und steht in seinem 28. Grand-Slam-Final. In Australien gewann er bisher viermal, zuletzt 2010.
Roger Federer beim Platzinterview: «Ich hatte die ganze Woche Beinprobleme. Normalerweise nehme ich nie Medical Time-outs. Aber ich dachte: Stan nahm seines, ich nehme meines auch.»
Stan Wawrinka «verschenkte» den letzten Satz.
Das eine Break reichte: Federer beendet die Partie mit dem ersten von drei Matchbällen.
Wawrinka hat beim Stand von 3:2 einen Totalausfall und wird gebreakt.
Der fünfte Satz ist von Beginn weg hart umkämpft.
Wawrinka reicht ein Break und schafft den Satzausgleich.
Beim Stand von 4:4 gibt Roger sein Aufschlagspiel ab.
Federer bringt sein Aufschlagsspiel zum 2:1 nach drei Breaks in Serie wieder durch – und dies souverän.
Dann rappelt sich der Maestro auf und antwortet mit dem sofortigen Rebreak
Roger Federer ist auch zu Beginn des vierten Satzes komplett von der Rolle.
Stan breakt Roger auch zum Auftakt des vierten Satzes.
Wawrinka holt sich den dritten Satz im Eiltempo mit 6:1
Federer scheint geistig in der Kabine geblieben zu sein – es passte nichts mehr, vor allem auf der Vorhand.
Vor dem dritten Satz nimmt Wawrinka ein Medical Timout.
Tränen unter dem Tuch.
Unter Tränen verlässt Stan den Court.
Wenig später kommt er mit einer Bandage unter dem rechten Knie wieder aus der Kabine.
Federer holt sich das Break zum 4:2 und bringt danach auch den zweiten Satz mit 6:3 nach Hause.
Wawrinka lässt derweil sein Racket sprechen...
und schmettert es zu Boden.
Hier spricht der Furst.
Der erste Satz war ein Kampf auf Augenhöhe.
Federer holt sich den ersten Satz mi 7:5.
Wawrinka spielt nach 50 Minuten eine Vorhand ins Netz und...
... gibt damit den Startsatz ab.
Schenken sich nichts im ersten Satz: Roger Federer und Stan Wawrinka.
Die beiden Schweizer zeigen grossartiges Tennis in der Rod Laver Arena.
Noch kein Break zwischen Federer und Wawrinka im ersten Satz beim Stand von 5:5.
Nach Roger kommt auch Stan zu zwei Breakbällen, ...
... aber auch Roger kann diese abwehren und legt zum 3:2 vor.
Bei Wawrinkas zweitem Aufschlagspiel vergibt Federer drei Breakbälle.
Wawrinka erkämpft sich sein zweites Aufschlagspiel...
...und gleicht im ersten Satz zum 2:2 aus.
Ausgeglichener Start: Federer und Wawrinka gewinnen ihre Aufschlagspiel zum Auftakt ungefährdet.
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