Nach dem 1:2-Rückstand am Samstag zogen die Schweizer noch den Kopf aus der Schlinge. Wawrinka glich mit dem Sieg gegen Michail Kukuschkin aus, Federer brachte den Erfolg gegen Andrej Gobulew nach Hause.

Riesig war die Last, die Wawrinka nach dem Matchball von den Schultern fiel und laut schrie er seine Freude heraus. «Ihr habt mir sehr geholfen», dankte er den Fans. Um solch eine Atmosphäre zu geniessen spiele er Tennis. Es sei ein schwieriges Match gewesen, doch sei er mit seiner Leistung sehr zufrieden. «Fabelhaft», lobte Federer die Fans.

Von Beginn an lief es Wawrinka etwas besser als in den Tagen zuvor. Vor allem mit dem Aufschlag glänzte er, dagegen unterliefen ihm aus dem Spiel heraus doch noch viele Fehler. Und deshalb verlor die Nummer drei der Welt auch den ersten Satz im Tiebreak, obwohl er von Beginn an der bessere Spieler war. Doch Wawrinka steckte den Rückschlag weg, kam im zweiten Satz zu einem Break und geriet in diesem Satz nicht mehr in Gefahr.

Je ein Break im dritten und vierten Satz genügten Wawrinka zum Erfolg, weil er nicht einen Breakball gegen sich zuliess. Mit seinem 25. Ass schloss er die Partie ab und liess sich nachher auch von Bundesrat Ueli Maurer gratulieren. «Das war fantastisch, wie sich Stan heute gesteigert hat», lobte René Stammbach, Präsident von Swiss Tennis.

«Ich habe mich auf diese Partie nicht besonders vorbereitet», sagte Wawrinka. Wie immer habe er viel mit Federer und Captain Severin Lüthi gesprochen. Nach den schweren Tagen sei es für ihn ein sehr schöner Sieg. «Es ist ja für mich nicht immer ganz einfach.» Auf der einen Seite sei es eine grosse Chance mit Federer zu spielen, aber dieses «Monster, dieses Genie erzeugt auch Druck.»

Und das «Monster» war wieder der Garant für den Erfolg. Zwar verspielte Federer ein frühes Break im ersten Satz, doch im Tiebreak gab er keinen Punkt ab und gewann nach fünf verlorenen Tiebreaks erstmals eines im Duell mit Kasachstan. Eine Schwächephase des Gegners nutzte Federer im zweiten Satz zum Erfolg. Und im dritten Satz behielt er die Nerven, als er nach einem Break selbst seinen Aufschlag verlor. Er nahm Golubew gleich wieder dessen Aufschlag ab und geriet dann nicht mehr in Gefahr.

Mit einem Freudensprung feierte Federer den Einzug in den Halbfinal, stürmte zunächst zu Lüthi und umarmte ihn, bevor er zum Handshake mit Golubew ans Netz eilte.

Der dritte Halbfinal

Zum dritten Mal steht die Schweiz nun im Halbfinal. 1992 schlug sie Brasilien, vor elf Jahren unterlag sie in Australien. Nun trifft sie vom 12. bis 14. September auf Italien, das Grossbritannien ausschaltete. Noch ist offen, wo die Partie gespielt wird. Die Palexpo-Halle hat Erik Keller, Delegationsleiter des Davis-Cup-Teams bereits vorreserviert. «Aber wir prüfenauch andere Optionen, unter anderem das Stade de Suisse in Bern», sagte Keller.

Bern sei ideal, weil es zentral liege. Allerdings müsste dann die Partie unter freiem Himmel ausgetragen werden. «Das lässt sich machen», ist Keller überzeugt. Jedoch ist Federer ein ausgesprochener Hallenspezialist, ein Vorteil, der nicht zu unterschätzen ist. «Das Team muss entscheiden, ob es in der Halle oder draussen spielen will», sagte Stammbach, der mit rund 20 000 Fans plant. Sollte die Schweiz gegen Italien gewinnen, spielt sie im Final auswärts: Tschechienoder Frankreich wären die möglichen Gegner.